Elon Musk testet an Schweinen!

Haben wir bald alle einen Chip im Gehirn?!

Stellt euch vor, ihr könntet euer Smartphone mit euren Gedanken bedienen und eure eigene Gesundheit und Gehirnaktivität überwachen. Mit einem winzigen Chip im Gehirn soll das möglich sein! Das Neurotechnologie-Unternehmen Neuralink, das Milliardär und Tesla-Gründer Elon Musk gehört, hat den Prototyp eines solchen Chips an einem Schwein getestet. Wir erklären euch, was dahinter steckt.

Musk präsentiert Smart-Schwein

Es piept und ploppt, als Elon Musk in einem Video das Schwein Gertrude vorstellt. Gertrude hat einen winzigen Chip im Gehirn. Jedes Mal, wenn sie mit ihrem Rüssel etwas berührt, ertönt ein Signal. Beim Wühlen und Schnüffeln hört man dementsprechend ein piependes Durcheinander. Während Gertrude neugierig alles Mögliche anstupst, wird ihre Gehirnaktivität aufgezeichnet.

Elon Musk reveals Neuralink pig brain implants

Musk puts a brain chip implant inside of a pig and shows how the chip is able to measure and read brain activity.

Was das Video soll? Vor allem Aufmerksamkeit erregen. Elon Musk hat hier den Prototypen eines winzigen Chips vorgestellt, den er auch Menschen implantieren will. Die gerade einmal 8 Millimeter dicke Platte mit einem Durchmesser von zwei Zentimetern soll ihm zufolge ein riesiger Durchbruch sein, der Krankheiten heilen und neue Kommunikationswege schaffen soll.

Zu Elon Musk und Neuralink:

Elon Musk ist Milliardär und Unternehmer. Er ist der Gründer des Elektroauto-Unternehmens Tesla und des Raumfahrt-Unternehmens Space X. Musk macht immer wieder Schlagzeilen wegen seiner großen Pläne und verwirrenden Tweets.
2016 hat er das Start-up Neuralink ins Leben gerufen. Für die Experimente an Schweinen wurde er unter anderem von der Tierrechtsorganisation Peta kritisiert. 

Das Gehirn mit dem Computer verbinden

Unser Gehirn ist extrem komplex. Milliarden Nervenzellen kommunizieren untereinander und vernetzen sich ständig neu. Das lässt sich als elektrische Aktivität messen.

Die Firma Neurolink will aber mehr als das. Sie arbeitet an einem sogenannten Brain-Computer-Interface, kurz: BMI. Damit soll eine Verbindung zwischen dem Gehirn und Computern oder Robotern hergestellt werden. 

Mit den Elektroden auf dem Chip im Gehirn können die Hirnaktivitäten wie bei Schwein Gertrude auch zugeordnet werden. Das System erkennt, wann welches Gelenk bewegt wird und welche Hirnregion dafür verantwortlich ist. Der Chip könnte auch erkennen, wo gewisse Krankheiten entstehen und zum Beispiel vor einem Schlaganfall warnen.

Sehstörungen, Lähmungen oder Krankheiten wie Parkinson könnten mit Stimulationen durch den Chip behandelt und geheilt werden.

Die Idee ist nicht neu

Auch heute gibt es schon Implantate wie den Hirnschrittmacher, der mit tiefer Hirnstimulation Bewegungsabläufe beeinflussen und dadurch zum Beispiel das Zittern von Parkinson abschwächen kann.

Auch können gelähmte Menschen bereits mit ihren Gedanken Armprothesen lenken. Dafür werden die Nervensignale, die normalerweise zur Steuerung des eigenen Arms zuständig wären, auf eine Art Roboter-Arm übertragen.

Wie das funktioniert, seht ihr in diesem Video:

Hightech-Prothese: Mit Gedanken-Kraft gesteuert

Dank "Hektor" kann die gelähmte Frau Scheuermann sich wieder ein Stück Schokolade in den Mund stecken. Ein Forscherteam der Universität Pittsburgh hat den Ro...

Mit dem sogenannten Neurogaming könnt ihr sogar mit euren Gedanken zocken! Während des Spiels werden Gehirnströme gemessen und auf das Spiel übertragen. Wenn ihr euch konzentriert, könnt ihr so Spielfiguren bewegen.

Beim Neurogaming oder den Prothesen werden die Hirnströme allerdings von außen gemessen. Der Chip von Neuralink sitzt aber direkt im Kopf und kann Hirnaktivitäten viel genauer erfassen.

Viel ist möglich – aber nicht alles

Elon Musk vergleicht den Chip im Gehirn mit einer Smartwatch. Auch die zeichnet unsere Aktivitäten auf, warnt uns vor ungesunden Verhaltensweisen und überträgt Daten auf das Smartphone. Das BMI ist eine Weiterentwicklung dieser Idee. Musk erwartet in der Zukunft sogar eine „Symbiose mit künstlicher Intelligenz“.

Laut Musk könntet ihr mit dem Chip im Gehirn Erinnerungen speichern und abrufen, per Gedanken mit euren Freunden kommunizieren und Wissen direkt in den Kopf laden!

Doch leider gehen mit solchen Chancen auch immer große Risiken einher.
Unsere Gedanken und Erinnerungen sind etwas so persönliches und wertvolles, dass wir nicht leichtfertig damit experimentieren sollten.
Auch wäre zu klären, wer sich strafbar macht, wenn man zum Beispiel aufgrund eines falschen Impulses durch den Chip im Gehirn jemanden verletzt.

Die Gedanken sind frei

Es ist noch lange nicht möglich, Daten in unser Gehirn zu laden oder im Kopf Filme zu streamen - auch wenn das sehr cool wäre!

Von einer piependen Schweineschnauze bis zur Gedankenübertragung ist es noch ein langer Weg. Vielleicht sind die Pläne von Elon Musk auch nie komplett umsetzbar, da unser Gehirn noch immer ein großes Geheimnis für die Wissenschaft ist.

Für die Medizin sind die Entwicklungen von Neuralink sicherlich beeindruckend, aber noch müsst ihr keine Angst haben, dass eure Gedanken bald per Chip im Gehirn abgehört oder manipuliert werden könnten.

Schwein gehabt!

cp

Würdet ihr euch einen Chip ins Gehirn implantieren lassen?
Ja, klar! Das wäre so cool!
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Bloß nicht! Wer weiß, was alles schiefgehen kann....
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Ich weiß nicht, vielleicht.
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