
Wir lieben sie, wir hassen sie – sie sind Teil unseres lebens: Geschwister. reif hat mit Drei sehr unterschiedlichen Geschwisterpaaren ein Spiel gespielt: sie mussten auf die gleichen Fragen antworten, ohne zu sehen, was der andere denkt.
17 ❒ streitet ihr euch oft? beide antworten mit „selten“. halil: also, mit dir streite ich mich kaum, oder? akin: nur mal wegen was ganz Kleinem. halil: wenn du zu lange am laptop sitzt und kaum was für die schule machst… akin: Das ist normal in meinem alter! halil: … und ganz wichtig: wenn du meine Klamotten anziehst und ich plötzlich nichts mehr zum anziehen habe. weißt du noch neulich? ich war sehr, sehr groß einkaufen, und nach drei tagen hatte ich nichts neues mehr im schrank. weil du schon alles getra- gen hattest und jeden tag zwei outfits in die wäsche geworfen hast. akin: Das ist auch normal. Du musst doch mein vorbild sein. und du verdienst geld, also kannst du dir auch immer viel kaufen. ❒ vertragt ihr euch nach einem streit schnell wieder? Die brüder sind sich einig: „meistens“. halil: meistens, genau. wenn ich dich anschreie – also ich schrei dich ja nicht oft an, aber wenn ich dich mal anschreie –, dann ist ja immer nach wenigen minuten alles okay, und ich ruf dich wieder zu mir. akin: Ja, weil ich dir was holen soll oder so. oder wenn ich was machen soll. aber so ist das halt als kleiner bruder... ❒ haltet ihr gegenüber euren eltern zusammen? offensichtlich können die beiden sich auf- einander verlassen – zumindest: „meistens“. halil: ehm, also es ist ja meistens so, dass ich versuche dich zu schützen, sag ich mal so. wenn du abends mal länger weg willst und eigentlich nicht darfst, sag ich immer, dass ich auf dich aufpassen werde oder dass da nichts passieren kann. akin: und wenn du mal später nach Hause kommst als du solltest, dann sag ich auch immer, dass du mir bescheid gegeben hast und ich vergessen habe, das unseren eltern zu sagen. Damit du keinen ärger bekommst. zumindest war das früher so, als du dich noch mehr mit ihnen gestritten hast. ich steh eben immer zu dir – auch wenn ich weiß, dass du eigentlich unrecht hast. (beide lachen) ❒ vertraut ihr euch geheimnisse an? beide brüder antworten mit „meistens“. akin: ich sag mal so: bei problemen, die du schon hattest oder die halt jeder Junge mal hat, da komme ich oft zu dir und erzähl dir dann alles, damit du mir helfen kannst. halil: Du meinst, was Frauen angeht. (lacht) akin: Ja, bei Frauen auch. halil: und wenn ich zum beispiel mal scheiße gebaut habe, und ich weiß, dass das irgendwann raus kommen wird, dann erzähle ich dir das auch immer, damit du, wenn es drauf ankommt, auch zu mir stehst und mich unterstützen kannst. ❒ Telefoniert ihr oft, wenn einer von euch mal länger weg ist? Halil kann sich nicht entscheiden und hält beide schilder hoch: „meistens“ und „selten“. akin antwortet mit „meistens“. halil: es kommt drauf an. wenn ich mal länger weg bin, ruf ich euch eigentlich jeden abend an und frag dich, wie es dir geht, was die schule macht und dein Fußballtraining. nur wenn ich abends mal weg bin, schläfst du oft schon. na gut, wenn ich zu viel getrunken hab, dann ruf ich dich trotzdem an und frag, wo meine schlüssel sind. akin: ich hab jetzt an das beispiel gedacht, als du dieses Jahr vier wochen in der türkei warst, um unsere verwandten dort zu besu- chen. Da hast du dich ja fast jeden abend gemeldet und immer gefragt, ob alles klar ist. Das war ja auch das erste mal, dass du so lange weg warst. ❒ seid ihr skeptisch, wenn einer von euch ein mädchen nach hause mitbringt? wieder antworten Halil und akin gleich – diesmal mit „selten“. halil: eigentlich schwer zu sagen, bei dir. ich hab noch nie erlebt, dass du ein mädchen mit nach Hause gebracht hast. akin: ich hab dagegen schon viele gesehen. aber ich empfinde die eigentlich mehr als normale Freunde. halil: ich bringe ja auch nur Freunde mit, keine richtig feste Freundin. ich denke, das braucht einfach zeit, auch mit dem Kennen- lernen mit den eltern und all das. akin: ich warte noch etwas ab und guck mir bei dir mal noch ein bisschen was ab, was die sache angeht. (lacht) 6 2 3 4 5 6 7