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reif - Das Jugendmagazin Heft 4

Liubova, 22, ist für ihren Master von Russland nach Deutschland gezogen. Hier will sie herausfinden, wie wir Computer auf der ganzen Welt noch besser und schneller verknüpfen können.

Studenten mit Zukunftsvision Paketservice Liubova, 22, ist für ihren Master von Russland nach Deutschland ge- zogen. Hier will sie herausfinden, wie wir Computer auf der ganzen Welt noch besser und schneller verknüpfen können. 24 von Sabine Winkler foto: Klaus Gigga Liubova studiert Informations- und Kommunikationstechnik an der Hochschule für Telekommunikation in Leipzig. Auch Interesse? spiel deine Musik in zukunft drahtlos ab – mit der Jam- box! Verrate uns dafür, welche technische Spielerei du dir sonst noch wünschen würdest. reif-magazin.de/gewinnen Als ich klein war, haben meine Eltern ständig von ihrer Arbeit geredet. Sie waren beide Lehrkräfte für Telekommunikationstechnik an der Uni von No- wosibirsk. Ich habe nie so richtig verstanden, wovon sie da die ganze Zeit redeten, aber für mich stand fest: Ich will es wissen. Deswegen begann ich, Kommunikationstechnologie zu studieren – ganz schön untypisch für ein Mädchen, vor allem in Russland. Vor einem Jahr bin ich für meinen Master nach Leipzig gezogen – aber auch hier bin ich allein unter Jungs. Mit dem Studium ist mein Interesse an Telekommunikation noch gestiegen. Vor allem die Frage, wie unsere Vernetzung funktioniert, fasziniert mich. Meine Masterarbeit dreht sich deshalb auch um das sogenannte Ethernet. Für jemanden, der ein bisschen was von IT ver- steht, kein Fremdwort. Ethernet ist etwas, das wir jeden Tag benutzen. Ein Beispiel: Wenn eine Bankfiliale in Deutschland ihre Computer miteinander vernetzen will, also jeder Rechner im Laden Zugriff auf die Daten der anderen haben soll, muss ein lokales Netzwerk erstellt werden. Damit die ganze Datenmen- ge über Kabel an die anderen Rechner übertragen werden kann, müssen die Daten erst mal sortiert werden. Das macht das Ethernet. Es verpackt eine große Datenmenge in kleinere Pakete, die für die Kabel leichter zu transportieren sind. Am anderen Computer angekommen, werden sie wie- der zu ihrer Ausgangsform zusammengesteckt. Die Pakete enthalten außer- dem die Informationen, woher die Daten kommen, wohin sie gehen und um welche Art von Daten es sich handelt. Ohne Ethernet geht heute eigentlich nichts mehr, es ist die populärste Technologie für LAN-Verbindungen. Gerade deswegen interessiert mich mein Thema so sehr. Die Technik entwickelt sich sehr schnell. Konnte man noch vor 40 Jahren nur zwei Computer über LAN und Ethernet miteinander verbinden, können wir nun größere Netzwerke damit aufbauen. Auch die Übertragungsra- ten werden immer schneller. In einigen Jahren werden wir wohl so weit sein, ein ganzes Terabit pro Sekunde mittels dieser Technik zu übertra- gen, etwa 1.000 Mal so viel wie mit dem aktuellen Standard. Für meine Masterarbeit erforsche ich, wie das gelingen kann, welche neuen Techniken dazu zum Einsatz kommen müssen, in welchen Feldern Ethernet uns helfen und wie es effizient und kundenfreundlich sein kann. Große Internetplattformen wie Facebook, Google oder YouTube haben es mit extrem vielen Datenanfragen zu tun. Um solche Datenfluten zu beherrschen, arbeite ich daran, das Ethernet zu verbes- sern – denn das ist die Basis für jede Datenverbindung. Ich bin gespannt, zu welchem Ergebnis mich meine Masterar- beit führen wird. In jedem Fall werde ich danach in Deutschland bleiben und versuchen, das Ethernet und andere Kommunikationstechnologien zu verbessern. Eine Arbeitsstelle habe ich bereits sicher und ich hoffe, dass ich dort meine Ideen in die Tat umsetzen kann.