Können wir bald im Weltraum Urlaub machen?!

Private Raumfahrten mit der Falcon 9

Am 30. Mai 2020 sind zwei Astronauten von Cape Canaveral in den USA in Richtung ISS gestartet. Das Besondere daran: Mit der Falcon 9 - Rakete von SpaceX wurden zum ersten Mal Menschen von einem Privatunternehmen ins All gebracht. Das könnte der Startschuss für den kommerziellen Weltraumtourismus sein.

Ein Menschheitstraum

Wer hat sich nicht schon mal vorgestellt, in den Weltraum zu fliegen und die Erde von oben zu betrachten?
Für viele ist es ein Kindheitstraum, doch nur wenige Menschen sind wirklich schon einmal dort gewesen. Aus Deutschland haben es gerade mal elf Männer ins All geschafft, unter anderem Alexander "Astro-Alex" Gerst, der uns über Social Media an seinen Abenteuern teilhaben lässt.

Bei solchen Bildern ist es nicht überraschend, dass nach immer besseren, schnelleren und günstigeres Wegen gesucht wird, ins All zu reisen.
Wer würde nicht gern einmal die Stille des Weltalls erleben und realisieren, wie klein wir doch alle sind?

Auf in fremde Welten

Das US-amerikanische Raumfahrtunternehmen SpaceX will genau das ermöglichen. Der Flug zur ISS könnte sogar der Startschuss für mehr gewesen sein, als das. Viel mehr, wenn es nach den Plänen des Gründers Elon Musk geht:

 

Er will den Mars besiedeln.

Klingt verrückt? Nicht für Elon Musk.

Jemandem, der seinen Sohn X Æ A-12 nennen will, kann man alles zutrauen. Doch er hat mit seinen großen Ideen tatsächlich auch große Erfolge feiern können.
Der Unternehmer hat schon vor 20 Jahren am Onlinebezahlsystem PayPal mitgearbeitet und ist der Konzernchef des Elektroauto-Unternehmens Tesla. Außerdem ist er ziemlich bekannt für seine verrückten Tweets.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Elon Musk unsere Zukunft maßgeblich mitgestaltet.
Teile seines Vermögens, das derzeit auf über 40 Milliarden Euro geschätzt wird, hat er unter anderem SpaceX investiert, das er bereits 2002 gegründet hat.

 

Seitdem hat er Hunderte Satelliten, 20 Tonnen Fracht und zwei Menschen ins All gebracht.

Neue Ära mit der Falcon 9?

Damit hat die NASA zum ersten Mal einen privaten Dienstleister in Anspruch genommen.
Das alleine ist schon eine kleine Sensation.

Es könnte in Zukunft einen richtigen Markt für Weltraumtourismus geben.
Elon Musk ist nicht der einzige Unternehmer, der auf Weltraumtourismus setzt. Auch Amazon-Gründer Jeff Bezos hat in ein Raumfahrtunternehmen investiert. Blue Origin bietet allerdings vor allem Suborbitalflüge an, bei denen die Passagiere nur kurz im All sind.

SpaceX geht einen großen Schritt weiter.
Die Raketen fliegen nicht nur raus ins All, sondern auch wieder zurück! Die Falcon 9 ist nämlich wiederverwendbar.

Schaut euch mal diese geschmeidige Landung an!

 

Die Falcon 9 hat die Raumkapsel "Crew Dragon" ins All gebracht und ist dann wieder auf der Erde gelandet. So ist sie bereit für den nächsten Flug.
Dahinter steckt jahrelange Entwicklung, denn bei der Falcon 1 gab es immer wieder technische Probleme.

 

Die Falcon 9 hatte bereits 2010 ihren Jungfernflug, doch bis sie Menschen transportieren durfte, hat es zehn Jahre gedauert.

 

Auch die Crew Dragon hat gezeigt, dass sie für die bemannte Raumfahrt bestens geeignet ist. Das kleine Raumschiff konnte erfolgreich an der ISS andocken und ist ebenfalls für mehrere Flüge ausgelegt.

Test bestanden – und jetzt?

Nachdem der bemannte Testflug erfolgreich war, wird es wohl in Zukunft weitere Raumfahrten von SpaceX geben. Pläne dafür gibt es genug, auch an der Technik wird weiter gefeilt.

Dass wir aber in Raumschiffe steigen, wie in Flugzeuge, bleibt erst mal Zukunftsmusik.

Private Raumfahrten wären vorerst nur für die Superreichen denkbar, da ein Flug mehrere Millionen Euro kosten würde. Außerdem sind solche Reisen eine große Belastung für den Körper.

 

Dennoch sind wir dem Traum vom Urlaub im All ein Stück nähergekommen:

 


Elon Musk plant auf jeden Fall, Touristen ins All zu befördern. Bis es so weit ist, lässt uns der SpaceX-Flug zumindest träumen von weit entfernten Galaxien, die noch darauf warten von uns erkundet zu werden. Auch unser Astronaut Alexander Gerst kann sich gut vorstellen, dass Ausflüge ins Weltall eines Tages normal sein werden.
Doch ihm ist auf der ISS vor allem klar geworden, welche Dinge wirklich wichtig sind und das hat er in einem Video für seine zukünftigen Enkel festgehalten. 


Und vielleicht ist es genau das, was wir von Reisen ins Weltall lernen sollten:
Das größte Wunder im Universum ist unser eigener Heimatplanet.