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reif - Das Jugendmagazin Heft 3

trampolin 17 Fast zeitgleich verlassen Helen und Carina die Umkleidekabine der Sporthalle in der Nähe von Mainz – und sofort beginnt die Diskussion. Carina: Schach ist doch kein Sport. Das ist keine körperliche Aktivität. Helen: Naja, es ist schon Sport, Denksport eben. Man kann sich dafür sogar dopen! Bei größeren Turnieren wird das auch kontrolliert. Es wird ernst: auf zu den Trampolins. Helen: Beim ersten und einzigen Mal, als ich auf einem so großen Tram- polin stand, war ich noch ein Kind. Wir waren im Freizeitpark. Ich hatte echt Angst. Hast du dich beim Springen schon mal verletzt? Carina: Das Schlimmste war Nasenbluten. Da bin ich mit voller Wucht mit meinem Knie an die Nase gestoßen. Nur halb so schlimm. Helen grinst: Siehst du – ich habe mich beim Schach noch nie verletzt. Carina nimmt Helen an der Hand, sie wippen auf und ab. Dann macht Carina ein paar Sprünge vor. Carina: Kinder fangen meistens mit Hocke, Grätsche und Bücke an. Das ist so ziemlich das Einfachste. Helen: Das sieht aber alles andere als einfach aus. Carina grinst: Es gibt auch Bauch, Salto und Spagat. Bei uns heißt es: So hoch wie’s geht und so schön wie’s geht. Am besten suchst du dir einen Fixpunkt irgendwo an der Wand, auf den du dich konzentrierst. Dann stehst du stabiler. Komm, wir tauschen mal. Carina setzt sich an den Rand. Helen wippt hoch und runter, fixiert einen Punkt an der Hallenwand. Dann will sie sich beim Springen hinsetzen – und landet auf dem Bauch. Sofort steht sie wieder auf. Carina: Versuch es mal mit einer Grätsche. So, wie du dich sicher fühlst. Helen: Ich fühle mich schon jetzt nicht sicher! Doch langsam traut sich die Schachspielerin. Hocke und Grätsche werden immer ansehnlicher und es macht ihr sogar Spaß. Carina lacht: Prima. Wie wär’s mit einer Partie Schach? Da lässt Helen sich nicht lange bitten. Aus einem Stoffbeutel zieht sie ein hölzernes Schachspiel hervor und stellt die Figuren auf. Carina: Ich bin ein absoluter Laie. Du musst bei mir ganz von vorn anfangen. Ist das Ziel des Spiels, alle Figuren zu bekommen? Helen: Am Anfang schon. Du gewinnst, wenn du meinen König matt gesetzt hast, ich also keinen Zug mehr machen kann, ohne dass der König von einer deiner Figuren geschlagen wird. Helen zeigt Carina wie Bauer, Turm und Co. aussehen und wie sie laufen dürfen. Als Trampolin-Fan quält sie vor allem eine Frage. Carina: Kann auch jemand springen? Helen: Klar, dass dir das wichtig ist. Das hier ist der Springer. Der gefällt dir wahrscheinlich. Carina: Yeah, ein Pferd! Helen: Mit dem hatte ich es anfangs schwer. Er springt quasi ein großes L. Auf dem leeren Spielfeld versucht sich Carina an allen Zügen des Springers. Sie hat es schnell raus und Helen ist ein bisschen stolz. Helen: Als Mädchen werden wir beim Schach leider oft belächelt – zu Unrecht. Wollen wir mal mit einem Spiel anfangen? Klarer Fall, Carina beginnt mit dem Springer. Keine zwei Züge weiter schlägt Helen den ersten Bauern ihrer Herausforderin. Carina: Ui, das ging schnell, gleich habe ich keine Figuren mehr. Dann geht es tatsächlich sehr schnell. Zwar steht Helen Carina mit Rat und Tat zur Seite und lässt sie manchen Zug rückgängig machen. Aber ehrlich: Eine richtige Chance hat Carina nicht. Carina trotzig: Ich bleibe dabei, Schach ist kein Sport – aber eine Herausforderung. Helen, 19, spielt Schach seit sie fünf Jahre alt ist. Carina, 21, springt auf dem Trampolin sechs Meter hoch. Was da noch fehlt? eine Sporteinheit zu zweit. von Inga Schörmann fotos: Daniela Hillbricht Helen, 19, spielt seit vierzehn Jahren Schach. In der vergangenen Saison ging es für ihr Team um den Aufstieg in die Bundesliga, aus dem dann knapp nichts geworden ist. Stolz ist sie trotzdem. Headis Hier ist der Kopf gefragt. Wer Headis spielen will, der braucht keine grauen Zellen, sondern Geschick, denn hier wird Tischtennis geköpft. Parkour Dagegen sieht Spiderman alt aus: An Wänden hoch zu laufen ist, nicht mehr nur Superhelden vorbehalten. Bei Parkour machst du vor keinem Hindernis Halt, um von A nach B zu kommen.