Die größten Smartphonemythen im reif-Check!

Bildschirmzeit, blaues Licht, Handystrahlung – was ist dran?

Das Display ist nicht gut für die Augen, zu viel Bildschirmzeit ist schlecht für die mentale Gesundheit und das blaue Licht stört beim Einschlafen – das meiste davon habt ihr bestimmt auch schon gehört, aber was ist dran an diesen Handymythen? Wir klären auf!

Macht blaues Licht wach?

Ja, macht es! Das blaue Licht, das vom Bildschirm ausgestrahlt wird, unterdrückt das Hormon Melatonin, was uns schläfrig macht. Durch das Licht wird unserem Gehirn signalisiert, dass es Tag ist und wir wach bleiben müssen. Das bringt den Schlafrhythmus durcheinander und sorgt dafür, dass wir schlechter schlafen. Auch Konzentrationsprobleme können eine Folge sein. Spezielle Brillen mit Blaulicht-Filter sollen dagegen helfen. Die meisten Smartphones haben aber auch einen Night Shift- oder Nachtmodus, der die Helligkeit und Farbe des Bildschirms an die Tageszeit anpasst.

Am besten gegen den wach machenden Effekt hilft aber nur eins: Weniger Bildschirmzeit! Am besten solltet ihr eine Stunde vor dem Schlafengehen nicht mehr das Handy checken.

Werden die Augen durch lange Bildschirmzeit schlechter?

Ja, das stimmt leider. Das liegt allerdings nicht direkt am Bildschirm, sondern daran, dass er zu nah an die Augen gehalten wird. Normalerweise wechseln unsere Augen zwischen nah und fern, doch durch das Smartphone (ebenso durch den Computer) fokussieren unsere Augen ständig ein nahes Objekt. Dadurch kann Kurzsichtigkeit entstehen, von der immer mehr junge Menschen betroffen sind. Das merkt ihr daran, dass ihr Objekte in der Ferne schlechter sehen könnt. 

Dagegen hilft, immer mal wieder vom Handy hochzuschauen und in die Ferne zu gucken, zum Beispiel aus dem Fenster. Auch blinzeln solltet ihr öfter, um trockenen Augen entgegenzuwirken. Am besten hilft aber nur weniger Bildschirmzeit!

Ist zu viel Bildschirmzeit schlecht für die Psyche?

Jein. Grundsätzlich gibt es keine direkten psychischen Folgen von zu langer Bildschirmzeit. Im Gegenteil, durch das Smartphone könnt ihr mit Freund:innen und Familie in Kontakt treten und viel Spaß haben. Doch Social Media kann negative Folgen haben, nämlich dann, wenn ihr anfangt, euch mit anderen zu vergleichen, wenn ihr Angst bekommt, etwas zu verpassen und natürlich auch durch Cybermobbing.

Das Smartphone kann auch körperlich krank machen! Hier geht`s zum Beitrag zu Smartphonekrankheiten.

Als Folge können depressive Verstimmungen, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme auftreten. Im schlimmsten Falle entsteht eine digitale Depression. Wenn das passiert, solltet ihr euch professionelle Hilfe suchen!

Kann Handystrahlung Krebs auslösen?

Nein, nicht bei normaler Nutzung. Handystrahlung ist im Grunde elektromagnetische Strahlung. Da diese sich auf unseren Körper auswirken könnte, hat die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) Mobilfunkstrahlung 2011 als potenziell krebserregend eingestuft. Quasi als Vorsichtsmaßnahme, bis weitere Untersuchungen gemacht wurden. In den letzten Jahren wurden darum viele Studien durchgeführt, bei denen kein Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und Handynutzung gefunden werden konnte. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz gibt Entwarnung und schreibt in seinem aktuellen Bericht, dass es keine Hinweise gibt, dass die elektromagnetischen Felder Krebs verursachen. Das liegt auch daran, dass gewisse Grenzwerte eingehalten werden müssen und die Strahlung darum gering bleibt.

Übrigens: Handystrahlung wird mit dem sogenannten SAR-Wert angegeben. Geräte mit einem SAR-Wert von maximal 0,5 W/kg gelten als strahlungsarm. Zum Vergleich: Das iPhone 12 hat einen SAR-Wert von 0,99.

Es gibt allerdings Beobachtungen, dass Menschen, die viel mit dem Handy telefonieren und es dadurch häufig nah am Kopf halten, Hirntumore entwickeln. Der Zusammenhang lässt sich jedoch nicht eindeutig belegen. Die Effekte von Handystrahlung werden trotzdem weiter auf ihre Langzeitfolgen untersucht und wer auf Nummer sicher gehen will, kann per Lautsprecher telefonieren und das Handy über Nacht in den Flugmodus schalten. Mit diesen Maßnahmen nimmt die Strahlung schon deutlich ab.

Macht Handystrahlung impotent?

Nein, nicht nach bisherigem Erkenntnisstand. Dieser Mythos basiert auf der Annahme, dass hochfrequente elektromagnetische Felder wie im Mobilfunknetz die Beweglichkeit von Spermien einschränken können. Das wäre aber nur möglich, wenn sie einen bestimmten Wert überschreiten würde. Das derzeitige Mobilfunknetz liegt aber weit unter diesem Wert.

Übrigens: Manche Menschen behaupten, unter den elektromagnetischen Feldern des Handynetzes zu leiden. Sie bekommen Kopfschmerzen, Herzrasen oder Übelkeit. Dieses Phänomen nennt sich Elektrohypersensibilität und ist in Deutschland keine anerkannte Krankheit, da bisher kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Beschwerden und Strahlung nachgewiesen werden konnte.

Eine weitere Vermutung ist die Wärmeerzeugung von Handystrahlung. Spermien sind nämlich anfällig für Wärme und Handystrahlung kann Wärme im Gewebe erzeugen. Auch der Handyakku kann sich erwärmen. Die dabei entstehende Wärme ist jedoch nicht ausreichend für einen solchen Effekt, selbst wenn das Smartphone in der Hosentasche getragen wird. 

Kann das Smartphone süchtig machen?

Ja, kann es! Besonders Social Media und Handyspiele besitzen ein hohes Suchtpotenzial. Das liegt daran, dass durch die Benachrichtigungen wie Likes der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet wird. Der sorgt dafür, dass wir uns gut fühlen und mehr davon wollen.

Betroffene sind ständig am Handy. Sie schauen morgens direkt als Erstes auf den Bildschirm und können sich abends kaum davon abwenden. Auch die Gedanken drehen sich ständig um das Online-Leben. Neben stundenlanger Handynutzung können echte Entzugserscheinungen auftreten. Wenn das Smartphone mal nicht zur Hand ist, sind Betroffene sehr reizbar und unglücklich. Kennt ihr? Dann solltet ihr mit jemandem darüber reden!

Fazit: Zu viel Bildschirmzeit tut euch nicht gut, schlimme gesundheitliche Folgen braucht ihr aber nicht zu befürchten. 

Carolina Pfau

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