SMS von Juli

Über Birnen, Fernsehserien und Handyhüllen. Wir lassen uns von Promis ihre SMS zeigen. Diesmal: Gitarrist Simon Triebel von Juli.

> An Robin: Darf ich die Birne essen? Biiiiiiiiiiittttttteee! Ich kann nicht mehr lange widerstehen! ;)

reif: Was war denn da los, bist du so ein großer Obst-Fan?


Simon: Eigentlich ja. Robin ist mein Studiokollege und ernährt sich sehr gesund. Als ich ihm diese SMS schrieb, hatte ich den ganzen Tag im Studio gearbeitet und neben mir lag diese Bio-Birne... Ich musste sie immer angucken und denken: „Soll ich sie essen? Oder nicht?“ Weil ich sie Robin nicht wegnehmen wollte, habe ich nachgefragt. Und ja, ich durfte sie dann essen!


reif: Und du ernährst dich sonst auch gesund?


Simon: Ich versuch das auf jeden Fall, zum Beispiel nicht so viel Fleisch zu essen. Bin aber kein Vegetarier. Noch nicht!


reif: Aha, das ist in Planung?


Simon: Ich denke da häufig drüber nach. Aber die Macht der Gewohnheit ist leider oft zu groß.


Foto: Tony Haupt

> An Oleg: Cool! Du kannst auch mitgucken... Ist nicht chronologisch... Wir haben Bier...

reif: Was hat Oleg denn zu sehen gekriegt?


Simon: Vor ein paar Tagen hatte ich Besuch und wir haben abends ein paar Serien geguckt. Am liebsten schaue ich gerade „How I met your Mother“ und „Entourage“, die sind sehr gut. Oleg ist mein Nachbar und hat mich gefragt, was ich so mache und da hab ich ihn eingeladen.


reif: Dein perfekter Samstagabend besteht also am ehesten aus einer gemütlichen Couch, Bier und Serien?


Simon: Definitiv! Ich merke gerade, wie es mich von Jahr zu Jahr mehr stört, wenn ich abends weg bin und die Musik im Hintergrund so laut ist. Da kriege ich wirklich die Krise. Ich unterhalte mich einfach lieber als dass ich irgendwie beschallt werde. Und wenn, dann will ich tanzen - und nicht reden.


Foto: Tony Haupt

> An Jörg: Hi Jörg, ruf doch mal durch, wenn du Zeit hast. Hab ne Tech Frage zum C2. Lg Simon Tricks

reif: Meinst du das Auto? Oder wer oder was ist dein C2?


Simon: Ach, es gibt ein Auto, das C2 heißt? Nee, mein C2 ist ein Stimmenkompressor, ein Studiogerät. Und das war eine SMS an unseren Engineer Jörg. Ich kauf mir immer Geräte, die ich nicht verstehe, und muss ihn dann fragen, wie sie funktionieren.


reif: Das heißt, technische Spielereien sind dir schon wichtig?


Simon: Naja, in Sachen Studioequipment schon. Jedes Bandmitglied hat ja mittlerweile auch sein eigenes Studio und da braucht man natürlich ein paar Geräte, damit es nicht ganz so schäbig aussieht. Ansonsten bin ich nicht so technikaffin, ich habe eine Playstation, da hört's dann auch schon auf. Die benutze ich auch ganz selten.


Foto: Tony Haupt

> An Jozo: Wo bist du?

reif: Wo war Jozu denn?


Simon: Jozu ist mein bester Freund und ich habe ihn mit auf eine Party genommen, die 1LIVE Krone, eine Preisverleihung. Die SMS hab ich ungefähr um 4 Uhr morgens geschickt – wir hatten uns verloren und haben mindestens 20 Minuten gebraucht, um uns wiederzufinden. Meistens bekommt man dann noch solche SMS zurück wie „am Redbull-Stand“, das ist dann doch sehr vage.


reif: Hast du generell einen guten Orientierungssinn?


Simon: Nö. Auf Festivals und Konzerten haben wir einen Tourmanager dabei. Und überall, wo man Schilder hinhängen kann, hängt er Schilder für uns hin, auf denen steht, wo was ist.


Foto: Tony Haupt

> An Marcel: Hinten oben rechts...

reif: Was für eine Richtungsanweisung ist das denn? Oder geht es um Dehnübungen?


Simon: Also, Marcel ist unser Schlagzeuger und wir treffen uns oft in Hamburg im „Knuth“ zum Frühstücken. Das Doofe bei diesem Laden ist, es gibt hinten so eine Ecke, wo man nicht gesehen wird. Und es kam schon öfter vor, dass wir uns zur gleichen Zeit in diesem Café befanden und beide aufeinander gewartet haben und uns einfach nicht sehen konnten. Deswegen hab ich ihm die SMS geschrieben.


reif: Ihr als Band macht also auch privat viel zusammen?


Simon: Ab und zu, ja. Wir sind ja sehr lange zusammen unterwegs und wenn man dann nach drei Wochen nach Hause kommt, hat man nicht das Bedürfnis, die anderen sofort anzurufen und zu sagen „Komm, wir gehen heute Abend einen trinken“. Aber ab und an passiert das schon.


Foto: Tony Haupt

> An Arne: Es bleibt bei den Layouts. Müssten dann Mittwoch online gehen... Braucht ihr die Daten sofort?

reif: Wäre Grafiker eine Berufsalternative für dich?


Simon: Ja, das war früher mal ein Plan von mir, aber der wurde dann zum Glück von der Musik durchkreuzt. Grafiker wäre also mein Plan B gewesen. Als ich diese SMS geschickt habe, war es aber so, dass wir für unsere Tour, die im April startet, Tickets gedruckt haben. Und dafür mussten die Layouts abgesegnet werden.


reif: Und wie viel Einfluss hast du so auf die Juli-PR?


Simon: Wir nehmen da alle Einfluss drauf, haben auch immer engen Kontakt zu unserer Managerin Mira, was das angeht. Und es geht eigentlich alles über unseren Tisch, was Promo betrifft. Wir segnen also alles ab, oder eben auch nicht.


reif: Und in Sachen „Braucht ihr die Daten sofort?“: Bist du eher jemand, der Sachen gerne vor sich herschiebt? Oder warst du ein Musterschüler?


Simon: Ich war eher unauffällig, der totale Durchschnittsschüler, in allem. Durchschnittlich schlecht, durchschnittlich gut, durchschnittlich nett, durchschnittlich... Das könnte man ewig so weitermachen, glaub ich.


Foto: Tony Haupt

> An Hagen: link link liiiiiink!

reif: Wohin führt denn der mysteriöse Link?


Simon: Unser Videoregisseur Hagen Decker hatte mir Bescheid gesagt, dass der Videoschnitt von „Immer wenn es dunkel wird“ fertig ist. Und ich saß dann vorm Computer, bestimmt 20 Minuten lang, und der Link zu dem fertigen Video kam nicht! Und da hab ich ihn dann mal ein bisschen geärgert.


reif: Ist das für dich immer noch etwas besonderes: ein Videodreh, ein Interview, ein Auftritt? Oder einfach ein normaler Arbeitstag?


Simon: Nee, das ist schon was besonderes, auf jeden Fall. Gerade Videodrehs sind sehr spannend, all die Leute, die um einen herum wuseln! Man trifft sich ja auch im Vorfeld schon mit dem Regisseur und spricht über Ideen. Danach ist man natürlich gespannt, wie die Ideen umgesetzt wurden, ob man die gleiche Sprache gesprochen hat oder nicht.


reif: Und wie oft verschickst du sonst so Links per SMS? Wie vernetzt und aktiv bist du in Sachen Internet?


Simon: Ich glaub, ich war der letzte Mensch, der noch nicht bei Facebook war. Vor kurzem habe ich mich jetzt doch dort angemeldet. Es ist mir aber nicht wirklich wichtig, dort viele Freunde zu haben, ich nehme wirklich nur ganz, ganz enge Freunde an und halte das in Grenzen.


reif: Also du bist auch niemand, der unendlich viel Zeit online verplempert?


Simon: Manchmal schon, gerade was Studioequipment angeht. Da liest man dann doch mehr, als man vielleicht sollte. Aber das ist ja dann auch schon wieder ein bisschen beruflich.


Foto: Tony Haupt

> An Bosse: Alter, wie geht es dir?

reif: Kannst du deinen Gemütszustand immer in 160 Zeichen ausdrücken?


Simon: Naja, in dem Fall war es so, dass ich eigentlich mit Bosse verabredet war und er mir dann absagt hat, weil er sich die Weisheitszähne ziehen lassen musste. Darauf zielte auch die SMS ab.


reif: Und wie ging's ihm nun?


Simon: Er hat erst mal drei Tage lang nicht geantwortet, weil's ihm wirklich so schlecht ging und rief dann irgendwann an: „Hey, sorry, ich konnte nicht“.


reif: Schaffst du es - neben Touren, Videodrehs und dem ganzen Rummel - trotzdem noch mit alten Freunden Kontakt zu halten?


Simon: Auf jeden Fall, alles andere wäre ja traurig! Ich lebe jetzt in Hamburg, meine ganzen alten Freunde sind über Deutschland verteilt. Ich sehe die schon noch ein paarmal im Jahr und wir telefonieren auch regelmäßig, aber es ist natürlich nicht mehr ganz so eng, wie wenn man in der gleichen Stadt wohnt. Aber ich habe definitiv eine Hand voll sehr, sehr guter alter Freunde, die auch immer die besten Freunde sein werden.


reif: Du bist Songwriter – schreibst du auch sonst viel? Briefe, E-Mails, SMS?


Simon: Nein, ich rufe eher an. Und schreibe ganz, ganz ungern Briefe, weil das so anstrengend ist. Auch wenn ich im Studio schnell mal einen Liedtext abschreiben muss, weil der Drucker nicht geht, merke ich erst mal nach vier Zeilen, wie selten ich schreibe, wie ungewohnt das ist.


Foto: Tony Haupt

> An Mira: Sorry, bin im bus.

reif: Wohin ging die Reise?


Simon: Ganz unspektakulär: Es regnete und ich kam gerade aus dem Studio. Ich habe kein Auto und fahre normalerweise immer Fahrrad, aber so stieg ich eben in den Linienbus. Ich war gerade am telefonieren mit Mira, unserer Managerin, da stand ich plötzlich vor dem Busfahrer und musste zahlen. Der guckte mich schon so böse an und da musste ich schnell auflegen.


reif: Also, normalerweise lässt man Frauen ja nicht warten.


Simon: Nein, aber Busfahrer können noch böser werden als Frauen. Ist wirklich so!


reif: Und im Umkehrschluss, was zieht immer beim andern Geschlecht?


Simon: Komplimente.


reif: Immer?


Simon: Oft.


Foto: Tony Haupt

> An Anke: Es lebe maschinengefertigtes Plastik mit Gummiüberzug in Holzoptik;)

reif: Zum Schluss kommt meine Lieblings-SMS, mit der ich aber leider überhaupt nichts anfangen konnte. Was für eine Umschreibung ist das denn?!


Simon: Also das Ding war, ich wollte nie eine Handyhülle haben. Dann habe ich aber vor ein paar Woche bei Anke, einer Freundin, eine tolle entdeckt. Aus Walnussholz! Also hab ich sie mir bei Ebay bestellt – und nach zwei Tagen war sie kaputt.


reif: Ohje, und dann?


Simon: Dann hab ich sie wieder bestellt und wieder war sie nach drei Tagen kaputt. Also habe ich Anke gesimst und festgestellt, dass es ihr genauso ging. Jetzt lasse ich mein Handy wieder ohne Hülle.


Foto: Tony Haupt

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