>> Stijl-Mainz, via Facebook, May 14 2010 at 5:48pm <<
Wir hatten eifrig Flyer und Poster gedruckt und verteilt, Blogs und regionale Medien angeschrieben und allen Freunden begeistert von unserer Idee erzählt: Im April 2009 sollte die erste Stijl in Mainz stattfinden, ein Hybrid aus Festival und Verkaufsmesse für Streetfashion, Sport- und Designprodukte, Kunst und Selbstgemachtes. Eine alte Fabrikhalle war schnell gefunden, um jungen Kreativen, Händlern und Nachwuchsproduzenten ein Wochenende lang eine Heimat zu bieten.
Doch wie die weite Welt von unseren Plänen wissen lassen? 250 Besucher, hauptsächlich Freunde und Bekannte, kündigten über unsere StudiVZ-Gruppe vorab ihr Kommen an. Auch bei Facebook, dem großen Bruder aus den Vereinigten Staaten, legte ich die Veranstaltung „Stijl Mainz“ an. Weil ich die Plattform zu dieser Zeit privat kaum nutzte, überließ ich sie weitestgehend sich selbst, anstatt strategisch und offensiv mit ihr zu werben. Ergebnis der uninspirierten Bemühungen am Morgen der Veranstaltung: acht bestätigte Zusagen.
Wenige Monate später hätte uns diese Zahl ernsthaften Grund zur Sorge gegeben, schließlich „gefiel“ die Stijl vor der dritten Veranstaltung im Juni 2010 auf einmal 1.000 Menschen, Ende des Jahres waren es 2.000. Die Plattform war ein selbstverständlicher Teil unserer Vorbereitungen und ein erschreckend guter Indikator für den Erfolg einer Veranstaltung geworden. Von jetzt auf gleich hatte sich Facebook zu unserem zentralen Kommunikationswerkzeug aufgeschwungen. Was war denn da passiert?
Auf das Wann und Warum wissen wir bis heute keine Antwort. Doch als die zweite Stijl-Messe im Februar 2010 stattfand, wurde auf dem Profil „Stijl Mainz“ gelobt und kritisiert, angekündigt und kommentiert, verlinkt und getagged. Heute, knapp 24 Monate nach dem ersten Brainstorming, können wir uns unsere Arbeit ohne Facebook nicht mehr vorstellen.
Foto: Angelika Stehle


















