SIFENOPER – 18 Tage live dabei!

SIFENOPER, das steht für außergewöhnliche Projekte, einen außergewöhnlichen Wettbewerb und vor allem: außergewöhnliche Studenten. In den nächsten Wochen lest ihr hier über das SIFE-Team der Uni Köln und seine Projekte.Dabei besucht ihr etwa ein Teamtreffen, helft Roberto, Joaquim und den anderen Jungs, ein Fußballturnier zu planen, fiebert mit, wenn die Projekt-Präsentationen geprobt werden und drückt den Mädels und Jungs am Ende bei der National Competition bei der Telekom die Daumen.

„So Leute, hier sind wir!“

Donnerstagabend, 20 Uhr. Menschen mit ernsten Gesichtern in Kostümen und Anzügen mit Bügelfalten verlassen die KPMG-Niederlassung am Barbarossaplatz in Köln. Doch Stille kehrt nun nicht ein in den großen gläsernen Gebäudekomplex. Etwa 20 junge Studenten in Jeans und Turnschuhen streben zielsicher dem Eingang entgegen. Dabei wirken sie nicht so, als seien sie hier fehl am Platz. Die bunte Gruppe findet sich in einem Konferenzraum zusammen. Stühle rücken, Getuschel und eine erwartungsvolle Atmosphäre erfüllen den Raum bis schließlich ein junger blonder Mann eintritt. Seine Begrüßung: „So Leute, heute entscheiden wir, wer mit zur National Competition fährt.“

Ihr werdet euch jetzt fragen: Worum geht es hier eigentlich und wer soll das sein? Hallo, wir sind das SIFE-Team der Uni Köln!

SIFE, das steht für Students In Free Enterprise und ist eine nicht-staatliche, unpolitische Non-Profit-Organisation. Sie soll Studenten eine Plattform sein, ihr theoretisches Wissen aus der Universität in die Praxis umzusetzen. Heute ist SIFE in 47 Ländern an über 1.800 Universitäten tätig und damit eine der größten internationalen Studierendenorganisationen der Welt. SIFE Germany ist dabei die zweitgrößte Unterorganisation innerhalb Europas und wir sind eines der 34 Teams aus Deutschland.

Als SIFE-Team haben wir Projekte ins Leben gerufen, in denen wir uns unternehmerisch beweisen und unser soziales Engagement mit Networking verbinden können. Dabei erfahren, was es heißt, verantwortungsvoll zu arbeiten und zu führen, und leisten gleichzeitig Hilfe zur Selbsthilfe. Was genau wir machen? Derzeit sind es drei Projekte, die die Titel Rheinflanke, EXIT und Social 2 tragen. Wir organisieren mit Jugendlichen, die auf den falschen Weg geraten sind, Fußballspiele, treffen Strafgefangene und sorgen mit Hilfe des Internets für fairen Handel. Doch worum es bei uns genau geht, werdet ihr in den nächsten Tagen und Wochen hier erfahren.

Darüber hinaus müssen wir aber natürlich auch andere Aufgaben übernehmen wie etwa organisatorische Aufgaben, Öffentlichkeitsarbeit und unser Humankapital planen. Der Aufbau unseres Teams ähnelt also dem eines gewöhnlichen Unternehmens. Und natürlich besteht auch unser „Unternehmen“ nicht nur aus BWLern, sondern auch aus Leuten anderen Fachrichtungen wie etwa Medizinern, Biologen und Sozialwissenschaftlern, die alle auf ihre Art zum Gelingen beitragen. Kann der eine super mit Excel umgehen, hat der andere vielleicht viel Erfahrung im Marketing und kann bei der Vermarktung eines Produkts helfen. An Abenden wie heute informieren wir dann einander, wie der aktuelle Stand ist. So behalten wir immer den Überblick. Johanna etwa berichtet, dass der sogenannte Regional Table für die National Competition, den Landeswettbewerb, soweit fertig geplant ist.
Einmal im Jahr präsentieren wir nämlich das Ergebnis unserer gemeinsamen Arbeit vor einer Jury aus Unternehmensvertretern bei der National Competition, die unsere Arbeit bewertet. Der nationale Sieger darf dann Deutschland auf dem World Cup, der dieses Jahr in Kuala Lumpur stattfindet, vertreten. Und was genau ein Regional Table ist, erklären wir euch in einem anderen Beitrag.

Denn in den nächsten drei Wochen halten wir euch an dieser Stelle auf dem Laufenden und erzählen euch genauer, wer hinter dem SIFE-Team aus Köln steckt, was genau unsere Projekte sind, wie wir mit Nervosität umgehen, warum Schlaf völlig überbewertet ist und natürlich wer denn jetzt mit zur National Competition fährt.

Euer SIFE-Team

 

Autoren: Mike Bohland, Johanna Förster, Elena Hansch

Auf die Plätze, fertig, los!

„Jetzt geht’s los, wir sind nicht mehr aufzuhalten, jetzt geht’s los, hier spielt die Musik!“ Das Lied unserer Kölner Fründe De Höhner ist quasi unser Soundtrack zur National Competition. Jetzt sind wir nicht mehr nur noch in der heißen Phase, jetzt geht es wirklich los. Besonders unsere Referenten stehen seit Tagen vollkommen unter Strom.

Jeden Tag fordern sie von ihrem Körper Höchstleistungen. Sie können problemlos aus einem 24-Stunden-Tag mehr machen.

Doch auch bei allen anderen kennt der Adrenalinspiegel kein normales Niveau mehr. Der Countdown bis zum NC zählt erbarmungslos die Stunden runter. 

Jetzt kommt es darauf an, dass die geplanten Abläufe der vergangenen Tage und Wochen perfekt abgespielt werden können. Doch was und wer ist schon perfekt?! Die Vergangenheit hat gezeigt, dass selten etwas so geschieht, wie es auch vorher geplant war. Das treibt natürlich die Anspannung und Nervosität immer weiter nach oben.

Manchmal ist Improvisation alles. Wir müssen jederzeit auf Änderungen und Störungen im Ablauf gefasst sein. Für das Präsentationsteam ist diese Einstellung natürlich am wichtigsten. So ist etwa kurzfristig einer unserer Referenten ausgefallen. Zum Glück kann Sanas, die auch schon einige NC- und Präsentationserfahrung hat, einspringen. Und dann erst währen der Präsentation! Was, wenn die Technik im entscheidenden Moment noch nie versagt? Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, heißt es üben, üben, üben! Und das, wie ihr mit Sicherheit schon zu Genüge festgestellt habt, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Trotz des Zeitdrucks ist die Stimmung allerdings sehr gut bei den Sechs. Wir glauben an euch, Mike, Sanas, Steven, Nare, Dmitry und Philina!

Auch wenn der Rest des Teams diesen Druck nicht ganz so zu spüren bekommt, müssen auch wir bei der National Competition „funktionieren“. Unsere Aufgabe ist etwa der schon angekündigte „Regional Table“. Doch wie präsentiert man am besten die schönste Stadt am Rhein? Eine Frage, die bei einem Treffen zusammen mit der Cologne Business School und der Rheinischen Fachhochschule schnell beantwortet wurde: der Kölner Dom, der FC, der Rhein, 4711 und Kamelle natürlich! Ein Highlight wird auch der „Halve Hahn“.  Um die Aura des wunderbaren Rheins mit zur National Competition zu nehmen, haben wir natürlich auch noch handgeschöpftes Rheinwasser dabei, wie ihr im Bild sehen könnt.

Für den letzten Feinschliff im Team sorgen dann am Mittwochabend Dmitry und Julius. Bei dem letzten Treffen vor dem NC werden wir nochmal  über alles informiert und vermutlich nochmal so richtig angeheizt für die kommenden zwei Tage!

Autoren: Elena Hansch und Johanna Förster

Nachhaltiger Konsum, wir kommen!

„Gute Nachrichten“, sagt Christian Schmitt ins Telefon, während er durch den Hausflur läuft. „Die Lieferung wird morgen eintreffen.“ „Sehr gut“, höre ich mich müde ins Telefon raunen. „Wie sieht der Zeitplan aus? Sind wir rechtzeitig online?“ „Alles verläuft planmäßig!“

Dubiose Geschäfte? Zwielichtige Personen?

Falsch geraten! Wir sind es wieder: SIFE Cologne und Social2. Und wir haben jede Menge Neuigkeiten von unserer Arbeit für Euch. 

Während ich hier schreibe, ist gerade eine Lieferung zu uns unterwegs. Damit kommen die ersten Produkte zu uns, die wir über die Plattform Living Responsible anbieten werden.

Es geht also los! Die Plattform wird bald unter www.living-responsible.de zu finden sein. Nachhaltiger Konsum, wir kommen!

Social 2 und wir haben uns seit unserem letzten Artikel keine Ruhe gegönnt und arbeiten permanent am Ausbau von Living Responsible. Mittlerweile ist das Projekt wirklich unser Baby geworden. Was uns aber vor allem stolz macht, ist, dass Living Responsible bereits beim GFFT Förderpreis den ersten Preis in der Kategorie „Bestes Startup“ gewonnen hat. So ähnlich muss es sich anfühlen, wenn man für einen Film, an dem man mitgearbeitet hat, einen Oscar bekommt!

Darüber hinaus haben wir Kennzahlen entwickelt, die Nachhaltigkeit, Soziales und Umweltfreundlichkeit der angebotenen Produkte auf der Seite messbar machen und Transparenz verschaffen, was es hier wirklich zu kaufen gibt. Damit stellen wir sicher, dass die angebotenen Produkte auch wirklich die Kriterien erfüllen, die die Kunden erwarten.

Und immer mehr neue Anbieter finden sich. Sobald die Plattform online ist, wird also schon jede Menge cooles Zeug zum Erwerb da sein. Täglich gibt es neue gute Nachrichten. Dies werden wir natürlich auch in unserer Präsentation bei der National Competition vorstellen.

Ach ja, die National Competition...

...das ist wohl mein Stichwort. Ab zurück an die Arbeit. Die Präsentation ruft. Es müssen noch einige Folien gebaut, Text geschrieben und Abläufe abgestimmt werden. Das werden noch ein paar schlaflose Nächte und dann ist morgen auch noch Probepräsentation! Diesmal mit unseren Alumnis. Ich bin gespannt, was sie sagen, wenn sie unsere Präsentation sehen.

Mmh... Aber da war doch noch was.

Klar, unser Projekt Rheinpass! Auch hier setzen wir uns demnächst mit Rheinflanke zusammen, um das nächste Event mit den Jugendlichen zu planen und dann durchzustarten. Es bleibt also spannend!

Autor: Julius Watermann

Becoming Superman

Man muss nicht Superman sein, um etwas bewegen zu können. Manchmal reicht es auch, sich mit viel Herzblut einer Sache zu widmen, die alles von einem fordert, aber auch viel zurückgibt. So eine Sache ist SIFE.

Obwohl wir im vergangenen Jahr sehr viel Schweiß und Tränen in unsere drei Projekte investiert haben, hat doch immer der Spaß überwogen. Sei es beim Erstellen von Konzepten und Strategien oder bei Teamevents, Unternehmensbesuchen und Weihnachtsfeiern.

Wie Clark Kent müssen wir den Spagat zwischen normalem Leben und der Rettung der Welt schaffen. Manchmal sitzt man etwa in der Corporate-Finance-Vorlesung und schreibt den neusten Artikel für das reif-Magazin fertig. Na gut, das ist vielleicht nicht gerade die Rettung der Welt, aber trotzdem eine wichtige Aufgabe. Denn wir wollen euch schließlich tagtäglich up-to-date halten!

Und wie bewerkstelligen wir das alles?

Also erst einmal hat unser Tag weit mehr Arbeitsstunden als der eines üblichen Studenten. Neben den normalen Vorlesungs-, Übungs- und Tutoriumssitzungen kommen dann noch die jeweiligen Aufgaben für SIFE und Team-Sitzungen hinzu. Ohne gutes Zeitmanagement völlig unmöglich! Ohne einen Kalender läuft schon mal gar nichts. Eine eigene Sekretärin wäre auch ganz schön, aber mit viel Disziplin geht es auch ohne. Wichtig ist es, sich zwischendurch immer genug Zeit für andere Dinge einzuplanen, sei es für´s Lernen oder – bevor man es vergisst – auch für´s Essen. Auch das Studium darf nicht in Vergessenheit geraten. Das ist ja letztendlich die Basis für unser späteres Berufsleben.

Und Freunde und Familie? Jetzt gerade, eine Woche vor dem National Cup, ist unsere Lois Lane wenn nicht sauer, so doch zumindest sehr genervt davon, dass wir kaum mehr Zeit für sie haben. Es kommen bessere Zeiten, das versprechen wir!
Aber unser wahres Kryptonit ist natürlich die Müdigkeit. Wenn man zwei bis drei Wochen nahezu durcharbeitet, helfen auch Energydrinks und Kaffee wenig. Vielen Dank trotzdem, ihr treuen Begleiter!

Wofür das alles?

Letztlich werden wir reichlich belohnt. Durch unser Engagement gewinnen wir sehr viel an praktischer Erfahrung, die uns im Arbeitsleben später zu Gute kommen wird. Wir knüpfen wertvolle Kontakte zu namhaften Unternehmen, wie etwa der Telekom. Die größte Belohnung sind aber nicht die Kontakte zu Unternehmen, sondern zu den anderen Superhelden unseres Teams – zu unserer eigenen kleinen Justice League.

Unser Fazit?

Alles unter einen Hut zu bekommen ist schwer, wir versuchen es mit einem roten Umhang.

 

Autoren: Dmitry Smirnov, Julius Waterman, Mike Bohland

Zu spät und in Jogginghose

In einigen Tagen ist es so weit. Wir vom EXIT-Team werden unser erstes Bewerbungstraining mit Jugendlichen im Arrest durchziehen! Seit unserem letzten Artikel für die SIFENOPER hat sich einiges getan.

Nochmal zur Erinnerung: Wir wollen Häftlingen, die kurz vor der Freilassung stehen, zeigen, wie sie sich erfolgreich auf eine Ausbildungsstelle oder einen Job bewerben. Gar nicht so einfach. Themen sind da vor allem Berufswahl, Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräch.

So weit, so gut. Nach langem Beraten und Planen sind wir jetzt endlich so weit – nur noch der letzte Feinschliff fehlt! Ein bisschen wird zwar bei unseren Treffen in der Uni noch überarbeitet und verbessert, aber wir wollen euch schon mal zeigen, wie das Training nach aktuellstem Stand aussehen wird:

Wir starten wie angekündigt mit einem Kennenlernspiel. Dabei stehen wir gemeinsam mit den Häftlingen in einem Kreis und werfen einen kleinen Ball von einem zum anderen. Der, der den Ball in den Händen hält, muss seinen Namen nennen und eine der folgenden Fragen beantworten: Was erwarte ich von dem Training?, Was war mein schönstes Erlebnis?, Was ist mein Lieblingsessen, -film, -musik oder -schauspieler?

Danach stellen wir den Jugendlichen einige Berufe vor. Auf ein paar bunten Karten stehen Berufe, auf ein paar anderen die dazugehörigen Eigenschaften. Diese Karten sollen die Jugendlichen einander zuordnen. Dabei können sie den Gedanken freien Lauf lassen: Welche Stärken und Schwächen habe ich eigentlich? Welcher Beruf passt zu mir?

Weiter geht’s mit einem Bewerbungsgespräch. Zu zweit spielen wir eines nach. Einer ist der Arbeitgeber einer Baumarktkette, der andere bewirbt sich als Lagerarbeiter. Dabei macht der Bewerber bewusst und teilweise überspitzt Fehler. So kommt er etwa zu spät, trägt eine Jogginghose statt eines Anzugs und auf die Frage, warum er sich für den Job interessiert, antwortet er: „Mir ist nichts besseres eingefallen.“ Jetzt sind die Jugendlichen gefragt. Was ist ihnen positiv, was negativ aufgefallen? Was könnten sie vielleicht besser machen und wie?

Zum Ende gibt’s dann noch eine Fragerunde und einen selbst entworfenen Bewerbungsguide von uns, der Tipps zu Themen wie Bewerbungsanschreiben, Einstellungstests, Stellensuche und Kleidung enthält. Dann ist es auch schon vorbei.

Jeder von uns blickt voller Erwartung auf den Trainingstag, alle hoffen, dass das Training ein Erfolg wird, dass wir den Häftlingen viel Neues beibringen können, und sind natürlich auch gespannt, welche Erfahrungen wir selbst mitnehmen werden.

Autorin: Victoria Wischmann

Der große Testlauf

04.17 Uhr – nach endlos vielen Tassen Kaffee steht die Präsentation endlich. Das war mal wieder eine ganz schöne lange Nacht. Und das am Ostermontag! Aber auch das gehört zu SIFE.

Morgen, pardon, nein heute ist die Generalprobe für die National Competition bei der Telekom in Bonn angesetzt und ihr könnt euch vorstellen, dass es nicht ganz stressfrei ist, vor zehn Vertretern eines solchen Unternehmens seine Projekte vorzustellen. Da wollen wir uns natürlich nicht blamieren.

08.20 Uhr – müde, verschlafen und mit roten Augen treffen wir uns vorm McDonalds am Kölner Hauptbahnhof und brechen gleich nach Bonn auf. Schnell noch zwei Kaffee geholt und los geht’s.

Wer glaubt, wir könnten im Zug noch etwas Schlaf nachholen, irrt sich! Das letzte Mal wird der Text durchgegangen und geprobt, Abläufe besprochen und Passagen diskutiert. So langsam werden wir nervös – unsere Präsentation ist noch nicht ganz perfekt.

10 Uhr – herzlich werden wir von den Telekom-Mitarbeitern begrüßt und in den dunklen Präsentationsraum begleitet. Okay, jetzt fangen die Knie richtig an zu zittern. Alle nehmen Platz, nur wir sechs bleiben vorne stehen.

10.30 Uhr – unsicher schielen wir auf unsere Texte, während uns die Telekom-Vertreter erwartungsvoll anlächeln. Aber nach zwei, drei Sätzen fällt unsere Anspannung und die Präsentation läuft wenn auch mit Ablesen wie geplant.

10.55 Uhr – puh! Schon vorbei. Die Feedbackrunde beginnt. Die Unternehmensvertreter haben einiges anzumerken und viele konstruktive Vorschläge. Manche Folien seien zu verspielt und wir sprächen manchmal zu schnell, sagen sie. Ansonsten fällt das Feedback ganz gut aus. Natürlich schreiben wir fleißig mit, damit wir alles später auch umsetzen können.

14 Uhr – nachdem wir uns etwas gestärkt haben, machen wir einen Rundgang durch die berühmte T-Gallery. Hier werden technologische Visionen in die Realität umgesetzt und Forschungsprojekte auf ihre Alltagstauglichkeit getestet. Und die Verwirklichung dieser Projekte liegt nicht mal allzu weit in der Zukunft. Echt spannend!

16.30 Uhr – wir machen uns auf den Weg zurück nach Köln. Auf geht’s an die Umsetzung des Feedbacks!

23.10 Uhr – wir sitzen immer noch in der Uni-Bibliothek, auch der Kaffee ist wieder mit von der Partie. Akribisch versuchen wir, den kompletten Input, den wir heute bekommen haben, umzusetzen, denn morgen steht wieder eine Probepräsentation an – diesmal vor der Leitung von SIFE Germany.

Durchhalten ist das Motto! Endspurt ist angesagt! Schließlich bleibt uns nur noch eine Woche.

Autoren: Dmitry Smirnov, Philina Alberts

Ein gutes Team

Was macht eigentlich ein „gutes“ Team aus? Hängt das vielleicht von der Anzahl der Mitglieder ab? Oder vielleicht von der Summe ihrer IQs? Ist vielleicht das Team am besten, welches am ausdauerndsten ist, Nächte durchmacht und keine Minute unproduktiv verstreichen lässt? Ein Team, das multitaskingfähiger ist als eine Frau? Oder vielleicht das Team, das sich am besten versteht? Schwer zu sagen.

Im letzten SIFE-Jahr konnten wir sicherlich nicht immer hinter jeden dieser Punkte einen Haken setzen. Unsere Mitgliederzahl ist gestiegen, aber sicher noch ausbaufähig, und gerade in den letzten Wochen vor der National Competition, wo die Projekte des vergangenen Jahres endgültig in einer Präsentation vorgestellt werden, wird unsere Ausdauer in so manch einem Moment auf eine harte Probe gestellt. Aber all diese Erfahrungen lassen uns reifen – aus Fehlern und Herausforderungen lernt man bekanntlich mehr, als wenn alles glatt geht.

Wenn es also das allein nicht ist, was macht uns dann zu einem „guten“ Team?

Es sind gerade die unproduktiven Phasen, die den Zusammenhalt stärken. Phasen, in denen wir uns gegenseitig anschauen und jedem „ICH HAB KEINEN BOCK MEHR“ in Großbuchstaben auf die Stirn geschrieben ist. Wenn dann endlich jemand eine Pause vorschlägt, hört man nur noch zustimmendes Grunzen. Gemeinsam durchhalten, gemeinsam etwas bewegen, sich gemeinsam durchbeißen, nicht nur durch gute sondern auch durch anstrengende Phasen – genau das ist es, was das Team zusammenschweißt und Freundschaften entstehen lässt.

Und was noch? Zahlreiche Teamveranstaltungen und Unternehmensbesichtigungen. Im vergangenen Jahr haben wir miteinander gegrillt, in einer Kneipe Weihnachten gefeiert, waren Paintballspielen, bei einem Experience Day der Lufthansa, hatten Presentation Day bei der Telekom und so weiter und so fort. Diese gemeinsamen Erfahrungen waren einfach großartig und wir würden diese Zeit nicht missen wollen. Spaß ist mindestens genauso wichtig wie zusammen zu ackern!

In den letzten Wochen ackern wir, besonders das Präsentationsteam, ganz schön viel. Kurz vor der National Competition nicht mehr nur tagsüber. Während der Nachtschichten sind Thailänder, Italiener, Chinesen, Japaner und nicht selten auch gekühlte Deutsche gerngesehene Gäste. Wenn wir jetzt nun lieber keine Minute länger als nötig mit den anderen Teammitgliedern verbringen würden, könnten wir dann wirklich „gute“ Arbeit leisten? Ich glaube nicht. Nur wenn sich jeder im Team wohl fühlt und voll hinter ihm steht, kann es erfolgreich sein und wie anfangs so salopp gesagt ein „gutes“ Team sein. Hinter dem Punkt Leistung und Spaß zumindest können wir getrost einen großen Haken setzen. Wir freuen uns jetzt schon auf die National Competition 2011 und vor allem: auf die Party danach!

Autoren: Nare Harutyunyan und Julius Watermann

Der Countdown läuft

Kaffeebecher, Fastfood und Kabelsalat tummeln sich auf den Tischen. Als der erste Kopf wieder hinter seinem Laptopbildschirm hervorkommt, ist es bereits 11 Uhr abends: „Wollen wir nicht noch eine Pizza bestellen?“ Blöd, dass die Uhr wieder einmal schneller tickt, als man denkt – gleich schon werden wir aus den Räumlichkeiten der Uni Köln geschmissen.

Aber nein, für uns ist der Tag noch nicht zu Ende. Jetzt geht’s ab in die nächste Kneipe zu einem Feierabend-Kölsch… oder zwei oder drei. Schlaf wird einfach völlig überbewertet. Am nächsten Morgen sitzen wir mit Augenringen auch schon wieder in der nächsten Marketingvorlesung. Und dann geht es auch gleich wieder ans Eingemachte: Die National Competition rückt näher und näher. Bis dahin will die Präsentation, in der wir unsere Projekte des letzten SIFE-Jahres vorstellen, fertiggestellt und bis ins Letzte geprobt sein. 

Neben den eigentlichen Projekten in den jeweiligen Teams, muss sich das Präsentationsteam nun auch um den Text für die Präsentation kümmern: Wie fasst man bloß die Arbeit eines gesamten Jahres in einer 24-minütigen Präsentation zusammen? Abzüglich Intro und Outro bleiben uns sechs Minuten für jedes Projekt. Absolut unmöglich!

Nach einer kurzen Denkblockade rappeln wir uns aber getreu unserer Team-Mission „Make it happen“ wieder auf und machen uns an die Arbeit. In wenigen Tagen steht uns nämlich schon die nächste wichtige Probepräsentation bei der Telekom in Bonn bevor, wo wir sowohl uns als Team, als auch unsere Projekte von der besten Seite zeigen wollen. Aus vorherigen Probepräsentationen wissen wir nämlich, dass nicht immer alles reibungslos verläuft – mal hakt die Technik, mal verpasst jemand seinen Einsatz oder derjenige, der von einer zur nächsten Folie klickt, verharrt zu lange auf einer ganz besonders schönen. Wie es uns dabei ergeht, werden wir euch natürlich berichten.

Und warum tun wir uns diesen Stress überhaupt an?

Mal ganz davon abgesehen, dass wir in dem vergangenen Jahr durch die Projektarbeit und jetzt durch die intensive Arbeit im Präsentationsteam gelernt haben, unsere Softskills und die individuellen Stärken effizienter zu nutzen und strukturierter im Team zu arbeiten, haben wir auch sehr viel Spaß. Das ganze Team versteht sich so gut, dass wir auch nach der Arbeit noch gerne Zeit miteinander verbringen.

So. Genug erzählt, jetzt geht’s wieder an die Präsentation. Drückt uns die Daumen für die National Competition 2011.

Autoren: Nare Harutyunyan & Steven Malbrant

Auf der anderen Seite

Seit zwei Monaten bin ich schon hier. Wie die Zeit vergeht! Kaum hatte die Telekom diese Praktikantenstelle durch den SIFE-Verteiler geschickt, war die Bewerbung auch schon abgeschickt. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen, alles mal von der anderen Seite zu sehen. Und jetzt? Seit Anfang März bin ich Praktikantin bei der Deutschen Telekom und Hauptkoordinatorin der Zusammenarbeit mit SIFE Germany und der Eventagentur „on the rock“.

Für eine Veranstaltung mit über 600 Teilnehmern ist immer was zu tun. Wo sollen die teilnehmenden Unternehmen ihre Give-aways hinschicken, wer übernimmt die Wegeleitung, welche Räume müssen gebucht werden? Ich bin für alle Anfragen zu SIFE die Ansprechpartnerin, gebe Auskunft über die Rolle der Telekom, die als Sponsor Business Advisors für vier deutsche Teams stellt und dieses Jahr die National Competition ausrichtet, sorge dafür, dass alle Raumbestimmungen und Bestuhlungspläne umgesetzt werden und so weiter und so fort.

Zu Beginn des Praktikums war erst einmal eine genauere Einarbeitung ins Thema SIFE Germany angesagt. Obwohl ich ja zum Kölner Team gehöre, wusste ich bei weitem noch nicht alles über SIFE, die Gründung und die Aufgliederung in die einzelnen Länder und Teams. Jetzt kann ich mich schon fast als SIFE-Expertin bezeichnen – das kommt natürlich auch dem Team zu Gute.

Wenn ich nicht gerade im Büro sitze, bin ich meistens bei Meetings. Die Termine im Telekom Forum, der Location der National Competition, finde ich am interessantesten. Als ich das erste Mal dort war, kannte ich nur die Lage- und Raumpläne. Dass das Gebäude so groß und schön sein würde, hatte ich nicht erwartet. Meistens dauern die Treffen, bei denen alle Mitwirkenden das Konzept kennenlernen, immer mindestens eine Stunde länger, als sie angesetzt sind. Mit allen am Tisch wird es erst so richtig produktiv und macht jede Menge Spaß. Vor allem seit unser Caterer Ralph dabei ist und uns rundum versorgt. Das wäre echt auch was für die Kölner Team-Treffen!

Bis jetzt hat alles gut geklappt. Alle Räume, das Essen, die Technik und Specials sind gebucht und fest eingeplant. Ich bin sicher, dass das Ergebnis für alle Teilnehmer unvergesslich wird. Wenn ihr nicht dabei sein könnt, aber schauen wollt, wie alles am Ende zusammenkommt, dann klickt euch doch am 5. Mai ab 18.15 Uhr in unseren Livestream, der hier zu finden sein wird!

Autorin: Anoushka Wunsch

Alles für den einen Moment

Es wird schon langsam Abend und ich sitze noch beim Treffen des EXIT-Teams. Draußen wird es langsam dunkel und ich starre abwechselnd auf meine Uhr und auf die Wolken, die sich vor den Fenstern immer weiter verdichten. In ein paar Minuten muss ich los, denn eigentlich ist heute offiziell erster Drehtag für das Introvideo, das bei der National Competition zu Beginn der Präsentation einen kleinen Überblick über das Team und die Stadt geben soll.

Aber jetzt sieht es danach aus, dass uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen wird. Jede Sekunde erwarte ich eigentlich die ersten Tropfen auf den Scheiben. Vielleicht reicht die Zeit noch gerade so, dass wir vor dem großen Regen noch wenigstens einen Teil von dem umsetzen können, was wir für heute geplant haben.

Dann wird es Zeit für mich. Ich verabschiede mich vom Rest des EXIT-Teams und mache mich eilig auf den Weg, denn als derjenige, der die Kamera hat und alles filmen soll, sollte ich nicht zu spät kommen. Schon nach wenigen Metern auf dem Weg zur Bahn sinkt meine Hoffnung, denn ich muss den Regenschirm aufspannen.
Es steht eine ganze Menge Arbeit auf dem Spiel. Das fünfköpfige Team, dem ich angehöre, hat in mehreren Sitzungen das Konzept aufgebaut und schließlich das Drehbuch geschrieben. An sich ist das „Drehbuch“ aber nicht viel mehr als ein chaotischer Zettel, dem gerade so zu entnehmen ist, welches Motiv wann und wo aufgenommen werden soll – aber wir haben unsere Idee ist ziemlich detailliert ausgearbeit, zumindest in unseren Köpfen.

Ideen suchen, diskutieren, ändern und verwerfen. Kreative Leistungen in der Gruppe sind nicht immer einfach, denn jeder hat ganz eigene Vorstellungen davon, wie unser kleiner Introfilm am Ende aussehen könnte und es hat einige Diskussionen gebraucht, bis ein Konzept gefunden war, von dem alle überzeugt sind. All der Aufwand läuft aber trotzdem ins Leere, wenn Regentropfen auf der Linse die Sicht versperren.

Eins jedoch haben wir bei SIFE bereits gelernt: Improvisationskunst ist eine wichtige Eigenschaft – nicht nur für alle Filmschaffenden, sondern überhaupt. Zum Glück können wir die Szene, in der eines der wichtigsten für Köln typischen Produkte im Mittelpunkt steht, auch drinnen drehen. Und wo lässt sich ein Kölsch besser präsentieren als in einer schönen urigen Kneipe? Die restlichen Motive müssen eben am nächsten Tag nachgeholt werden, wenn hoffentlich wieder die Sonne scheint.

Autor: Daniel Sieberath

Die Mädchen für alles

NC, SME, Pre-Presentation, Regional Table… BWLer und VWLer lieben Abkürzungen und englische Begriffe. Die meisten aus dem SIFE-Team studieren was mit Wirtschaft. Zuerst mussten wir uns durch diesen sprachlichen Dschungel ein wenig durchschlagen, aber schon nach kurzer Zeit waren wir „up to date“.
Das müssen wir auch sein, denn bei den meisten Abkürzungen handelt es sich um Events, an denen unser Team teilnimmt. Wir, das sind Johanna und Elena. Wir studieren im zweiten Semester BWL in Köln und sind seit etwa einem halben Jahr bei SIFE.

Als wir zum Team dazugestoßen sind, kam gleich eine ganze Welle an neuen Mitgliedern mit. Um bei so einer großen Gruppe nicht den Überblick zu verlieren, sind wir seither für die Organisation zuständig.

Organisation ist ein Begriff, der alles und nichts bedeuten kann. Bei uns definitiv eher alles. Oft sind es Kleinigkeiten, wie den passenden Zug und Treffpunkt zu bestimmen oder auch so oft wie möglich Fotos zu schießen. In den letzten Wochen haben wir etwa lauter Doodle-Umfragen erstellt, wenn es darum ging Teamtreffen zu planen oder einfach nur abzuklären, wer bei der Weihnachtsfeier dabei ist. Da kann es dann schon mal passieren, dass wir mit diversen Rundmails die Postfächer der anderen zum Überlaufen bringen.

Unser zweiter großer Aufgabenbereich ist die Öffentlichkeitsarbeit oder wie wir BWLer sagen: die PR. Da wir beide noch keine Profis sind, hat Johanna Anfang April an einem Presseworkshop in Leverkusen teilgenommen. Dort wurden die Pressesprecher der verschiedenen SIFE-Teams aus Deutschland in die Grundlagen der Pressearbeit eingeführt. Mit der SIFENOPER startet unser erstes großes PR-Projekt.  Auch hier stellen wir fest, dass man mit seinen Aufgaben wächst und der Spruch „Learning bei doing“ gar nicht so falsch ist.

Im Hinblick auf die National Competition kümmern wir uns um den Regional Table. Mit diesem muss jedes Team aus Deutschland seine Region vorstellen. Aus Köln werden dieses Jahr drei Teams teilnehmen: das der Fachhochschule, das der Cologne Business School und wir. Damit nicht dreimal ein Tisch zu unserer Stadt aufgestellt wird, machen wir einen gemeinsam. Was genau wir aus der schönen Stadt am Rhein präsentieren werden, erfahrt ihr aber erst kurz vor der National Competition.
Bis dahin haben wir noch einiges zu tun, denn es gibt immer wieder größere oder kleinere Dinge zu regeln – und wenn es nur eine Erinnerungsmail für den nächsten reif-Artikel ist.

Wie ihr seht, sind wir im Grunde „die Mädchen für alles“.

Autoren: Johanna Förster, Elena Hansch

Stress, Spaß und Spirituosen

Teamleiter heißen ist nicht schwer, Teamleiter sein jedoch sehr – das haben auch Dmitry und Julius erfahren müssen. Für die SIFENOPER blicken sie auf das (fast) vergangene SIFE-Jahr zurück.

Dmitry: Julius, ich hab dir doch gesagt: Dieses Jahr wird alles anders.

Julius (ironisch): Ach, so wie letztes Jahr auch schon? Und wie das Jahr davor?

Dmitry: Komm, du weißt, was ich meine. Als wir letztes Jahr zugesagt haben, die neuen Teamleiter zu werden, wussten wir ganz genau worauf wir uns einlassen: Stress, Spaß und Spirituosen.

Julius: Joa, allerdings sind die letzten Wochen vor der National Competition eher Stress als Spirituosen...

Dmitry: Willst du damit sagen, dass jeden Tag von morgens bis abends mit mir und dem Präsentationsteam in unserem Arbeitslager eingesperrt zu sein, kein Spaß ist?

Julius: Es ist vor allem harte Arbeit.

Dmitry: Naja, so lange wir Spirituosen haben ist doch alles gut... (grinst) Außerdem musst du mal bedenken, wo wir Anfang des Jahres standen und wo wir jetzt stehen. Dann musst du zugeben, dass dieses Jahr wirklich anders gelaufen ist. Wir haben unser Team von nur zehn Leuten auf über 30 ausgebaut. Und weil wir dann so viele nicht mehr unter einen Hut bekommen haben, haben wir eine völlig neue Struktur entwickelt: Wir haben Projektleiter, die uns über den Fortschritt unserer Projekte berichten, wir haben ein Organisationsteam, bei denen unsere Terminplanung zusammenläuft, wir haben PR-Verantwortliche, die für Pressearbeit und Außendarstellung zuständig sind. Und ganz nebenbei  haben wir noch zwei ganz neue Projekte initiiert.

Julius: Das hört sich bei dir alles so an, als seien wir total überflüssig geworden. Dabei sind wir in letzter Instanz dafür zuständig, dass alles funktioniert. Wir müssen immer schauen, ob Fristen eingehalten und Aufgaben erledigt werden, und bei falschen Entwicklungen gegensteuern. Letztendlich halten wir für sämtliche Fehler unseren Kopf hin. Wenn etwas schief läuft, das muss man erstmal rechtzeitig erkennen. Dafür hatten wir anfangs alles andere als genug Erfahrung, falls du dich daran erinnerst.

Dmitry: Redest du von unserer ersten Präsentation beim Bayer Inhouse Counsulting?!

Julius: Ja, ich war kein Stück darauf vorbereitet.

Dmitry: Ich weiß, ich war auch nicht betrunken.

Julius (ironisch): Haha, lustig. Du weißt was ich meine, so Außenkontakte zu Unternehmen sind mindestens genau so wichtig, wie die Kontakte innerhalb des Teams.

Dmitry: Ja, da hast du vollkommen Recht. Aber wir schweifen ab, wenn wir wirklich wollen, dass dieses Jahr alles anders wird und wir nicht nur die Final-Runde bei der National Competition erreichen, sondern auch gewinnen wollen, dann sollten wir so langsam  zurück in unser Arbeitslager – und arbeiten...

Autoren: Julius Watermann, Dmitry Smirnov und Mike Bohland

Zurück in die Zukunft

„Knackis? Wieso soll man denen helfen?“ – Das und ähnliches müssen wir uns öfter anhören. Wir, das sind Isabel, Christopher, Cyril, Lisa, Daniel, Carla, Carsten, Max, Plamen, Vugar und ich, Victoria. Hallo! Wir sind das EXIT-Team von SIFE Köln. Was wir machen? Ein Präventionsprojekt. Wir wollen jungen Sträflingen helfen, nach ihrem Gefängnisaufenthalt einen Job zu bekommen und sich im normalen Alltag wieder zurecht zu finden.

Unser Team wird durch Lisa, Vera und Rainer ergänzt. Die drei studieren Pädagogik und arbeiten schon lange mit der Justizvollzugsanstalt Iserlohn zusammen. Bei erlebnispädagogischen Wochenenden bereiten sie jeweils zwölf Insassen auf ein Leben in Straffreiheit vor. Dabei behandeln sie Themen wie Entscheidungsfähigkeit, Impulskontrolle und erwünschte soziale Verhaltensweisen.

Ein Alumni der Uni Köln hatte uns auf die drei aufmerksam gemacht und schon beim ersten Treffen saßen wir in gemütlichen Sesseln eines Cafés, schlürften Kaffee und waren uns direkt sympathisch. Im Handumdrehen war der Verein EXIT – Enter Life e.V. gegründet, der die Arbeit mit den inhaftierten Jugendlichen langfristig ermöglichen soll.

Jetzt heißt es planen und organisieren. In den kommenden Wochen werden wir Lisa, Vera und Rainer über Vereinsbuchführung, die Wahl der richtigen Versicherung und Systeme zur Dokumentation informieren. Für alle Aufgaben, die die Vereinsgründung betreffen, sind Isabell und Carsten verantwortlich. Und Lisa ist aktuell dabei, Sponsoren zu finden. Dazu haben wir eine vierseitige Broschüre entworfen, die potenzielle Förderer über das Projekt informieren soll. Außerdem entwerfen wir gerade ein Marketingkonzept.

Ganz schön viel zu tun! Und trotzdem nicht genug. Wir planen nämlich außerdem ein Bewerbungstraining mit ein paar jungen Sträflingen im Arrest Remscheid, um sie auf die bevorstehende Jobsuche vorzubereiten. Dafür sind vor allem Christopher, Cyril, Lisa, Daniel, Carla, Plamen, Vugar, Isabel und ich verantwortlich.

Weil wir noch nicht wissen, welche Jugendlichen genau am Training teilnehmen werden, legen wir großen Wert auf die Ausarbeitung eines universellen Bewerbungstrainings. Deshalb findet man uns ziemlich häufig die Köpfe zusammengesteckt in den Seminarräumen unserer Uni. Klar ist: Die Schulung soll möglichst interaktiv, abwechslungsreich und interessant gestaltet werden. Wir wollen die Jugendlichen ja bei Laune halten, damit sie sich beteiligen und auch wirklich was lernen. Bei unserem letzten Treffen etwa haben wir uns überlegt, das Training mit einem Kennenlernspiel zu beginnen. Damit machen wir uns gegenseitig bekannt, aber können auch anfängliche Scheu auf beiden Seiten leichter überwinden.

Danach werden wir einige Ausbildungsberufe vorstellen. Aber natürlich kein Frontalunterricht! Wir teilen verschiedene Ausbildungsberufe wie etwa Lagerist, Altenpfleger oder Informatiker und verschiedene Eigenschaften aus. Diese sollen einander in interaktiven Diskussionen zugeteilt werden. Lageristen etwa müssen koordinieren können, wohingegen Altenpfleger besonders freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit sein sollten. Als Informatiker ist es wichtig, dass man teamfähig ist und gute Mathematik-, Informatik- und Englischkenntnisse hat. Dieses Spiel soll den Jugendlichen helfen, über ihre eigenen Stärken und Schwächen nachzudenken und sich in den Eigenschaften der Ausbildungsberufe wiederzufinden. Später stellen wir dann noch ein Vorstellungsgespräch nach, um den Jugendlichen positives und negatives Bewerberverhalten aufzuzeigen, und besprechen und verbessern mit ihnen ihre Lebensläufe und Bewerbungsanschreiben.

Unser Thema ist kein einfaches. Das merken wir immer wieder. Selbst bei unseren eigenen Team-Treffen kommen ständig Zweifel auf: Ob der Workshop nicht zu langweilig wird? Ob es den Jugendlichen wirklich etwas bringt? Wir kennen die Jugendlichen, für die wir das Training erstellen, ja schließlich nicht. Wissen also nichts über ihre Vorkenntnisse oder wie sie am besten lernen. Vielleicht haben manche ja auch schon eine Ausbildung gemacht. Einfach ist es also nicht, ein universelles Konzept zu erstellen, das allen Spaß macht und allen was bringt.

Zum Glück haben wir unsere University Advisorin Sarah. Sie ist die Ansprechpartnerin für Studenten an der Uni Köln und hat viel Erfahrung mit der Arbeit mit jungen Menschen. Von ihr haben wir schon viele wertvolle Tipps bekommen, etwa dass wir das Training möglichst spielerisch und interaktiv gestalten. Das macht es gleichzeitig auch für uns spannender.

Wahrscheinlich findet das erste Bewerbungstraining schon in den nächsten Wochen statt und wir sind schon sehr gespannt. Wir werden sehen und halten euch natürlich auf dem Laufenden. Bis jetzt macht EXIT auf alle Fälle jede Menge Spaß!

Auf unserer Homepage könnt ihr übrigens mehr über uns erfahren.

Autorin: Victoria Wischmann

Bio 2.0

Das erste Mal haben wir Christian Schmitt im Sommer 2010 getroffen. Wir waren auf einer Gründungsmesse bei uns an der Kölner Uni. Die National Competition war gerade vorbei und das neue SIFE-Jahr hatte angefangen. Wir waren also auf Projektjagd und suchten nach guten Ideen. Nach diesem Treffen wussten wir noch nicht besonders viel, aber eines war klar: Wir machen ein Projekt mit Christian Schmitt.

Aber fangen wir vorne an: Was hatte uns so überzeugt und wer ist eigentlich Christian Schmitt?

Christian Schmitt ist Informatiker und einer der Gründer des Unternehmens Social2, das sein Können und Wissen für soziale Zwecke einsetzt und Bewusstsein für nachhaltiges Wirtschaften schaffen will. Da genau das auch der SIFE-Gedanke ist, waren wir an einer Partnerschaft natürlich sehr interessiert.

Im ersten Treffen mit Social2 haben wir der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Eine der ersten Ideen: Wir wollten die AIDA für Werbezwecke chartern. Manchmal muss man allerdings einen Schritt zurück machen, um zwei nach vorne gehen zu können. Also erst mal etwas aufbauen, wofür es sich zu werben lohnt.

Uns war bereits aufgefallen, dass es sehr viele, oft sehr kleine Unternehmen gibt, die zwar unglaublich coole, nachhaltig hergestellte Produkte anbieten, aber Probleme haben, Kunden zu erreichen. Das sind etwa Produkte wie Laptoptaschen aus wiederverwendeten Uniformen, Möbel, die aus recycelten Straßenschildern gefertigt sind, Deko-Artikel aus Schallplatten und unendlich mehr. Auf der anderen Seite gibt es dann auch viele Leute, die nicht nur irgendein Produkt kaufen wollen, sondern sich sicher sein möchten, dass sie mit dem Kauf auch eine faire und umweltfreundliche Produktion unterstützen. Da wollten wir ansetzen.

Also haben wir uns mit unserem neuen Kooperationspartner und seinem Team zusammengesetzt und eine, wie wir finden, wirklich tolle Idee entwickelt: Wir wollten eine Online-Plattform schaffen, die in Form eines Lifestyle-Magazins Produkte direkt mit ihrer Entstehungsgeschichte und ihrer Herkunft vorstellt. Das Wichtigste dabei ist, dass diese Produkte fair und umweltfreundlich wie zum Beispiel durch Recycling von Materialien hergestellt werden und dass der Kunde dies auch weiß.

Mit dieser Website schaffen wir die Möglichkeit für fair handelnde Unternehmen, durch gemeinsames Auftreten größere Aufmerksamkeit zu bekommen und so noch mehr zu verkaufen. Das Konzept zeigt also den Kunden, wie viele tolle Produkte es gibt, die nicht nur gut aussehen, sondern auch ein Beitrag zu einer nachhaltigeren Wirtschaft sind.

Das alleine war uns aber zu wenig. Wir wollen darüber hinaus noch einen größeren sozialen Beitrag leisten. Mit Christian und seinem Team haben wir also entschlossen, mit Gewinnen, die wir über die Plattform erzielen, selbst soziale Projekte in Entwicklungsländern zu starten. So soll das erste verdiente Geld in den Aufbau von Ausbildungszentren in der Dominikanischen Republik fließen. Dafür hat Social² dort bereits Kooperationspartner gewonnen.

Und unsere Plattform? „Living Responsible“ wird demnächst online gehen. Ihr könnt gespannt sein!

Autoren: Julius Watermann und Dmitry Smirnov

Köln Kalk(t) nicht

Als mein Teamchef angefragt hat, ob ich für reif-magazin.de schreiben könnte, habe ich erstmal dankend abgelehnt, weil ich dachte, ich wäre der Aufgabe nicht gewachsen. Aber als er sagte, dass es ihm schwer falle, den Sexappeal und das Charisma zu finden, das unser Team und reif ausmache, willigte ich unter zwei Bedingungen ein. Erstens, er muss mir ein Kölsch ausgeben. Zweitens und viel wichtiger, sollte er bei der Telekom anfragen, ob die mich von meiner nächsten Handyrechnung befreien können, da diese sich vermutlich erneut im hohen zweistelligen Bereich befinden dürfte. Das ist natürlich keiner 0190er-Nummer geschuldet, sondern einzig und allein der ganzen organisatorischen Arbeit, die so ein SIFE-Projekt mit sich bringt.

Bei unserem Projekt „Rheinpass“ muss nämlich abgestimmt werden, wer die Marktanalyse durchführt, wer das Finanzkonzept erstellt, wer die Termine und Absprachen mit unseren Partnern vereinbart und, und, und. Dafür habe ich zehn Teammitglieder an meiner Seite, die gespannt auf Anweisungen von mir warten, was als nächstes ansteht.

Besonders wichtig ist dabei natürlich immer die Frage, wer als nächstes nach Köln Kalk fährt, um die kommenden Workshops durchzuführen. Wenn man in den Nachrichten mal etwas über Kalk oder Mühlheim hört, dann geht es meistens nur um Diebstahl und Körperverletzung. Was man nicht hört, das ist, wie Roberto, Joaquim und die anderen Jungs bei uns Fußball spielen und Fußball spielen lassen.

Diese Jungs besuchen alle die achte Klasse einer Hauptschule hier in Köln Kalk und haben alle einen gemeinsamen Berufswunsch: Fußballstar. Deswegen findet man sie auch meistens in einer Sporthalle, in der die Liga „köln kickt“ stattfindet. Wenn sie gerade mal nicht dort spielen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie mit uns zusammensitzen und lernen, wie man so ein Turnier durchführt, wie man einen Lebenslauf schreibt, oder sie bringen uns bei, wie der neuste Trick von Christiano Ronaldo geht, ohne sich dabei die Beine zu brechen.

Die Idee ist zwar nicht, die Jungs demnächst an Real Madrid oder Barcelona zu vermitteln, aber wir wollen sie von der Straße holen und sie spielend auf das anstehende Berufsleben vorbereiten. Dafür haben wir zusammen mit unserem Partner Rheinflanke das Team „Rheinpass“ ins Leben gerufen, in dem sich Jugendliche zusammenfinden, die selber Turniere organisieren. Dazu vermieten wir unseren mobiler Soccer-Käfig an Schulen, Unternehmen und Straßenfeste. Alle Aufgaben die dabei anfallen, übernehmen unsere zukünftigen Fußballprofis. Vom Schiedsrichter und Streitschlichter bis zum Verkäufer in unserem Gesundheitsmobil, das über gesunde Ernährung aufklärt und gesunde Snacks anbietet, können die Jungs das ganze Turnier alleine regeln und lernen so, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen.

Natürlich sind sich unsere Jungs bewusst, dass es ein weiter Weg ist, bei einem großen Verein Fußball zu spielen, aber sie wissen auch, dass der Weg zu einem normalen Beruf dank ihres Engagements im Rheinpass-Projekt immer kürzer wird. Joaquim hat auch schon eine Alternative parat: „Wenn ich nicht Fußballstar sein kann, dann werde ich halt Sozialarbeiter.“

Falls dann aber doch einer von ihnen nach Real oder Barca gehen sollte, dann kann er vielleicht meine Handyrechnung begleichen?!

 

Autor: Mike Bohland