Nadine, 25, bringt ihren Job als Referentin für Personalentwicklung mit einem Studium unter einen Hut und hat noch lange nicht genug.
Nadine sieht adrett aus mit den langen braunen Haaren und ihrem hellen Jackett. Ob sie einen Dresscode bei der Arbeit hat? „Ja, wir tragen den Dresscode ‚Business‘ – sprich Bluse für die Frauen, Hemd für die Männer.“ Nadine ist Referentin für Personalentwicklung bei der Telekom. „Das heißt im Klartext: Ich rekrutiere Auszubildende für die Telekom-Shops.“
Außerdem studiert sie Business Administration. Aber das hat sie nicht vom ersten Tag an gemacht. Dass sie überhaupt in das Unternehmen gekommen ist, war Zufall, sagt sie. Nach dem Abitur hat sie viele Bewerbungen geschrieben, auch für die Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation bei der Telekom. Sie wurde zum Test eingeladen und bekam die Zusage noch am selben Tag.
Nach drei Jahren Lehre ist sie übernommen worden und wurde Teamassistentin im Personalwesen. „Da habe ich freiwillig ein Projekt für berufsbegleitende Studiengänge übernommen und den Studiengang Business Administration betreut und verwaltet.“ Das Fach hat sie dabei so fasziniert, dass sie sich entschlossen hat, es auch zu studieren.
„Seit zweieinhalb Jahren fliege ich jetzt alle vier Monate für eine Woche nach Berlin oder Hamburg – je nach dem wo die Vorlesungen stattfinden.“ Gelernt wird am Wochenende. Das klingt nach viel Stress. Für mich als Vollzeitstudentin ist es unvorstellbar, nebenbei noch so viel zu arbeiten. Außerdem würde ich den Studentenalltag sehr vermissen. Nadine sieht das anders. Sie trifft sich trotzdem mit Freunden und macht Party – auch wenn sie dann manchmal mit einem Kater lernen muss. „Ich brauche den Ansporn, den ich bei der Telekom habe, sonst würde ich vermutlich den Hintern nicht hoch bekommen. Und ich verdiene schon mein eigenes Geld.“
Referentin für Personalentwicklung ist sie erst seit knapp einem Jahr. „Ein toller Job. Ich kann kreativ sein und ganz neue Dinge ausprobieren, um Schüler zu finden, die Spaß am Verkaufen haben.“ Gerade entwickelt sie etwa ein Konzept für eine Schülerwoche. „Wir hängen Zettel an die Haltestangen in Bahnen und Bussen, sind auf Facebook präsent und bekommen eine eigene Homepage.“ Ein völlig neues Projekt mit vielen Möglichkeiten sich auszuprobieren. „Ich renne hier mit neuen Ideen nicht gegen die Wand, sondern werde erst einmal angehört und unterstützt, wenn die Idee gut ist.“
Klingt alles sehr zufrieden. Ich frage sie, ob sie auch etwas zu kritisieren hat. „Ich schaffe es zwar noch, zum Balletttraining zu gehen, aber sonst habe ich privat nicht viel Zeit für Hobbys. Das soll sich nach meinem Studium wieder ändern. Ich möchte gerne Gitarrespielen lernen.“
Foto: Matthias Popp







