Programmieren an der Schule

„Programmiersprachen gehören in die Lehrpläne“, forderte vor einer Weile der Vorstandsvorsitzende der Telekom Tim Höttges im Interview mit der FAZ.

Warum? Weil die Digitalisierung voranschreitet: „Weil Maschinen die Routinen erledigen werden, müssen Schüler lernen, Neues zu schaffen. Einfallsreichtum statt Auswendiglernen ist gefragt.“ Programmieren sei heute für Schüler und ihre späteren Karrierechancen mindestens genauso wichtig wie Multiplizieren, Lesen und Fremdsprachen“.

Das Thema ist groß und wichtig – und Tim Höttges hat damit einen Nerv getroffen. Viele Medien griffen seine Forderung auf. heise.de schreibt: „Die Digitalisierung wird nach Höttges' Einschätzung viele hochqualifizierte Arbeitsplätze bedrohen. Die Ausbildung an Schulen und Universitäten passt nicht dazu.“ Unter dem Artikel: 260 Kommentare. Die Südwest Presse schreibt: „Die Forderung des Telekom-Chefs ist längst überfällig.“

Und die Politik? Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach beim Forschungsgipfel in Berlin sowie beim Nationalen MINT Gipfel über den Nachholbedarf bei der Digitalisierung in Deutschland, bei dem die Bildung eine Schlüsselrolle spiele.

Andere sind zaghafter: Die Beamtenbund-Jugend in Bayern nahm das Höttges-Interview zum Anlass, beim dortigen Kultusminister nachzufragen, ob Programmieren nicht Pflichtfach werden sollte. Das Staatsministerium verneinte und befand: Die aktuellen Lehrpläne bieten auf dem Gebiet genug.

Das Thema wird uns ganz sicher weiter begleiten. Und die Schulen werden sich damit befassen müssen.

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