Übernehmen Avatare bald Instagram?!

Diese Fake Influencerin ist kein Mensch!

Dass auf Social Media nicht alles echt ist, ist nichts Neues. Mittlerweile gibt es allerdings Fake Influencer:innen, die außerhalb von Instagram nicht einmal existieren! Wir stellen euch die digitalen Persönlichkeiten vor.

Für immer 19 Jahre alt

Auf den ersten Blick sieht das Profil von @lilmiquela aus wie das einer normalen 19-Jährigen, die sich selbstbewusst auf Instagram präsentiert und andere an ihrem Leben teilhaben lässt. Ihre 3,1 Millionen Follower:innen lieben sie dafür.

Doch eine Sache ist komisch: Jedes Jahr feiert Lil Miquela ihren 19. Geburtstag, denn die Influencerin altert nicht. Die junge Frau, die laut ihrer Instagram-bio ein „19-year-old Robot living in LA“ ist, ist komplett computeranimiert. Erahnen lässt sich das in ihren TikToks, in denen ihre Bewegungen und Gesichtsausdrücke etwas unmenschlich wirken. Auch auf einigen Selfies wirkt sie eher wie ein Videospielcharakter als ein menschlicher Teenager.

@lilmiquela

Advice from a robot: manifestation is real! ##MentalHealthAwareness

♬ You Are Enough - Sleeping At Last

Erschaffen wurde Lil Miquela 2016 von dem Technologie-UnternehmenBrud“, welches nach eigenen Angaben das digitale Storytelling aufs nächste Level bringen wollte. Das Geld, das Lil Miquela als Influencerin verdient, geht direkt an die Firma. Und die versucht ihren Avatar weiter zu pushen. Lil Miquela hat sogar eigene Songs veröffentlicht:

Mittlerweile sind zwei weitere Avatare in Lil Miquelas Leben gekommen. Auch Blawko und Bermuda posten regelmäßig computeranimierten Content.

Was ist noch real?

Lil Miquela demonstriert, auf welchem Stand Grafik und Animationen mittlerweile sind. Es ist faszinierend und zugleich beängstigend, dass die Technik uns mittlerweile täuschen kann. Besonders gruselig ist die Grenzüberschreitung, die hier stattgefunden hat. Die Avatare sind nicht mehr nur in Videospielen oder Filmen zu finden, sondern befinden sich nun in die Welt der „echten Menschen“.

Noch verblüffender sind die Posts von Shudu, die sich als das erste digitale Supermodel auf Instagram unter @shugu.gram erschreckend real präsentiert. Dabei ist sie von einem Fotografen erschaffen worden und existiert nur auf dem Computer.

Tatsächlich birgt die Technik auch Risiken. Die perfekten Avatare können unrealistische Schönheitsideale schaffen, da die Charaktere ganz nach den Vorstellungen von Unternehmen geformt werden können, um sich so die besten Kooperationen zu sichern. Daran verdienen dann am Ende die großen Firmen, die die Avatare entwickeln. Bisher sind die digitalen Fake Influencer:innen aber noch keine ernstzunehmende Konkurrenz bei Instagram, sondern eher eine Art Kunstprojekt. Derzeit wird außerdem noch mit offenen Karten gespielt und die Avatare als solche erkennbar gemacht.

Im Anbetracht des Fortschritts der Technik kann man sich aber nicht mehr sicher sein, was man im Netz vor sich sieht. Allerdings war das schon vor den digitalen Fake Influencer:innen so. Auch Menschen zeigen nur, was sie zeigen wollen und stellen damit ein Leben dar, das nur zu einem gewissen Prozentteil der Realität entspricht. Filter, Posen und Belichtung tun ihr Übriges, um unser Abbild zu verfälschen. Unsere Social Media Kanäle sind im Grunde auch nur Avatare von uns selbst.

Was sind die echten Fake Influencer:innen: Computeranimierte, aber transparente Avatare oder heimlich überarbeitete und retuschierte Fotos?

Carolina Pfau

Was denkt ihr? Aufregendes Kunstprojekt oder ein Zeichen dafür, dass die Technik langsam zu weit geht?
Mega cooles Projekt!
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Das geht langsam zu weit...
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Ich weiß nicht.
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