Frauen, die die Welt veränderten

Diese 5 Frauen, haben die Digitalisierung möglich gemacht

Wenn wir die Geschichtsbücher durchblättern, fällt uns schnell auf: Die Historie ist männlich dominiert. Gerade im Bereich Technik wird vielen Frauen bis heute die Kompetenz abgesprochen. Dabei würde unser digitalisiertes Leben ganz anders aussehen, wenn nicht Frauen die Technik mit ihren Erfindungen revolutioniert hätten.
Anlässlich des Weltfrauentages stellen wir euch 5 Frauen vor, die die Welt verändert haben.

Ada Lovelace

Quelle: Science Museum/Science & Society Pict. Library

Programmieren ist eine Männerdomäne. Nur ca. 15 % der Beschäftigten in der IT-Branche sind weiblich. Doch die erste Person, die man laut Historikern, als Programmierer bezeichnen kann, war eine Frau!

Ada Lovelace wurde 1815 in London geboren. Lovelace´ Mutter war mathematisch interessiert und ermöglichte ihrer Tochter eine naturwissenschaftliche Ausbildung. 1834 heiratete Ada Byron William King, der ebenfalls über eine mathematische Bildung verfügte. Er ließ sich ihr zuliebe in die Royal Society aufnehmen, da Frauen zu dieser Zeit der Zutritt zu Bibliotheken und Universitäten untersagt war.

Die britische Mathematikerin arbeitete mit Charles Babbage an der von ihm entwickelten „Analytical Engine“. 1843 veröffentlichte sie einen umfangreichen Kommentar zur Programmierung dieser Maschine. Aus diesem Grund wird sie von vielen Historikern als „erste Person, die man als Programmierer bezeichnen kann“ angesehen. Außerdem ist sie auch die erste Autorin einer Programmiersprache – und das mehr als ein Jahrhundert vor dem ersten Computer. 1980 wurde die wichtige, neue Programmiersprache Ada nach Lovelace´ benannt.

Grace Hopper

machte das Programmieren, wie wir es heute kennen, erst möglich. Sie erfand den ersten Compiler für Computer und ermöglichte damit die Übersetzung von Schriftsprache in Maschinencode.

Grace Hopper wurde 1906 in New York geboren. Ihre Familie legte großen Wert auf eine gute Ausbildung. Doch es war vor allem ihre Mutter, die sich für Mathematik begeisterte. 1924 begann Hopper ihre Ausbildung am Vassar College und beendete 1930 ihr Studium der Mathematik und Physik an der Yale Universität. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges entschloss sich die Naturwissenschaftlerin in die Fußstapfen ihres Großvaters zu treten und schloss sich als Freiwillige der Navy an. Dort erlernte sie an Mark I, dem ersten digitalen Computer, das Programmieren und leitete den Aufbau von Mark II.

1952 entwickelte sie den ersten Compiler und leistete mit der Programmiersprache FLOW-MATIC und dem zugehörigen Compiler, wesentliche Vorarbeit zur Entwicklung der Programmiersprache COBOL. COBOL gilt als die erste benutzerfreundliche Programmiersprache und wird bis heute genutzt.

Hedy Lamarr

war nicht nur ein Hollywood-Star. Sie war auch maßgeblich an der Entwicklung einer Funkfernsteuerung beteiligt, ohne die wir heute auf WLAN, GPS und Bluetooth verzichten müssten.

Hedy Lamarr stammte aus einer jüdischen Familie und wurde 1914 in Österreich-Ungarn geboren. Schon mit siebzehn hatte sie ihre erste Hauptrolle in einem tschechoslowakisch-österreichischen Film. Nach einer unglücklichen Ehe verlässt sie ihren Mann und lebt in Paris und London, bis sie ihre Karriere nach Hollywood bringt.

Als Gegnerin des Nationalsozialismus stellte sich Lamarr an die Seite der Alliierten und entwickelte 1942 eine Funkfernsteuerung für Torpedos. Zu der Erfindung war es gekommen, als sie mit dem Komponisten Georg Antheil für sein Musikstück 16 Pianolas untereinander und mit einem Film synchronisierte. Dies gelang durch gleichzeitig ablaufende Lochstreifen. Das Problem mit der Funkfernsteuerung lösten die Schauspielerin mittels identischer Lochstreifen in Sender und Empfänger. Das Verfahren der Funkfernsteuerung dient als Grundlage für moderne Mobilfunktechnologie.

Dr. Shirley Ann Jackson

Ohne sie würde die Telekom heute wohl nicht deutschlandweit Glasfaserkabel verlegen. Denn ihre Studien machten die Entwicklung von Glasfaserkabeln, aber auch Faxgeräten und der Anruferkennung erst möglich.
Shirley Jackson wurde im Jahr 1946 in Washington D.C geboren. Nachdem sie die Highschool als Jahrgangsbeste abgeschlossen hatte, begann Jackson ein Studium am renommierten MIT.
Sie schloss ihr Studium 1968 mit einem Bachelor of Science in Physik ab und  setzte ihr Studium am MIT fort. 1973 wurde ihr der Doktortitel in Physik verliehen. Sie ist die erste afroamerikanische Frau, die einen Doktorgrad vom MIT erhalten hat und die zweite Frau in den USA mit einem Doktortitel.

Bis 1991 veröffentlichte Jackson über 100 Studien. Einige dieser Arbeiten befassten sich mit der Telekommunikation und trugen dazu bei, Technik für das Tonwahltelefon, das Glasfaserkabel und die Anruferkennung voranzubringen. Heute ist die Physikerin, als erste Frau und erste Afroamerikanerin Präsidentin des Rensselaer Polytechnic Insitute.

Sophie Wilson

Quelle: www.wes.org.uk

In wohl jedem Smartphone oder mobilen Computer steckt ihr Prozessor: Sophie Willson entwickelte sowohl den weltweit ersten kommerziell erfolgreichen Computer als auch den ursprünglichen ARM-Computer-Prozessor.
Sophie Wilson wurde 1957 in England geboren und als Junge großgezogen. Ihre Eltern waren beide Lehrer. Ihr Vater unterrichtete Englisch, während ihre Mutter Physiklehrerin war.  

Ab 1975 studierte Wilson Informatik an der Universität Cambridge. Noch als Studentin entwickelte sie 1977 eine Maschine für automatische Viehfütterung und 1978 einen 8-Bit-Mikroprozessor. Nachdem sie ihr Studium erfolgreich abgeschlossen hatte, arbeitete sie bei Acorn Computers. Dort entwarf sie mit Steve Furber in weniger als einer Woche den Prototyp für den BBC-Microcomputer. Der Rechner wurde über eine Millionen Mal verkauft und an vielen Schulen in Großbritannien verwendet.

Im Jahr 1983 begann Wilson mit der Entwicklung des Befehlssatzes für einen der ersten RISC-Prozessoren, die ARM. Dieser Prozessortyp wurde später zu einem der erfolgreichsten IP-Kerne und wurde bis 2012 in 95 % der Smartphones verwendet. In ihrer 35-jährigen beruflichen Laufbahn hat sie 59 Patente angemeldet.

Naomi Asal

 

 

Habt ihr die Erfinderinnen und Entwicklerinnen schon gekannt?
Nein, das sollte mal in Geschichte drankommen!
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Ja, ich habe schon von ihnen gehört.
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Manche kannte ich schon, aber noch nicht alle.
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