Klug genetzwerkt

Ohne Soziale Netzwerke geht nichts mehr.reif-Autor Bastian, 23, nutzt sie nicht nur privat, sondern auch beruflich. Als Nebenjob organisiert er die Stijl-Messen in Mainz. Hier erzählt er, warum Facebook dabei sein wichtigster Helfer ist.

Yes! 995 People like this! Wer macht die 1000 voll?

>> Stijl-Mainz, via Facebook, May 14 2010 at 5:48pm <<


Wir hatten eifrig Flyer und Poster gedruckt und verteilt, Blogs und regionale Medien angeschrieben und allen Freunden begeistert von unserer Idee erzählt: Im April 2009 sollte die erste Stijl in Mainz stattfinden, ein Hybrid aus Festival und Verkaufsmesse für Streetfashion, Sport- und Designprodukte, Kunst und Selbstgemachtes. Eine alte Fabrikhalle war schnell gefunden, um jungen Kreativen, Händlern und Nachwuchsproduzenten ein Wochenende lang eine Heimat zu bieten.


Doch wie die weite Welt von unseren Plänen wissen lassen? 250 Besucher, hauptsächlich Freunde und Bekannte, kündigten über unsere StudiVZ-Gruppe vorab ihr Kommen an. Auch bei Facebook, dem großen Bruder aus den Vereinigten Staaten, legte ich die Veranstaltung „Stijl Mainz“ an. Weil ich die Plattform zu dieser Zeit privat kaum nutzte, überließ ich sie weitestgehend sich selbst, anstatt strategisch und offensiv mit ihr zu werben. Ergebnis der uninspirierten Bemühungen am Morgen der Veranstaltung: acht bestätigte Zusagen.


Wenige Monate später hätte uns diese Zahl ernsthaften Grund zur Sorge gegeben, schließlich „gefiel“ die Stijl vor der dritten Veranstaltung im Juni 2010 auf einmal 1.000 Menschen, Ende des Jahres waren es 2.000. Die Plattform war ein selbstverständlicher Teil unserer Vorbereitungen und ein erschreckend guter Indikator für den Erfolg einer Veranstaltung geworden. Von jetzt auf gleich hatte sich Facebook zu unserem zentralen Kommunikationswerkzeug aufgeschwungen. Was war denn da passiert?


Auf das Wann und Warum wissen wir bis heute keine Antwort. Doch als die zweite Stijl-Messe im Februar 2010 stattfand, wurde auf dem Profil „Stijl Mainz“ gelobt und kritisiert, angekündigt und kommentiert, verlinkt und getagged. Heute, knapp 24 Monate nach dem ersten Brainstorming, können wir uns unsere Arbeit ohne Facebook nicht mehr vorstellen.


Foto: Angelika Stehle

Gast

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DJ? Auflegen auf der Stijl Sommer2010? Jetzt bewerben!

>> Stijl-Mainz, via Facebook, May 11 2010 at 2:27pm <<


Die Vorbereitungen starten etwa drei Monate vor der Veranstaltung. Dann fahre ich oft direkt vom Hörsaal ins Büro. Mit Christian und Sebastian von der Firma Neue Projekt GbR feile ich an einem spannenden Rahmenprogramm und der richtigen Aussteller-Auswahl. An den Messetagen arbeiten wir mit einem Team von etwa 30 Personen, das sich um rund 3.500 Besucher kümmert. Einlasskontrolle, Getränketheke oder DJ: Alle zu besetzenden Stellen posten wir auf unserer Facebook-Fanseite. Interessenten melden sich direkt bei uns oder verbreiten das Inseratüber ihr eigenes Netzwerk – über viele Multiplikatoren erreichen wir in Sekundenschnelle viele Menschen, zu denen kein direkter Kontakt besteht.


Bei der ersten Veranstaltung im April 2009 wickelten wir unsere Personalsuche noch über unsere Homepage www.stijl-mainz.de und über die StudiVZ-Gruppe ab, ohne ergiebigen Rücklauf. Zunächstmotiviert, dann eher halbherzig beschäftigten wir uns mit unserem Twitter-Account, um festzustellen: Twitter ist ungeeignet für unsere Bedürfnisse, die Interaktionsmöglichkeiten sind zu gering und unser Mitteilungsbedürfnis übersteigt 140 Zeichen. Umso mehr Energie steckten wir in unsere Facebook-Aktivitäten.


Foto: Angelika Stehle

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Gediegene Atmosphäre heute!

>> Julius Wiebe, via Facebook, June 20 2010 at 4:56pm <<


Unsere Pinnwand auf Facebook wurde nach kurzer Zeit zur zentralen Kommunikationsund unmittelbaren Feedbackplattform. Die Rückmeldungen, die man auf der Messe selbst nicht aufnehmen kann, sind wichtig für uns: Schließlich soll die Stijl keine konventionelle Rein-Raus-Messe sein, sondern als Präsentationsplattform für Neues wahrgenommen werden. Die Leute sollen nicht nur kaufen, sondern Spaß haben, ein bisschen auf ausrangierten Sofas rumsitzen, während DJs die Arbeit von Streetartists und den Skateboardcontest musikalisch begleiten.


Foto: Angelika Stehle

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joa danke für die klasse veranstaltung und für den organisierten snowboardcontest. Meines erachtens ein voller erfolg, gerne wieder. mfg paul. PS : gibt es bilder von dem contest?

>> Paul Schirrmacher, via Facebook, February 10 2010 at 7:00pm <<


Über das Internet kann man in Sekundenschnelle mit unbekannten Personen interagieren. Diese Möglichkeit reizen wir bei Facebook voll aus: Binden wir Fotos der Messe ein, erkennen sich unsere Besucher wieder und verlinken sich und ihre Freunde. Weil diese Mausklicks wiederum auch auf der Startseite ihrer Freunde erscheinen, sorgt Facebook so für Mundpropaganda für die Stijl. Schon während der Veranstaltung können wir beinahe in Echtzeit Fotos hochladen und zeigen: „So sieht die Stijl aus!“


Foto: Angelika Stehle

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Wie sieht es denn dieses Jahr mit Eintritt aus?? Wollt ihr den nicht lieber weglassen? Dann haben wir alle mehr Geld übrig um schicke Sachen zu kaufen...

>> Patrick Zed, via Facebook, June 7 2010 at 5:21pm <<


Auf einer öffentlich zugänglichen Pinnwand gibt es natürlich auch kritische Stimmen. Hier haben wir die Möglichkeit, unmittelbar und persönlich zu reagieren. Als Kritik an dem Eintritt von drei Euro geäußert wurde, konnten wir klarstellen, dass uns dieser Unkostenbeitrag dabei hilft, die Stijl weiter am Leben zu halten – schließlich investieren wir nicht nur jede Menge Zeit in die Organisation,sondern auch Geld in Hallenmiete, Technik, Infrastruktur und das Rahmenprogramm. Die Reaktionen auf Facebook: Zuspruch und Verständnis.


Foto: Angelika Stehle

Gast

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Die SILBERFISCHER produzieren morgen fürs Wochenende in Mainz noch ganz fleissig. Habt ihr Wünsche, was wir für euch mitbringen sollen?

>> Frau Silberfischer, via Facebook, June 15 2010 at 6:06pm <<


Wir sind nicht die Einzigen, die die Kommunikation über Facebook und die Möglichkeit, direkten Kontakt mit unseren Besuchern herzustellen, nutzen: Auch unsere Aussteller beteiligen sich rege am Pinnwand-Geschehen und streuen die Einladungen zur Messe in ihren eigenen Netzwerken.


Foto: Angelika Stehle

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Hallo Martin, eure Telefonnummer funktioniert nicht?! Ich wollte mal hören, ob ihr schon überlegt habt, welche Standgröße ihr bei der nächsten Messe braucht... VG , Basti

>> Bastian Steineck an Martin Lammert, via Facebook, October 26 2010 at 2:36pm <<


Als zentrales Kommunikationsinstrument liefert uns Facebook nicht nur Lob und Tadel von Besuchern, sondern revolutioniert auch den Umgang mit Ausstellern, Sponsoren und Kooperationspartnern. Alte Telefonnummern, verstopfte E-Mail-Accounts und übermotivierte Spam-Filter sind kein Problem mehr. Facebook kriegt sie alle: Sogar der Erstkontakt findet oft nicht telefonisch oder per Mail statt, sondern über eine Facebook-Nachricht.


Facebook bietet nützliche Tools und Lösungen für unsere Bedürfnisse – und auch privat konzentriert sich meine Netzwerk-Nutzung auf das einstige Harvard-Netzwerk. Facebook ist für uns nicht nur alltagstauglich, sondern alltagsnotwendig geworden. Ob das nächste soziale Netzwerk wohl bereits in den digitalen Startlöchern steht, um Facebook bei unserer Arbeit zu ersetzen? Im Moment einunvorstellbarer Gedanke.


Foto: Angelika Stehle

Gast

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Facebook als Karrierehelfer

Viele Firmen nutzen Soziale Netzwerke, um Schüler und Studenten über ihre Ausbildungs- und Einstiegsmöglichkeiten zu informieren.


Ab dem 21. März macht die Telekom auf Facebook eine Themenwoche rund um das Duale Studium in MINT-Fächern – also in Fächern, die mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu tun haben. Dort kannst du Berichte von Studenten lesen und eigene Fragen stellen.


www.facebook.com/TelekomKarriere

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