Was ist ein faires Smartphone?

Darauf setzt das Fairphone 3

Ein Leben ohne Smartphone ist nahezu unvorstellbar geworden. 2019 wurden allein in Deutschland 22 Millionen Stück verkauft. Apple, Samsung oder Huawei kennt ihr, aber habt ihr schon vom Fairphone 3 gehört? Wir erklären, was ein Smartphone fair macht.

Das Problem mit den Rohstoffen

Zunächst stellt sich die Frage, wie ein Smartphone überhaupt unfair sein kann. Das hat mit den Bestandteilen zu tun, oder eher damit, wie diese gewonnen und verarbeitet werden. Jedes Smartphone benötigt Metalle wie Kupfer, Aluminium oder Gold, die im Bergbau gewonnen werden. Dabei müssen Menschen oft unter sehr schlechten Bedingungen arbeiten und auch die Natur leidet.

Amnesty international kritisiert zum Beispiel die Kinderarbeit in der Demokratischen Republik Kongo. Die Kinder müssen in gefährlichen Minen Kobalt abbauen, das in den Akkus unserer Elektrogeräte steckt.

Nicht überall auf der Welt gibt es dieselben Standards wie bei uns in Deutschland. Da Rohstoffe aber meist in anderen Ländern abgebaut werden, kann unserer Konsum die schlechten Arbeitsbedingungen aufrechterhalten.

Die Idee hinter fairen Smartphones

Die Firma "Fairphone" aus den Niederlanden will etwas dagegen tun und faire Smartphones produzieren. Im Moment ist sogar schon das Fairphone 3 erhältlich.
Ein Unterschied zu "normalen" Smartphones ist laut eigener Aussage, dass bei der Produktion genau hingeschaut wird, woher die Rohstoffe kommen. Dabei wird die Firma von NGOs und Experten unterstützt. Das Gold im Fairphone 3 ist zum Beispiel Fairtrade. So sieht es übrigens aus:

© Fairphone 2020

Leider lassen sich bisher noch nicht alle Rohstoffe unter menschlichen und umweltschonenden Bedingungen abbauen. Darum kann auch das Fairphone 3 nicht komplett fair sein.

Das Smartphone als Baukasten

Das Fairphone 3 ist aber nachhaltiger als seine Konkurrenten, denn es lässt sich auseinanderbauen. So ist zum Beispiel der Akku austauschbar, was bei vielen neueren Smartphones nicht mehr so einfach möglich ist. Ihr könnt auch andere Teile austauschen, wie zum Beispiel die Kamera. Dafür gibt es verschiedene Module, die teilweise aus recycelten Materialien bestehen.

Was kann das Fairphone 3?

Grundsätzlich kann ein faires Smartphone natürlich dasselbe, wie ein durchschnittliches Smartphone. Das Fairphone 3 läuft mit Android 9, hat 64GB Speicher und lässt sich mit einer MicroSD-Karte erweitern. Das ist bei einem iPhone zum Beispiel nicht möglich. Das Fairphone 3 ist allerdings technisch nicht ganz so weit vorne, wie andere Geräte.

So bemängeln Testportale zum Beispiel die schwache Kameraleistung bei dunklen Lichtverhältnissen und das eher altmodische Design. Auch die Ausstattung ist etwas abgespeckter. So werden bei einem Preis von 450 Euro weder Ladekabel noch Kopfhörer mitgeliefert, da die meisten diese schon Zuhause haben. Dafür bekommt ihr aber Bumper und Mini-Schraubenzieher dazu, damit das Fairphone 3 geschützt ist und sich einfach reparieren lässt.

Alternative aus Deutschland

Das Fairphone aus den Niederlanden ist nicht das einzige Smartphone auf dem Markt, das versucht, fair und nachhaltig zu sein. Direkt aus Deutschland, nämlich aus einer kleinen Firma nahe Kassel, kommt das Shift-Phone. Auch dieses lässt sich auseinanderbauen und verfügt über wenig Zubehör. Das aktuelle Shift6m kostet 555 Euro und kommt in eher klassischem Look daher:

© 2018 - 2020 by SHIFT GmbH, Germany

Es muss nicht immer neu sein

Um Mensch und Umwelt zu schützen, müsst ihr euch natürlich nicht unbedingt das Fairphone 3 oder das Shift6m zulegen. Wir sollten aber alle unseren Konsum hinterfragen. Oft können wir Smartphones genauso wie andere Dinge reparieren oder gebraucht kaufen, anstatt neu. Und wenn ihr euer altes Smartphone doch loswerden wollt, dann wenigstens so, dass das Material weitergenutzt werden kann.

Euer altes Gerät könnt ihr einfach in einem Telekom-Shop in eurer Nähe abgeben, damit es recycelt werden kann.
Auch damit macht ihr die Welt ein bisschen fairer.