Hochschul-geflüster

Hier flüstern euch reif-Autoren, was in der HfTL abgeht.

Uni-Luft schnuppern

Unsicher, was du studieren sollst? Dann teste es vom 11. April bis 13. April 2012 beim Schnupperstudium an der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL).

Wie läuft das mit den Vorlesungen? Wie ist das Studium aufgebaut? Und wie findet man sich auf dem Campus zurecht? Drei Tage lang hast du die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen und genauer auf die Studiengänge zu werfen.

Am Mittwoch, 11. April, stellen dir die Hochschullehrer der HfTL ihre jeweiligen Fachgebiete vor und zeigen dir, welche beruflichen Wege du mit einem Studium an der HfTL einschlagen kannst. An den zwei folgenden Tagen kannst du dann selbst Lehrveranstaltungen besuchen. Dabei erwartet dich mehr als graue Theorie: In Experimenten rund um Frequenzen, Programmierung und Co. erfährst du, wie vielfältig und spannend das Gebiet der Telekommunikation ist.

Nur lernen, lernen, lernen? Zum Studentenleben gehört definitiv mehr – und darum gibt’s am Donnerstag außerdem einen Grillabend, an dem du andere Studenten der HfTL in entspannter Atmospähre kennenlernen und mit deinen Fragen löchern kannst. Willst du dabei sein? Dann melde dich bis zum 16. März 2012 an – das genau Programm findest du hier.
 

Abi – und dann? Hinter den Kulissen der HfTL

In wenigen Monaten stehen wieder Abiprüfungen an. Los geht's mit der Lernerei. Und wer weiß schon, was danach passiert?

Du nicht? Dann wird's aber nicht nur Zeit zu lernen, sondern auch zu überlegen: Wo will ich eigentlich danach hin? Die Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) lädt dich zum Tag der offenen Hochschule ein.

Am 12. Januar 2012 öffnet der HfTL-Campus in der Lepiziger Südvorstadt seine Türen und Studierende und Hochschullehrer stellen sich deinen Fragen. Ob Informations- und Mediendesign, Kommunikations- und Medieninformatik, Wirtschaftsinformatik oder Informations- und Kommunikationstechnik: Ab 9 Uhr gibt’s alles rund um die verschiedenen Bachelor- und Masterstudiengänge. Parallel werden Duale Studiengänge und Berufsbegleitende Studiengänge vorgestellt. Bis 15 Uhr erwarten dich außerdem spannende Vorlesungen, Experimente sowie eine detaillierte Beratung zu den Studiengängen und deinen beruflichen Perspektiven.

Auf die Plätze, fertig, Studienstart!

Auch in diesem Wintersemester fängt für etwa 400 Erstsemestler der Hochschule für Telekommunikation (HfTL) Leipzig ein neuer Lebensabschnitt an. Und der wird feierlich angegangen mit einer Immatrikulationsfeier im Leipziger Gewandhaus. reif-Autorin Sabine war dabei.

Draußen ist es grau, nass und kalt. Es hört einfach nicht auf zu regnen. Den Tag ihrer feierlichen Immatrikulation haben sich viele bestimmt etwas sonniger gewünscht. Auch ich bin leicht vom Winde verweht, als ich in den Mendelssohnsaal des Gewandhauses eintrete. Der festlichen Stimmung tut das allerdings keinen Abbruch: Der gesamte Unterrang ist gefüllt. Muttis und Vatis, die ihren Schützlingen noch ein letztes Mal das Händchen halten, bevor sie in die neue Freiheit entlassen werden, der Oberbürgermeister der Stadt, Studentenvertretung, musikalische Wunderkinder mit Cello und Geige und natürlich jede Menge gespannte Studienanfänger.

Es werden Erinnerungen an meine eigene Immatrikulationsfeier vor zwei Jahren wach: Genau an gleicher Stelle, andere Uni.  Ich war exakt 20 Minuten da, weil ich genau in der Zeit Seminare hatte und der Studierendenrat hat den Anlass als Selbstinszenierungsbühne benutzt. Nichts dergleichen heute: Alle scheinen angetan und froh, hier zu seien. Nicht nur 400 Studenten werden heute feierlich eingeschrieben in das Matrikelbuch der Hochschule, nein, auch ein Geburtstag wird gefeiert. Es heißt „Happy Birthday!“ für die HfTL, die es nun schon seit 20 Jahren gibt. Nachdem der Rektor mit viel Tara bei gedämpften Licht in den Saal eingezogen ist, geht es auch schon direkt los mit dem Programm: Es folgen Grußworte aller wichtigen Kommunalpolitiker, Festreden, musikalische Zwischenspiele und, und, und …

Auf der riesigen Orgel des Gewandhauses steht geschrieben: „Res severa verum Gaudium“ – „Wahre Freude ist eine ernste Sache“. Welch ein treffendes Motto: Förmlich und doch nicht ganz nach Plan verläuft der Nachmittag. Nicht nur dass anfänglich ein Professor als „verschollen“ gemeldet wird und erst etwas später auftaucht, auch der Hauptredner der Veranstaltung Herr Professor Dr. Kinkel, ehemaliger Bundesaußenminister und Vorsitzender der Telekomstiftung, verspätet sich. Hinter den Kulissen sorgt das für beschäftigtes Treiben, Programmpunkte müssen umgestellt werden, es wird wild telefoniert und geplant. Die Hauptakteure des heutigen Tages kriegen von all dem wenig mit: Für die Studenten läuft alles wie geschmiert.

So wie jeden Tag ist die Situation für die Studieneinsteiger aber keineswegs. Lasse ich meinen Blick durch die Reihen schweifen, sehe ich vor allem Jungs in edlen Anzügen, die sie wohl zuletzt beim Abiball getragen haben und Mädels in Blazer mit adrettem Röckchen oder Anzugshose, als wollten sie gleich eine Lehre zur Bankkauffrau starten. Ich komme mir tatsächlich ein wenig underdressed vor.

Zwischendurch durchdringt den Saal ein obligatorisches Husten, ein gespanntes Gemurmel je fortgeschrittener das Programm ist und oft nachdenkliche Stille. Kein Wunder bei dieser beeindruckenden Kulisse. Die Musiker haben in der ersten Reihe Platz genommen und treten hin und wieder auf die Bühne. Einige Studenten fahren sich durchs Haar, wirken nachdenklich.

Während ein Fotograf Schnappschüsse und Erinnerung des Tages sammelt, lauscht der Saal gespannt der Rede von Dr. Klaus Kinkel und ist merklich amüsiert von seinen Anekdoten und erntet breite Zustimmung — nicht nur von den anwesenden Eltern. Er betont, dass „Deutschland nicht nur ein Land der Denker ist. Es ist vor allem eine Wirtschaftsnation“ und sorgt für schmunzeln bei seinen Überleitungen: „So nächstes Thema: Frauen.“ Vor allem seine klare Kritik am Föderalismus in der deutschen Bildungspolitik hinterlässt bleibenden Eindruck: „Das Kooperationsverbot auf Bundesebene muss schnellstmöglich verschwinden!“ Ich habe selten solch einen Applaus nach einer Festrede bei einer Universitätsveranstaltung gehört. Überhaupt wirken alle locker und entspannt: Eine ehemalige Absolventin erzählt vom ABC des Studierens und verfällt in studentische Nostalgie: „Die Studienzeit ist die schönste Zeit eures Lebens, daran müsst ihr immer denken.“ Der Studierendenratsvorsitzende hingegen versprich: „Ich organsiere eine Taschenrechnermassenbestellung!“ und lädt zur Campus-Party im Hochschulkeller ein. Na, wenn das mal nicht vielversprechend klingt! Wie bei jeder ordentlichen Festveranstaltung wird zum Ende auch noch ein Preis vergeben: Der DAAD-Preis für ausländische Studenten mit besonderem Engagement.

Die Musik zum krönenden Abschluss fasst das, was für die Ersties noch so kommen mag, dann gut zusammen: Etwas schwermütig, düster, dann wieder vergnügt und zum Ende doch heilfroh. Wie das echte Studentenleben.

Fotos: HfTL

Mit Mathe gegen den Elektrosmog

Inez, 21, studiert Nachrichtentechnik an der Hochschule für Telekommunikation in Leipzig. Und hilft ganz nebenbei der internationalen Forschung.

Das Tolle an meinem Studium ist, dass ich viel ausprobieren darf und ich nicht nur über schnöden Formeln hänge. Klar, wir haben viel Mathe, Mathe ist ja das Handwerkszeug eines jeden Ingenieurs. In der ersten Vorlesung dachte ich auch noch „Yeah, ich kann ja alles“, in der zweiten Vorlesung „Okay...“, aber dann wurd‘s schon heftiger. Bei den Wurzeln von negativen Zahlen zum Beispiel. Klingt erstmal absurd – aber in der Elektrotechnik braucht man solche komplexen Zahlen, weil man bei einer Wechselstrom-Schaltung damit den Betrag des Stroms und gleichzeitig einen Winkel ausdrücken kann. Aber es kommen zum Glück auch immer wieder Sachen vor, die man noch aus der Schule kennt – Vektorrechnung etwa. Plötzlich wusste ich, wo ich das tatsächlich anwenden kann.

Wenn ich mir nicht gerade die Zähne an Zahlen ausbeiße, besuche ich auch mal Vorlesungen wie „Soziales Handeln in sozialen Gruppen“. Da habe ich in einem Projekt eine Nachrichtensendung gemacht. Es ging um ein elektromagnetisches Phänomen in der Natur, genauer um einen Sonnensturm, der auf die Erde zufliegt, und was dann passieren könnte. Echt spannend! Blöd ist nur, dass ich das einzige Mädchen im Studiengang bin. Unter 14 Jungs kommen da schon mal blöde Kommentare. Aber damit kann ich umgehen und meistens macht es auch Spaß, mit ihnen zu arbeiten. Meinen Schuhtick habe ich trotzdem behalten.

Ansonsten bin ich meistens im Labor, sei es wegen Praxiseinheiten im Unterricht oder wegen meines Jobs als Tutor. Da baue ich Versuchsanordnungen auf und bereite das Material vor, spleiße zum Beispiel Glasfaserkabel. Dabei muss man zuerst den äußeren, dann den inneren Schutzmantel abziehen, anschließend den Kern sauber abbrechen und die Kabel in ein Spleißgerät einführen. Nach einem ganzen Tag dort fühlt sich mein Hirn manchmal wie Hühnerfrikassee an, aber es lohnt sich: Glasfaserkabel finde ich nämlich total interessant. Man kann unendlich viele Lichtsignale gleichzeitig durch sie hindurch schicken, obwohl so ein Kabel nur so dick wie ein Pferdehaar ist. Ein paar Doktoranden hier an der Hochschule forschen damit – vielleicht kann ich ja mal in ihre Fußstapfen treten.

Aber erstmal langsam: Nach dem Bachelor in Nachrichtentechnik will ich noch den Master in Informations- und Kommunikationstechnik draufsetzen. Mit dem Abschluss habe ich dann eine riesengroße Palette an Möglichkeiten. Ich könnte als Ingenieurin arbeiten oder erst mal ins Personalmanagement, denn ich weiß ja genau, welche Anforderungen gebraucht werden. Und ich kann auch überall auf der Welt arbeiten – vielleicht ja in Südafrika.

Foto: Karoline Keybe

Daten-Quetscher und Frequenzen-Tüftler

Gerade mit der Schule fertig – und dann?

Viele Abiturienten fragen sich, was sie studieren sollen. Die Hochschule für Telekommunikation in Leipzig bietet viele Möglichkeiten, sich in einem technischen Gebiet auszuprobieren. reif-Autor David hat sich für einen Tag in den Hörsaal gesetzt.

Da bin ich also. Schnupperstudent in einer technischen Hochschule für einen Tag. Na, toll! Als Liebhaber vieler Apple-Geräte, aber trotzdem wenig Technik-Begeisterter-Mensch sind meine Erwartungen nicht allzu prickelnde. Ich suche mir zwei Vorlesungen heraus: Einmal möchte ich „Daten-Quetscher. Wie funktionieren ZIP & Co.“ ausprobieren und danach gibt es noch eine Ladung „Messung von UKW-Strahlen“. Aus meiner Sicht die interessantesten Themen.

Rein in Vorlesung Nummer 1.

Nachdem ich den Raum A 1.29 gefunden habe, betrete ich pünktlich den Hörsaal. Viele andere Schnupperstudenten sitzen schon auf der Hoch-Schulbank und warten gespannt auf die Vorlesung. Die Blöcke liegen auf den kleinen Tischen. Die Bleistifte sind gespitzt. Es kann losgehen. Auch der Professor läuft schon ungeduldig auf und ab.  Kurz vor 8 Uhr fragt er: „Kommen da noch welche?“ Die zukünftigen Studenten schütteln mit dem Kopf. „Na gut, dann fangen wir halt jetzt schon an“. Zum Glück bin ich pünktlich gekommen.

Prof. Dr. Ing. habil. Tilo Strutz, so viele Titel hat der wirklich, schaut in die Runde und begrüßt seine potenziellen neuen Studenten: „Ich bin hier zuständig für die Thematik Daten-Kompression.“ Mit anderen Worten: Er lehrt, wie man große Dateien klein macht. Anhand des Audioformates MP3 erklärt Professor Strutz den Unterschied zwischen der ursprünglichen und einer komprimierten Datei. „Auf eine normale Audio-CD passen ungefähr 700 MB Musik. Auf eine MP3-CD zehn Mal so viel.“ Doch wie funktioniert das?

Man könnte wohl eine ganze Doktor-Arbeit darüber schreiben. Der Professor erklärt uns die Grundlagen dieses komplexen Vorgangs – und an sich ist das Ganze natürlich einfach. Jeder Mensch hat bekanntlich die Fähigkeit zu hören und zu sehen. Das aber nur in begrenztem Maß. „Unsere Sinnesorgane sind nicht perfekt. Wir sehen nicht alles, wir hören nicht alles“, sagt Strutz. Wenn Dateien komprimiert werden, so werden daraus unwichtige Informationen entnommen. „Das ist wie Milch. Wir entziehen das Wasser, haben Milchpulver, transportieren das kostengünstig, geben wieder Wasser daran und haben wieder Milch.“ Interessant!

Der Professor wischt die Tafel. Dann geht es weiter. Mit Tabellen, Formeln und Logarithmen erklärt er, wie die übrig gebliebenen Informationen dann noch verpackt werden. Ganz schön viele Infos für mein eher sprachlich begabtes Gehirn, aber wirklich interessant. Es folgen Erklärbeispiele für Entropie, Redundanz  und Signalverzögerungen. Wer das genauer verstehen möchte, kann sich für ein Studium hier bewerben, sagt er.

„Die Zeit ist um. Sie gucken aber alle so gespannt“, sagt Strutz und führt seine Ausführungen trotzdem zu Ende. Sein Abschlusswort: „Ich hoffe, Sie nehmen davon etwas mit. Wenn Sie Daten komprimieren, denken Sie an mich.“ Das werde ich sicherlich.

Raus aus dem Hörsaal, rein in die zweite Vorlesung.

Schon auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass dieser Kurs zur Messung von UKW-Strahlen wesentlich praktischer ist.
Vor mir ein Raum mit einem Meer an technischen Apparaten. Monitore mit Antennen und Zahlenfeldern, große Rechner, Kästen mit vielen Knöpfen.

Zehn Schnupperstudenten sind anwesend. Dozent Matthias Weinrich stellt den Raum vor: „Das hier sind unter anderem Spektrumanalysatoren, Messgeräte zur Leistungsbestimmung.“ Anhand der Geräte können die Frequenzen von Mobilfunk, UKW-Radiowellen und die Leistung von Haushaltsgeräten, wie einem Staubsauger, überprüft werden.

„Früher haben sie gesagt, dass die UKW-Radiofrequenzen im Jahr 2010 ausgestorben sein sollen“, erzählt Weinrich. Wer sich heute ein neues Auto kauft, bekommt aber immer noch das gute alte UKW-Radio mit eingebaut. „Das Digital-Radio ist noch nicht so weit.“ Ein Poster mit riesiger Tabelle soll die Frequenzbereiche darstellen. Ich staune. Interessant auch, dass der Staat Geld für die Lizenzen der Frequenzen nimmt.

Zum Abschluss sagt Weinrich, dass bei den Studiengängen an der HfTL wertvolle Inhalte weitergegeben werden. „Ob man diese Informationen dann später im Job braucht, ist eine andere Frage“, grinst er.

Nun wieder raus aus der Uni, rein in den Alltag.

Studieren stelle ich mir prima vor. Beim Verlassen des Hörsaals höre ich den ein oder anderen sagen, dass er nach den Vorlesungen wirklich überlegt, an die HfTL zu gehen. Auch wenn ich den Einblick in die Telekommunikationsbranche spannend fand und es echt faszinierend ist, wie schnell sich diese Sparte weiterentwickelt und dass man eigentlich gar nicht auf dem neusten Stand sein kann, bleibe ich bei meinen Leisten und schreibe wohl eher weiterhin. Gerne aber auch mal übers Telekommunikationsstudium!

Info: An der HfTL werden Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten. Ein duales Studium an der Telekom-Uni ist möglich. Es werden unter anderem Nachrichtentechnik, Telekommunikations- und Wirtschaftsinformatik als Studiengänge angeboten.

Weitere Beiträge

Interaktive Schnitzeljagd

Hochglanzbroschüren und Werbesprech waren gestern. Heute müssen Unternehmen sich mehr einfallen lassen, um Jugendliche zu begeistern. Die Telekom hat gerade eine große Internetkampagne gestartet, um über IT-Berufe zu informieren.

Klug genetzwerkt

Ohne Soziale Netzwerke geht nichts mehr.

Schwärmerei

In der Reihe "Studenten mit Zukunftsvision" erzählen Studenten, woran sie gerade arbeiten. Diesmal: Darina will wissen, wie sich Roboterschwärme
selbst organisieren können.