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reif - Das Jugendmagazin Heft 3

9 Alexander, 21, will schon immer Braumeister werden – oder doch nicht? Im Zivildienst beginnen die Zweifel, ob sein traum das Richtige für ihn ist. Alexander trifft eine Entscheidung. gewinne eine Bewerberschulung Angst vorm Scheitern gehabt und doch mutig gewesen? erzähle uns davon auf reif-magazin.de/gewinnen und gewinne eine professionelle bewerberschulung mit unterlagenkontrolle und Interview-Übung. von Andrea Lindner foto: Torsten Hönig Für Alexander ist schon in der Schule klar, dass er mal Braumeister wird: „Mein größter Traum war es, eine eigene Kneipe zu haben und dort selbstgebrautes Bier auszuschen- ken.“ Das glaubt man ihm sofort, wenn er be- geistert vom Brauwesen erzählt: „Besonders gereizt hat mich an diesem Beruf, dass er so vielseitig ist: Er kombiniert Handwerk, Natur- wissenschaften und die Arbeit mit Menschen.“ Doch nach seinem Abi kommt ihm etwas dazwischen: der Zivildienst. Ein Jahr lang arbeitet Alexander in einer Tagesstätte zur Förderung von geistig behinderten Kin- dern. Anfangs ist er alles andere als begeistert. „Ich wollte keine Zeit verschwenden. Aber dann hat es mir doch Spaß gemacht. Meine Kollegen und die Kinder haben mich sofort toll aufgenommen.“ Schon damals kommt ihm der Gedanke, danach einen sozialen Studiengang statt das Brauwesen zu wählen. „Ich hatte eine gute Zeit und war mit vollem Herzen dabei. Aber es gab immer noch den alten Traum.“ Und der Traum siegt – zunächst. Nachdem er sich von den Kindern verabschie- det hat, beginnt Alexander mit dem Studium: Brauwesen und Getränketechnologie. Doch er hat die Naturwissenschaften unterschätzt, quält sich mit Mathe, Physik und dem Gefühl, einen Fehler gemacht zu haben. Das Studium ist ihm zu theoretisch, in der fremden Stadt und seiner neuen Wohnung fühlt er sich nicht wohl. „Ich stand nicht mehr hinter meiner Entscheidung und die schönen Erinnerungen an meinen Zivildienst kamen wieder hoch.“ Alexander bricht das Studium ab. In seiner Heimatstadt ist gerade Not am Mann bei der Lebenshilfe, einer Vereinigung für Menschen mit geistiger Behinderung. Er fängt sofort an, im Wohnheim zu arbeiten. „Die Be- wohner und ich gehen gemeinsam einkaufen, ins Kino, spielen zusammen oder kochen und ich bekomme viel von ihnen zurück.“ Ob er den Studienabbruch bereut? „Auf keinen Fall. Ich finde nicht, dass mein Le- benslauf einen Makel hat. Im Gegenteil: Die Pra- xiserfahrung wird mir nützen.“ Noch wichtiger: „Ich weiß jetzt: Das ist das Richtige für mich.“ Ab Oktober wird Alexander Soziale Arbeit studieren. „Die Zeit bei der Lebenshilfe war eine Lebenshilfe für mich: Sie hat mir gezeigt, was wirklich wichtig ist.“