Wenn die sozialen Medien auf die Psyche schlagen

Leidest du an einer digitalen Depression?

Die digitale Welt kommt oft sehr unbeschwert daher, mit all ihren Katzenvideos, Gifs und Memes. Das Internet hat unsere Welt bereichert, keine Frage. Doch sie kann auch Stress bedeuten und uns ganz schön unglücklich machen. Wir erklären euch die Ursachen und die Auswege aus der digitalen Depression.

Symptome einer digitalen Depression

Aktuelle Studien belegen, dass es einen Zusammenhang zwischen Depressionen und der Nutzung von Social Media gibt. So wurden zum Beispiel von 2005 bis 2017 Daten von 200.000 Jugendlichen gesammelt. Je mehr sie in den sozialen Netzwerken unterwegs waren, desto depressiver wurden viele von ihnen.

Allerdings lässt sich nicht sagen, ob das nur an der Nutzung der sozialen Netzwerke lag, oder die Jugendlichen vorher schon anfällig für Depressionen waren. Dennoch lässt sich festhalten, dass eine "digitale Depression" zu vielen unangenehmen Symptomen führen kann, wie zu Beispiel innere Unruhe, schlechtem Schlaf und einem verringerten Selbstwertgefühl.

Ständig erreichbar

Wer dauernd online ist, macht sich nicht nur angreifbar für Cybermobbing. Auch Menschen, die scheinbar glücklich und beliebt sind, können unter der ständigen Erreichbarkeit leiden. Wenn der Chef immer wieder anruft, ist das irgendwann keine Anerkennung mehr, sondern nur noch Stress. Wer jeden Tag viele Nachrichten beantworten muss, kann nicht mehr abschalten.

Das Smartphone einfach in die Ecke werfen, wollen wir aber oft auch nicht. Ständig gibt es was Neues bei Instagram, Snapchat oder TikTok, irgendwem kann man immer schreiben oder Fotos schicken. Viele werden auch nervös, wenn sie ihr Smartphone nicht finden oder der Akku alle ist.

Das Leben findet online statt

Aber während wir Angst haben, Dinge zu verpassen, verpassen wir wirklich einiges im echten Leben. Der letzte Konzertbesuch? Gefilmt. Das Essen mit der besten Freundin? Fotografiert. Das spannende Buch? Geteilt.
Wenn wir nur noch auf den Bildschirm gucken und nicht mehr auf das, was vor uns liegt, dann sind wir nicht mehr richtig dabei. Besonders dann, wenn wir auf unsere Erlebnisse keine Reaktionen in Form von Likes und Herzchen kriegen.

Selbstinszenierung schadet dem Selbstwertgefühl

Eine digitale Depression wird vor allem dann spürbar, wenn ihr anfangt, euch mit anderen zu vergleichen. Influencer bei Instagram zeigen sich in perfekten Posen mit ihren perfekten Körper und ihrem scheinbar perfekten Leben. Und dann passiert etwas, was ihr vielleicht kennt: Wir fühlen uns schlecht. Weil wir nicht so aussehen, nicht so viele Likes kriegen oder uns nicht so gut vermarkten können. Als nutzen wir Filter, um besser auszusehen, markieren Freunde, um mehr Likes zu bekommen und denken uns Hashtags aus, um uns besser zu vermarkten. Wir filmen mehr, fotografieren mehr, strengen uns mehr an und am Ende haben wir ein Bild von uns geschaffen, auf das wir neidisch sind – denn wir sind ja gar nicht so.

Die positiven Seiten der digitalen Welt

Eine australische Studie hat gezeigt, dass es Frauen, die online viele Bilder von durchtrainierten Menschen sehen, tendenziell schlechter über ihr eigenes Aussehen denken. Aber:
Wer sich inspirierende Zitate oder Beiträge zu Bodypositivity durchliest, ist netter zu sich!

Also seid nicht traurig, weil ihr nicht so ausseht, wie die ganzen Fitnessmodels, sondern entfolgt ihnen einfach! Folgt doch stattdessen zum Beispiel Bodyposipanda bei Instagram.

Das Internet bietet so viel, wodurch sich Menschen besser fühlen! Ihr könnt euch kreativ austoben, euch mit anderen zu vernetzen und natürlich jede Menge Katzenvideos schauen!

Wenn ihr euch trotzdem schlecht fühlt, sobald ihr im Netz unterwegs seid, dann redet mit jemandem, denn auch dafür sind digitale Möglichkeiten super. Manchmal kann man Dinge per Chat besser in Worte fassen als in einem richtigen Gespräch. Hier kann das Internet auch eine Unterstützung für euch sein. Die Telefonseelsorge hat zum Beispiel eine eigene App, die euch helfen kann, wenn ihr depressiv seid. Und dank Smartphone sind eure Freunde auch nur einen Klick weit entfernt, um euch zuzuhören.
Nutzt die sozialen Medien, um euch gut zu fühlen, so hat die "digitale Depression" keine Chance!