SMS von Revolverheld

Über Atomausstieg, Anmachsprüche und Achterbahn fahren: Wir lassen uns von Promis ihre SMS zeigen. Diesmal: Sänger Johannes Strate von Revolverheld.

> An Patrick: Beim HNO-Arzt. Stimme weg!

reif: Klingt ja gar nicht gut...


Johannes: Genau. Wir waren auf Tour und alle krank und grippig. In Lüneburg mussten wir das Konzert abbrechen, dann bin ich nach Hause gefahren, hab mich ins Bett gelegt und war am nächsten Tag beim Arzt.


reif: Magst du deine Stimme?


Johannes: Ja, klar. Wenn man so lange singt wie ich, dann gewöhnt man sich auch dran, sich selbst dabei zuzuhören. Im Radio klingt das ja ziemlich anders als bei mir im Kopf. Klar, mit 15 war das schon strange. Mittlerweile weiß ich aber auch, was bei mir gut klingt und was nicht.


reif: Was denn nicht?


Johannes (schmunzelt): Ahh scheiße. Ja, ich glaube... überpowert klingt‘s nicht gut.


Foto: Maren Wohlers

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> An Ilja: Ein Grund mehr heute Abend in Bremen ein Fass aufzumachen. Prost.

reif: Was gab‘s zu feiern?


Johannes: Ich komme ursprünglich aus Bremen, hab da viele alte Freunde. Auf Tour haben wir dort gespielt, da lade ich natürlich alle ein und geh feiern. Der Grund: ausverkaufte Halle.


reif: Weswegen machst du im negativen Sinn ein Fass auf?


Johannes: Prinzipiell gibt’s viele fürchterliche Sachen auf der Welt, über die man sich aufregen kann. Mich ärgert, dass die Atomlaufzeiten einfach verlängert werden, ohne dass darüber richtig diskutiert wird. Dann wird noch schnell ein Gesetz gemauschelt, damit es dabei bleibt, auch wenn die Regierung wechselt. Das ist kriminell.


reif: Was machst du dagegen? Demonstrieren?


Johannes: Nee, Demonstrieren halte ich nicht zwingend für den richtigen Weg. Ich spreche drüber. Zum Beispiel jetzt. Wenn man wirklich was dagegen unternehmen will, muss man Jura studieren und versuchen, in die Politik zu gehen.


Foto: Maren Wohlers

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> An Philipp: Flo macht immer so einen Quatsch.

reif: Was für Quatsch?


Johannes: Unser Bassist Flo muss immer alles ausprobieren. Da haben wir uns gedacht: Schmeißen wir den doch mal mit Fallschirm aus dem Flugzeug – und haben ihm das zum Geburtstag geschenkt. Ohne mit der Wimper zu zucken meinte er „super“ und ist dann echt runter gesprungen. Schon krass.


reif: Und du findest, dass das Quatsch ist?


Johannes: Ich würde es nicht machen.


reif: Bist du ein Langweiler?


Johannes: Nee, aber so einen... Quatsch mache ich nicht. Ich habe fürchterliche Schwerelosigkeitsangst. Ich fahre nicht mal Achterbahn. Man muss sich nicht ohne Grund in Gefahr begeben. Und ich erschrecke mich auch nicht gerne. Irgendwann bleibt dann mal das Herz stehen.


Foto: Maren Wohlers

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> an Kris: 3 Uhr ist Buscall.

reif: Buscall?


Johannes: Klassiker. Nach den Konzerten gehen wir noch feiern. Dann ist die wichtigste Information, wann wir weiter fahren. Hier hieß das: Drei Uhr musst du da sein, sonst fahren wir ohne dich ab.


reif: Würdet ihr das zulassen?


Johannes: Im Zweifelsfall merkst du‘s gar nicht. Der Busfahrer denkt: Licht ist aus, alle liegen in ihren Betten – und fährt einfach los...


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> An André: Such schon mal ne DVD raus.

reif: Weißt du, was im Jugendslang „Komm, wir machen einen Filmabend“ bedeutet?


Johannes: Nee – obwohl ich Germanistik studiert habe und mal ein Seminar über Jugendsprache hatte.


reif: Na, wenn du ein Mädel fragst „DVD gucken?“ Zwinker, zwinker...


Johannes (muss lachen): Ach so, dass man die Alte ins Bett kriegen will? Das hätte ich nicht gesagt, das wäre mir viel zu langweilig gewesen. Ich hätte eher gesagt, lass uns doch mal einen trinken gehen. Was passiert, ergibt sich dann. Oder eben nicht. Ich würde sagen, die Uni ist der ideale Ort, wenn man Menschen... (stockt kurz und sucht nach einer eleganteren Ausdrucksweise) kennen lernen will.


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> an Anna: Weg mit dem Schnee!

reif: Wer ist Anna?


Johannes: Meine Freundin.


reif: Und was war mit dem Schnee los?


Johannes: Nervt mich total, ich hasse Winter. Mein langfristiger Plan ist, von Ende November bist Anfang Februar einfach irgendwo anders zu sein, wo es warm ist. Als Musiker ist man ja nicht so ortsgebunden.


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> an Jakob: Heute ist Fussi-Gucken angesagt.

reif: Machst du Sport?


Johannes: Ich spiele Golf und Volleyball und gehe joggen. Fußball spielen wir auch manchmal. Aber da bin ich schlecht.


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> an Tobi: Meeeega Platte, Alter!

reif: Deine Lieblingsband?


Johannes: Pearl Jam. Aber die Platte, die ich da meinte, war so ein Live-Ding von Sting. Höre ich immer beim Joggen.


reif: Worum machst du dir ‘ne Platte?


Johannes: Über das Rauchergesetz. Ich bin Nichtraucher. Da geht’s um Gesundheit, um Menschenleben. Rauchen sollte einfach in geschlossenen Räumen verboten sein. Deswegen unterstützen wir auch so eine Kampagne für Schüler: www.nichtrauchen-ist-cool.de.


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> an Dannie: Ja, kann man echt ma einladen.

reif: Wen könnt ihr echt mal einladen?


Johannes: Ari Hest aus New York. Zu einem sozialen Projekt: www.feelslikehome.org. Da laden wir immer Singer/Songerwriter aus der ganzen Welt ein, hierher zu kommen und ein Konzert zu spielen. Das kombinieren wir mit Kurzlesungen. Alle Erlöse fließen in einen guten Zweck.


Foto: Maren Wohlers

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> an Sascha: War ne spitzenmäßige Show gestern.

reif: Schreibst du auch, wenn‘s mal nicht so toll war?


Johannes: Dann würde ich unserem Manager Sascha schreiben: „War eher mäßig“.


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Tourdaten

Im April spielen Revolverheld in folgenden Städten:


# am 7. April in Aschaffenburg


# am 8. April in Worms


# am 9. April in Wuppertal


# am 10. April in Wilhelsmhaven


Alle weiteren Tourdaten und mehr Infos zur Band gibt es auf www.revolverheld.info

Album gewinnen

reif verlost 3 signierte Ausgaben vom aktuellen Revolverheld-Album "In Farbe".


Hier kannst du an dem Gewinnspiel teilnehmen.