
Reif-Autorin Julia hat auf facebook nachgefragt, wie Ihre Freunde und deren Freunde zu Dialekten stehen.
„Er ist quasi mein verlängerter Arm“, sagt Niek Jan van Damme und grinst Mourad an, der neben ihm im Auto sitzt. Van Damme ist Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG und Sprecher der Geschäftsführung der Telekom Deutschland GmbH. Ein ganz schön hohes Tier. Für Mourad ist das aber kein Problem. Lässig sitzt der junge Mann neben van Damme im Auto – „jetzt endlich mal ohne Schlips“, wie er bemerkt, denn der Morgen war voll mit offiziellen Terminen, bei denen die Etikette eine Krawatte von ihm verlangt. Seit eineinhalb Jahren ist Mourad Vorstands- assistent. Seither liegt sein Büro in der Chef- etage der Telekom. „Klar, war ich an meinem ersten Arbeitstag etwas nervös – wer ist das nicht?“ Niek Jan van Damme ist verdutzt: „Davon habe ich nicht mal etwas gemerkt. Manchmal habe ich das Gefühl, er kennt das Wort Stress überhaupt nicht – er lässt sich nur schwer aus der Ruhe bringen.“ Das ist Musik in Mourads Ohren. Er arbeitet im Team mit drei weiteren Assistenten und versucht täglich, dem Vorstandsmitglied so viel Arbeit wie möglich abzunehmen. „Manchmal ist das schon eine Herausforderung“, gibt er zu. Direkt nach seinem dualen Studium in Bielefeld ist Mourad Assistent beim dama- ligen Geschäftsführer Marketing T-Mobile Deutschland, Jiri Dvorjancansky, geworden. Lachend erzählt er: „Einmal habe ich einen Wirtschaftsausschuss für ihn organisiert, bei dem er auf Englisch einen Vortrag halten wollte. Leider ist der Simultandolmetscher nicht gekommen – da musste ich kurzfristig einspringen. Danach war ich total platt, aber immerhin hat es geklappt.“ Zum Glück sind gewöhnliche Tage aber nicht so stressig. „Wobei – einen normalen Tag? Den gibt es gar nicht.“ Wenn eine große Pressekonferenz oder ein anderer wichtiger Termin bevorsteht, widmet er sich tagelang den Vorbereitungen, kümmert sich um den Inhalt von van Dammes Präsentation, spricht mit Kollegen und hält seinen Chef auf dem Laufenden. Danach kann gleich wieder etwas komplett Neues kommen. Das Gespräch im Auto ist eine willkommene Abwechslung. Niek Jan van Damme schlägt eine Zeitung auf – er nutzt Autofahrten gerne, um sich auf dem Laufenden zu halten. Auch er begann seine Karriere mit einem Studium der Wirtschaft. Danach ging es zu verschie- denen Unternehmen, wo er mit jedem Wech- sel eine weitere Stufe auf der Karriereleiter erklomm. „Vor meinem Studium war mir klar, dass ich etwas verkaufen wollte. Ich wollte etwas tun, das den Menschen dient. Das habe ich ja wahr gemacht.“ Van Damme lacht. Ob Mourad mal in seine Fußstapfen treten möchte? „Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Ich habe großen Respekt vor der Leistung, die ein Vorstand erbringt – aber so weit voraus zu planen und so hoch zu pokern, wäre nicht sinnvoll.“ Das Vorstands- mitglied gibt ihm Recht. „Wer von Anfang an das Ziel hat, Chef eines DAX-Unternehmens zu werden, ist früh verblendet – die Chance ist nicht unmöglich, aber sehr gering. Ich bin mir sicher, dass sich nach dem Job als Vorstands assistent aber viele Möglichkeiten ergeben, sich aussichtsreich weiterzuentwickeln.“ Bewegung heißt das Zauberwort. Nicht still stehen, sondern immer weiter, finden die beiden – und setzen das Motto nicht nur mit dem Auto um. Mourad zieht es bereits hinaus aus Deutschland – in Niek Jan van Dammes Heimatland, die Niederlande. Was er dort macht? „Ich werde die Marketing-Kollegen dabei unterstützen, das Geschäft mit Prepaid- Produkten voranzutreiben.“ du willst dich auch so viel bewegen wie mourad? starte mit einem dualen studium in Business administration! Das Erste, was Niek Jan van Damme im Auto macht: Er schlägt eine Zeitung auf. Jede freie Minute will genutzt sein.