Lemar: Hey Viktor! Fit für’s erste Thaiboxen-Training?
Viktor: Oh je. Ich hab mal Taekwondo gemacht, aber das ist schon ’ne Weile her.
Lemar steigt in den Ring seines Boxstudios in München, reibt davor einige Male das oberste Ringseil, faltet seine Hände wie zum Gebet und führt sie zum Gesicht.
Viktor: Was hast du da eben gemacht? Soll ich auch?
Lemar: Das ist ein Ritual, um Respekt vor dem Ring zu zeigen. Vor richtigen Kämpfen tanzen wir sogar. Traditionen sind beim Thaiboxen sehr wichtig. Aber ich denke, es ist okay, wenn du einfach so hier reinsteigst. Ausnahmsweise.
Viktor: Planking kennt nicht so viele Regeln…
Lemar: Planking? Nie gehört. Was ist das?
Viktor: Im Grunde geht’s darum, sich an den verrücktesten Orten flach wie ein Brett hinzulegen und sich dabei fotografieren zu lassen.
Lemar: Okay, ganz so easy ist Thaiboxen nicht. Schnall dir mal die Pratzen hier an deine Unterarme und halte sie einfach vor deinen Oberkörper. Dann zeig ich dir ein paar Basics.
Viktor nimmt die schwarzen Schlagpolster, versucht sie sich umzuschnallen und gibt mit einem hilflosen Lächeln auf.
Lemar: Ein bisschen fester. Warte, ich helfe dir. Jetzt hältst du deine Arme vor den Körperund ich schlage auf die Pratzen. Gleich mach ich aus dir einen richtigen Planker...
Viktor lachend: Hey!
Lemar zeigt Viktor einfache Schläge, und Tritte. Der Planker hält tapfer dagegen.
Viktor: Beim Thaiboxen kommen ja echt alle Körperteile zum Einsatz.
Lemar: Deswegen macht es mir so viel Spaß. Man trainiert den ganzen Körper und hat viel mehr Möglichkeiten als beim Boxen oder Kickboxen. Man darf den Gegner auch clinchen, etwa so.
Er umklammert mit seinen Händen Viktors Nacken.
Jetzt hab ich dich fest im Griff und könnte dir Kniestöße versetzen.
Viktor: Hilfe! Und wie befreie ich mich?
Lemar: Du hast deine Hände noch frei. Wenn du mit deiner rechten Hand zwischen meinen Armen durchfasst, könntest du mich selbst clinchen oder von innen meine Arme wegdrücken und dich loslösen. Versuch’s mal!
Viktor greift mit seiner rechten Hand zwischen Lemars Klammerarme und befreit sich erfolgreich.
Viktor überrascht: Geschafft. Aber in der Realität wäre das nichts für mich. Wobei – damit könnte ich meinen Bruder von der Couch treten.
Lemar: Immerhin etwas.
Viktor: Kannst du dir auch vorstellen, damit dein Geld zu verdienen?
Lemar: Das wäre natürlich mein Traum. Dafür trainiere ich sehr hart und nehme an vielen Wettkämpfen teil. Gibt’s beim Planking auch Wettkämpfe? Machst du das professionell?
Viktor: Nein, gar nicht. Ich habe mich aus Jux und Tollerei mal nach der Arbeit zwischen zwei Schreibtische gelegt und das Foto auf Facebook gepostet. Eine Volontärin von Stefan Raab hat mich zwei Tage später entdeckt und prompt zu TV Total eingeladen. Über Nacht war ich plötzlich DER deutsche Planker und wurde auf der Straße wiedererkannt.
Lemar kopfschüttelnd: Das ist verrückt. Ich trainiere fünfmal die Woche und bin lange nicht so berühmt wie du.
Viktor: Planking ist ja kein Sport, für den man ständig trainieren muss. Du kannst immer und überall planken. Ich zeig’s dir.
Die beiden steigen aus dem Ring.
Viktor: Leg dich mal mit dem Bauch auf den Boden… Ganz gerade. Körper anspannen. Jetzt die Arme anlegen und nach unten schauen.
Lemar legt sich hin und befolgt Viktors Anweisungen:
Lemar: Das war’s?
Viktor: Das war’s. Ein einfacher Plank. Das kann man aber auch auf Straßenlaternen oder Verkehrsschildern machen.
Lemar: Wir legen uns im Training manchmal auf Medizinbälle, um die Bauchmuskeln zu trainieren. Ist das auch Planking?
Viktor: Solange du nach unten schaust und deinen Körper anspannst, ja.
Lemar nimmt einen Medizinball aus dem Regal und legt sich mit dem Rumpf drauf.
Viktor: Jetzt deine Hände zur Seite. Und die Beine auch anheben.
Lemar kippt um: Verdammt!
Viktor: Tja, ist wohl doch nicht so einfach?
Lemar: Krass, das geht auf Straßenlaternen? Machst du auch solche Sachen?
Viktor: Ich bin doch nicht wahnsinnig. Ein Australier ist im Mai bei dem Versuch, auf einemBalkongeländer im siebten Stock zu planken, gestorben. Man muss dazu aber auch sagen, dass er zu dem Zeitpunkt betrunken war. Dabei muss man sich für coole Planks nicht in Lebensgefahr bringen. Es geht mehr um Kreativität als um Muskelmasse.
Lemar: Ich will sehen, wie das der Profi macht. Wir können auch vors Studio gehen.
Viktor beim Rausgehen: Profi? Bei mir sieht das nicht großartig anders aus.
Er legt sich auf die Treppe.
Lemar: Und jetzt?
Viktor: Jetzt wird ein Foto gemacht.
Lemar lachend: Also wenn das Sport sein soll, weiß ich auch nicht.
Fotos: Johannes Mairhofer




Doch langsam traut sich die Schachspielerin. Hocke und Grätsche werden immer ansehnlicher und es macht ihr sogar Spaß.
Die beiden packen ihre Sachen und auf geht’s zur Wasserskianlage. Dort schlüpft Felix in Neoprenanzug und Schwimmweste und stellt sich mit dem Wakeboard souverän an den Start. Als die Ampel auf Grün springt, rast er los und hält sich erstaunlich gut auf dem Brett. Zu gut. Als Felix wieder am Steg ankommt, hakt Frithjof nach.