Telekom-Azubis setzen sich für Mental Health ein

Project: Another Day

Ihr hattet bestimmt auch schon mal einen Tag, an dem es euch richtig mies ging. Vielleicht wart ihr traurig, enttäuscht, verzweifelt. Vielleicht wolltet ihr morgens nicht mal aufstehen. So blöd sich das auch anfühlt, solche Tage hat jeder mal. Und sie gehen vorbei. Aber manche Menschen sind jeden Tag niedergeschlagen und es scheint sie gar nichts mehr aufmuntern zu können. Diese Menschen haben eine psychische Krankheit oder eine akute Krise. Oft sogar beides.

Es gibt Hilfe

Gerade in der Arbeitswelt will niemand als "schwach" oder "verrückt" abgestempelt werden, weil er zu seiner seelischen Erkrankung steht. Und wie soll man das überhaupt dem Chef erklären? Eine Depression sieht man ja nicht, wie ein gebrochenes Bein. Dadurch fühlen sich Betroffene oft unverstanden und hilflos. Manche Menschen sind so verzweifelt, dass sie sich das Leben nehmen.

Die sechs jungen Frauen hinter "Project: Another Day" wollen dieses Tabu brechen und darüber reden. Sie wissen: Es gibt Hilfe.

So fing es an

Telekom-Azubi Sophie hat sich das Projekt 2018 ausgedacht und andere Azubis in ihrer Ausbildungsgruppe angesprochen. Sie hat sich schon länger mit Mental Health beschäftigt und ehrenamtlich bei der Caritas im Bereich Seelsorge gearbeitet. Für sie ist es ein Herzensprojekt. Ihr Ziel ist es, die Mitarbeiter der Deutschen Telekom für das Thema "seelische Gesundheit" zu sensibilisieren.

Ein sensibles Thema

Offen über Suizide zu reden, hat anfangs für Skepsis gesorgt, immerhin sind die Azubis keine Experten und das Thema kann starke Emotionen auslösen. Bis das Konzept also umsetzbar war, musste es oft überarbeitet werden. Dabei bekamen die Azubis Unterstützung von ihrer Ausbildungsleitung.

Es gibt verschiedene Hilfsangebote

Mittlerweile bietet "Project: Another Day" Mitarbeitern der Telekom auf viele Arten Unterstützung an. In dem Telekom-internen Social Network "YAM" haben die Azubis eine Seite mit Hilfsangeboten erstellt, auf denen sich Telefonnummern, Internetseiten und Ansprechpartner finden, die bei psychischen Belastungen helfen können. Außerdem klären die Frauen auf, was am Arbeitsplatz für Stress sorgen kann und wie man damit am besten umgeht. Jeder Mitarbeiter kann auf die Seite zugreifen und bleibt dabei anonym.

Das Angebot wird gut angenommen

Die jungen Frauen haben außerdem ein Event für Telekom-Mitarbeiter ins Leben gerufen, bei dem sich alles um Mental Health drehte. Sie organisierten Stände, Vorträge und Beratungsangebote, zum Beispiel zu Burnout. Kooperationspartner der Deutschen Telekom haben sie dabei unterstützt.

Doch nicht nur Telekom-intern wollen die Frauen helfen. Mit einer Kuchenback-Aktion wurden zum Beispiel Spenden für eine Einrichtung der Caritas gesammelt, die psychisch erkrankten Menschen hilft, wieder in den Arbeitsalltag zurückzufinden.

Ein Thema, das viele betrifft

Viele Kollegen seien schon auf die Projektgruppe zugekommen, um Danke zu sagen. Danke dafür, dass das jemand über Mental Health spricht und Hilfe anbietet, denn viele hatten mit dem Thema schon zu tun. Auch, dass die Azubis das Projekt komplett freiwillig leiten, sorgt für Begeisterung bei den Kollegen. Das Konzept kommt bei den Mitarbeitern so gut an, dass sich einige jedes Jahr ein Event zu Mental Health wünschen.

Das Projekt soll weitergehen

Ein jährliches Event kann sich die Projektgruppe durchaus vorstellen. Zuerst ist aber eine Übernahme geplant, denn für die jungen Frauen ist die Ausbildung bald vorbei und es haben sich schon Kollegen gemeldet, die das "Project: Another Day" weiterführen würden.

Stolz können die jungen Frauen aber jetzt schon auf sich sein, denn mit ihrem Einsatz sorgen Sie dafür, dass Menschen in Krisensituationen nicht alleine sind.

Fühlst du dich depressiv und weißt nicht weiter? Es gibt Hilfe! Vertraue dich jemandem an oder melde dich anonym bei der Telefonseelsorge unter 0800-1110111.