Musik macht glücklich

Seit Linda klein ist, spielt sie Klavier, singt und tanzt.

Glück ist für sie, Musik zu machen und zu hören. Soul, Jazz, Folk – alles, was vom Herzen kommt.

 

„Ich tanze, weil ich bin. Ich singe, weil ich bin. Nicht immer weiß ich, wer ich bin – aber Musik gibt mir die Momente, in denen ich glaube, es genau zu wissen. In denen ich das Gefühl habe, einfach frei zu sein.

Eine meiner ersten Erinnerungen: Wenn Musik spielte, konnte ich nie stillsitzen. Sobald ich einen Rhythmus hörte, begann ich mich zu bewegen. Tatsächlich hat sich das bis heute nicht geändert. Wenn ich mich wohlfühle, dann beginne ich einfach zu tanzen und zu singen und versuche andere mitzureißen. Das kann mitunter sehr anstrengend für meine Mitmenschen sein, denn ich verlange immer vollen Einsatz! Aber meistens funktioniert es und ich habe das Gefühl, die Energie, die ich dabei empfinde, auf andere übertragen zu können.

Es gibt wenige Momente, in denen ich so viel empfinde wie auf einem Konzert. Es reißt mich mit und zieht mich einfach in seinen Bann. Dann habe ich das Gefühl, mich in einer riesengroßen Energieblase zu befinden, im stetigen Austausch mit den Musikern und den tanzenden Menschen um mich herum. Es ist für mich ein Geschenk, dass es im Leben zu solchen Momenten kommt. In denen man innerhalb eines Raumes voll Musik miteinander verschmilzt, sich wie auf eine Art Reise begibt. Das rührt mich manchmal zu Tränen.

Vor ein paar Jahren war ich auf einem kleinen Festival, in der Mitte vom absoluten Nirgendwo. Wir tanzten und sangen, bis uns mitten in der Nacht ein unglaubliches Unwetter überraschte. Während wir damit beschäftigt waren, panisch unsere Zelte festzuhalten, bekamen wir die Anweisung, so schnell wie möglich das Gelände zu verlassen. Also stapften wir alle gemeinsam durch die regengetränkten Wiesen, bis wir schließlich unter einem riesigen Wellblechdach standen. Es blitzte und donnerte wie verrückt über unseren Köpfen und wer noch trockene Klamotten dabei hatte, gab sie den völlig Durchnässten. Schätzungsweise 200 Menschen wärmten einander und begannen zu singen, woraus ganz schnell ein Kanon entstand. Wir nutzen alles, was wir finden konnten, um darauf zu trommeln und zu klopfen. Was für ein magischer Moment!

Musik ist allgegenwärtig. Für mich sowieso, denn sie ist immer in meinem Kopf. Als ich begann, mein erstes Instrument zu spielen, lernte ich nicht nur, wie Musik funktioniert. Ich lernte auch etwas über mich. Immer wieder musste ich meine Ungeduld überwinden, mich meinen Ängsten stellen, Grenzen anerkennen, lernen, nicht zu perfektionistisch zu sein, mich so zu nehmen wie ich bin. So etwas wird dir in der Schule nicht beigebracht.

Wenn ich verreise, dann ist es das Schönste für mich, die musikalische Seite der neuen Kultur kennenzulernen. Welche Instrumente gibt es? Welche Rhythmen höre ich? Wie wird getanzt? Aber es gibt nicht nur Neues zu entdecken. Es ist auch wunderbar zu sehen, wie es verschiedene Musikrichtungen schaffen, sich auszubreiten und eine weltweite, grenzüberschreitende Community zu erschaffen. Menschen verschiedenster Kulturen und Farben treffen zusammen, um ihre Liebe für die Musik zu teilen.

Musik, das ist mein Herzschlag. Musik, das ist etwas Magisches, das wir alle in uns fühlen, das uns verbindet und eins werden lässt.“

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