Social Media in der Politik

Demokratie leben - mit Social Media als vierte Gewalt?!

Die Sozialen Netzwerke haben einen immer größeren Einfluss auf Meinungen und Politik. Was heißt das für unsere Demokratie? Sind Instagram, TikTok und Twitter schädlich oder förderlich, um Demokratie leben zu können? Wir klären auf!

Legislative, Exekutive, Judikative – Social Media?!

In dem Maße, in dem Informationen im Internet verbreitet werden, könnte fast der Eindruck entstehen, dass Social Media die neue, vierte Gewalt geworden ist. Besonders bei jungen Menschen sind die sozialen Medien eine wichtige Quelle für Nachrichten.

Laut Digital News Report 2021 lesen oder hören 52 % der 18- bis 24-jährigen Onliner:innen Nachrichten in sozialen Medien. 

Damit tragen Social-Media-Plattformen maßgeblich zu öffentlichen Diskussionen und Meinungen bei. Nachrichten-Kanäle bei Instagram und TikTok können genutzt werden, um schnell seriöse Nachrichten zu veröffentlichen und jede:r kann kommentieren, teilen und eigenen Content produzieren.

Online gilt außerdem eine hohe Meinungsfreiheit, was dabei helfen kann, Demokratie zu leben. Hier können sich auch Menschen äußern, die wegen ihrer politischen Ansichten verfolgt werden. Die Anonymität im Netz bietet Schutz, kann aber auch zum Problem werden. Besonders dann, wenn Fake News verbreitet werden.

Mehr über die Probleme mit Fake News könnt ihr hier nachlesen.

Dennoch ist Social Media eine wichtige Informationsquelle, bei der jede:r mitreden kann. Politisch Interessierte wie YouTuber Rezo können online Klartext sprechen und damit eine Zielgruppe erreichen, die durch die klassischen Medien wie Zeitung oder Fernsehen eher schlecht zu erreichen sind.

Auch in Politik und Wahlkampf spielen die sozialen Netzwerke eine immer größere Rolle. Für die Bundestagswahl 2021 haben sich viele Politker:innen nicht nur im Fernsehen, sondern auch auf YouTube-Kanälen und auf Social Media präsentiert.

Die Beliebtheit von Politker:innen wird nicht mehr nur durch Umfragen, sondern auch an Follower:innen gemessen. So hat Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock von den Grünen mit 307.000 Follower:innen auf Instagram deutlich mehr Fans als ihre Konkurrenten Scholz (58.000) und Laschet (81.000).

Mittlerweile sind so gut wie alle Bundestagsabgeordneten auf Social Media zu finden, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel!

Leider sind viele Menschen, die sich im Internet über Politik und Weltgeschehen äußern, weder neutral, noch gut informiert. Auf ihre Aussagen kann man sich also nicht immer verlassen. Durch Fehlinformationen und einfachen Zugang zu Inhalten fühlen sich Menschen auch dann informiert, wenn sie gar nicht alle Fakten kennen. Es ist nicht immer leicht, echte Fakten von Fake News zu unterscheiden.

Ein anderes Problem sind Algorithmen und Filterblasen. Was dahinter steckt, könnt ihr hier nachlesen.

Neben den Nutzer:innen können auch die Plattformen selbst einen großen Einfluss auf uns ausüben. Twitter konnte zum Beispiel Ex-US-Präsident Donald Trump wegen seiner Falschaussagen sperren und Facebook konnte "Querdenker-Gruppen" löschen. Das war gut und richtig, da verlässliche Informationen wichtig sind, um Demokratie leben zu können. Doch Menschen aufgrund ihrer Äußerungen zu sperren, kann durchaus kritisch gesehen werden. Denn wo liegt die Grenze? So stand TikTok lange in der Kritik, viele Inhalte zu sperren, zu zensieren oder zu verbergen, wenn sie der chinesischen Regierung nicht passten.

Wir müssen überall Demokratie leben!

Was auf Social Media fehlt sind vor allem einheitliche Regeln und demokratische Grundlagen. Deswegen arbeitet die Europäische Union derzeit an Gesetzen für digitale Dienste, damit schädliche oder illegale Online-Inhalte und Fake News bekämpft werden können. Sie spricht dabei von "demokratischen Kontrollen".

Eine Beeinflussen und Meinungsmache durch Social Media ist derzeit durchaus möglich, weswegen es um so wichtiger ist, informiert zu bleiben, zu reflektieren und Fakten zu überprüfen. Dann kann Social Media mit seiner Meinungsfreiheit dazu beitragen, auch online Demokratie leben zu können.

Denn eins ist klar: Demokratie hört im Internet nicht auf.

Die Sozialen Netzwerke bestimmen durch Filter und Algorithmen die Themen, in denen in der Öffentlichkeit gesprochen wird. Sie können lenken, bestimmen und unsere Meinungsbildung beeinflussen. Diese Macht könnten Netzwerke und Unternehmen gezielt nutzen.

 

cp

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