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reif - Das Jugendmagazin Heft 4

Ein Projekt, eine Idee, einen Traum – hat Jeder. Diese drei jugendlichen haben sich mit ihrer Idee sogar gleich selbstständig gemacht.

9 ... EINEM TIERISCHEN FUTTERSERVICE DIE BESTEN IDEEN ENTSTEHEN AUS EIGENEN PROBLEMEN. SO LIEB ALEXANDER, 25, SEINEN HUND HAT – AUCH BEI REGEN FUTTER KAUFEN ZU MÜSSEN, GEHT IHM AUF DIE NERVEN. ALSO GRÜNDET ER EINEN LIEFERSERVICE. Selbstständigkeit ist nicht ohne – das hat Ale- xander bereits gemerkt. Finanzierung, Organisa- tion und Marketing seines Lieferservice für Futter kosten Zeit und Nerven. Und nebenbei studiert er noch Logistik in Hamburg. Eine Menge Stress. Den lässt sich Alexander aber nicht anmerken. Er ist zwar nicht ganz frisch rasiert, aber lächelt mich verschmitzt an, als er sich zu mir an den Cafétisch setzt. Auf seinem grauen Kaputzenpul- li prangen die Lettern: „I ❤ Foodinni“. Das mit dem Marketing hat er also schon raus. Seit November ist sein Onlineshop für Tierfutter „Foodinni.de“ im Internet zu finden. „Auf die Idee bin ich gekommen, als ich an einem regnerischen Tag aufs Fahrrad steigen musste, um Futter für meinen Hund zu holen.“ Die Fahrt durch den Regen nervt ihn so sehr, dass ihm die Idee zu seinem Unternehmen quasi wie von selbst kommt: Jeder Kunde kann sich seinen eigenen Warenkorb aus Tierfutter- produkten zusammenstellen und ihn sich in regelmäßigen Zyklen zuliefern lassen. Von seinem Geistesblitz angesta- chelt, erforscht Alexander erstmal die Nach- frage und befragt 500 Haustierbesitzer, was sie von einem solchen Service halten würden. Das Ergebnis? Überwältigend. Jeder Zweite findet die Idee interessant, jeder Vierte würde direkt bestellen, wenn es den Service schon gäbe. „Das hat mich ganz schön umgehauen.“ Alexanders Idee wird zu einem Konzept. Er besucht Gründerseminare und lässt sich im Unternehmertum schulen. „Was die Finanzierung betrifft, stand ich aber ganz schön alleine da. Einem Studenten wollen die Banken kein Geld geben.“ Stattdessen leiht er sich bei Freunden und Familie das nötige Startkapital. „Nicht gerade wenig Geld. Aber es fühlt sich gut an, dass alle an mich und meine Idee glauben und darin investieren.“ Mit vollen Taschen gewinnt er einen Großhändler für sich, der den Lieferservice über- nimmt und konzipiert mit einer Agentur seine Website. Ein Büro hat er nicht. „Ich arbeite von zuhause aus oder sitze in Bibliotheken. Als Stu- dent funktioniert das ganz gut.“ An seinem Lap- top bearbeitet er die Bestellungen und leitet sie an den Großhändler weiter. „Als Nächstes muss Foodinni vor allen Dingen bekannter werden.“ Soziale Medien, Suchmaschinenoptimierung, Messestände und Flyer heißen die Zauberworte. Alexander lässt nichts unversucht. Und es zahlt sich aus. Die Zahlen der ersten Monate sind schon mal nicht schlecht. Alexander ist stolz. Wie es wei- tergeht? „Ich studiere noch, damit ich eine Sicherheit habe. Man weiß ja nie. Aber wenn Foodinni sich in ein paar Jahren am Markt etabliert hätte und ich von den Einnahmen leben könnte, wäre das schon toll!“ VON ENYA FAHRENWALDT FOTO: PHILIPP REISS TRAUM VON .......