Welche Technologie steckt hinter der Bildbearbeitungsapp?!

Mit Face App kostenlos Bilder bearbeiten dank KI!

Mit der Face App kostenlos Bilder bearbeiten um den Instagram-Feed aufzuwerten liegt im Trend, denn das Programm bietet mehr Funktionen als herkömmliche Fotobearbeitungsapps. Die Filter können euren Look innerhalb von Sekunden komplett verändern! Aber wie funktioniert das?! Wir erklären euch, welche künstliche Intelligenz hinter der App steckt und welche Folgen das für unseren Selbstwert und die Glaubwürdigkeit digitaler Medien hat!

Verwandlung durch Filter

FaceApp ist derzeit für viele die erste Wahl um sich bei Instagram oder TikTok von ihrer besten Seite zu zeigen. Doch die extremen Verschönerungen stießen einen TikTok-Trend an, in dem die Effekte der App aufgedeckt werden. So wie in diesem Video:

@arina.bloom the amount of people using this app on IG is insane. #Faceapp #igmodel #beforeafter ♬ Still Into You Drill - SHO

Die russische Bildbearbeitungsapp gibt es bereits seit 2017 und ist vor allem deshalb so beliebt, weil die Qualität deutlich besser ist als bei herkömmlichen Social-Media-Filtern. Die Effekte sehen verblüffend echt aus!
Ihr könnt eure Bilder nicht nur mit Standard-Filtern verschönern, sondern auch eure Frisur, Haarfarbe, Alter und sogar das Geschlecht verändern!

Wir haben es selbst ausprobiert. Hier das Originalfoto von Autorin Caro:

Und hier sind die bearbeiteten Fotos:

Angewendete Filter von links nach rechts:
Make-up 4; Bob; Cool alt; Männlich 2

In unserem Beispiel erkennt man teilweise, dass es sich um ein bearbeitetes Bild handelt, doch dafür, dass es nur ein Tippen auf den entsprechenden Filter braucht, sind die Ergebnisse wirklich beeindruckend.
Mit der App kann man ganz schön lustige Sachen anstellen, wie zum Beispiel Fotos von Politikern bearbeiten!

Die angewendeten Filter stellt Face App kostenlos zur Verfügung. Weitere, wie z.B. andere Haarfarben oder vergrößerte Lippen, gibt es nur in der Pro Version. Diese kostet 4,99 € pro Monat oder 29,99 € pro Jahr und bietet eine dreitägige Testversion. Zum Ausprobieren reicht aber die kostenlose Version.

Zum perfekten Bild durch künstliche Intelligenz

Damit das Make-up auf Augen und Lippen abgestimmt oder die Falten an der richtigen Stelle gesetzt werden, muss die App euer Gesicht erkennen. Dazu nutzt sie eine Gesichtserkennungssoftware, die ihr zum Beispiel von der Face-ID kennt, durch die sich Smartphones nur dann entsperren lassen, wenn sie das Gesicht des oder der Nutzer:in erkennen. Auf Grundlage dieser Software können eure Fotos von der KI in Sekundenschnelle bearbeiten kann.

Aber wie funktioniert das? Zunächst wird euer Bild in eine Cloud geschickt. Dann wird eine Art Code generiert, in welchem eure Kopfhaltung, Haarfarbe und Gesichtsmerkmale in Form von Zahlen festgehalten werden. Durch diesen Code lässt sich das Gesicht von der App rekonstruieren. Klickt ihr nun auf einen der Effekte, wendet die KI das entsprechende Schema an, um das Bild auf Basis der gesammelten Information zu verändern. Das bearbeitete Gesicht wird nun auf den Hintergrund des Originalbildes gesetzt und euer Foto hat plötzlich einen neuen Look! Wer allerdings genau hinschaut, erkennt die immer selben Schemata im eigenen Instagram-Feed.

Was ist noch echt?

Dass die verblüffenden Effekte der App nicht nur lustig, sondern auch gefährlich sein können, ist offensichtlich. Zum einen gibt es bei FaceApp wie bei vielen anderen Apps Datenschutzbedenken, zum anderen wird durch die Anwendung einmal mehr klar, wie weit die künstliche Intelligenz bereits fortgeschritten ist. Dass Computerprogramme euer Gesicht erkennen und rekonstruieren können, ist ohne Frage ein unheimlicher Gedanke, doch es wird noch gruseliger.

Neben den Fotos könnt ihr in der Face App kostenlos Videos bearbeiten. Das funktioniert ähnlich wie Filter von TikTok oder Instagram-Storys, nur in besserer Qualität. Mittlerweile ist es sogar möglich, Bewegtbilder schlanker oder schöner zu zaubern, sodass es echt aussieht. Wie das unser Selbstbild negativ beeinflussen kann, seht ihr in diesem Video einer Influencerin, die die App nicht mehr nutzen will!

Unrealistische Schönheitsideale sind aber noch das kleinste Problem der Technologie. Durch künstliche Intelligenz ist es auch möglich, sogenannte "Deepfakes" zu erstellen.

Deepfake (engl. für verfälschte Medieninhalte)
Beschreibt Fotos, Videos oder Audios, die mithilfe von u.a. künstlicher Intelligenz so manipuliert worden sind, dass sie realistisch wirken.

Durch Deepfakes können Nachrichten verfälscht und Fake News verbreitet werden. So können zum Beispiel die Stimmen oder Videoaufnahmen von Politiker:innnen verändert werden, sodass es so klingt oder aussieht, als hätten sie bestimmte Dinge gesagt oder getan, obwohl das nicht der Fall ist. Wie realistisch das sein kann und wie einfach man auf so etwas hereinfällt, seht ihr in diesem schockierend echt wirkenden Video von Ex-US-Präsident Obama! (Unbedingt bis zum Ende gucken!)

Mittlerweile können Bilder, Videos und sogar Stimmen von jeder:m ganz einfach per App verändert werden und das erhöht das Risiko von Fake News, die im Netz landen.

Wie aus Fake News Verschwörungstheorien werden, könnt ihr hier nachlesen.

FaceApp beweist wieder einmal, dass ihr nicht alles glauben solltet, was ihr im Internet seht. Die Effekte sind eine nette Spielerei, doch lasst euch nicht von Filtern und Falschaussagen beeindrucken. Viel davon ist Fake!

Carolina Pfau

Nutzt du FaceApp?
Klar, macht voll Spaß!
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Ich habe die App mal ausprobiert.
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Nein, gar nicht.
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