Warum die Symmetrical-Face-Challenge uns so fertig macht!

Schönheitsoperationen wegen Beautyfiltern?!

Beautyfilter bei Instagram und TikTok zaubern uns sofort einen strahlenden Teint, volle Lippen und den perfekten Augenaufschlag. Immer mehr jungen Menschen ist das nicht genug. Sie wollen die Effekte dauerhaft - durch Schönheitsoperationen. Wir erklären euch, warum das gefährlich ist und womit ihr euch wirklich schöner fühlt.

Symmetrie und Perfektion auf Social Media

Filter sollen in erster Linie Spaß machen, aber sie können auch ganz schön runterziehen. Bestes Beispiel dafür ist der "Inverted-Filter". Durch ein Tippen auf den Bildschirm wird das Bild der Frontkamera spiegelverkehrt umgedreht. Ein weiteres Tippen und das Bild springt zurück. Ein cooler Effekt, wenn er schnell wiederholt wird. Wie in diesem TikTok:

@meicrosoft

just had to try this trend out on my symmetrical tattoos ##fyp ##inverted ##tattoo

♬ deja vu - Olivia Rodrigo

Das Problem an der Symmetrical-Face-Challenge: Die meisten Gesichter sind asymmetrisch. Eigentlich fällt das kaum auf. Der Filter zeigt aber den direkten Vergleich. Dadurch wirkt die Nase plötzlich schief, die Augen sehen unterschiedlich groß aus oder eine Gesichtshälfte wirkt schmaler als die andere. Während viele selbstsicher und mit viel Humor auf die Challenge reagieren, können die vermeintlichen Makel andere sehr verunsichern.

Hier ein Beispiel, wie ihr am besten damit umgeht:

@joaquin.fugini

##pegar un video de @th0ts.are.us ##inverted por lo menos tengo rinoplastia gratis

♬ deja vu - Olivia Rodrigo

Asymmetrien sind total normal! Durch den Filter sehen sie nur ausgeprägter aus. Macht euch keine Sorgen deswegen!

Die meisten Menschen posten ihre Videos nur, wenn sie selbst damit zufrieden sind. Sie nehmen mehrfach auf, probieren verschiedene Winkel und suchen die richtige Belichtung. Deswegen sieht Social Media perfekter aus als die Wirklichkeit.

Schönheitsoperationen für den Filter-Effekt

Die meisten Filter sorgen dafür, dass Unsicherheiten verschwinden. Die Haut wird klarer, die Augen größer, die Nase schmaler. Das ist vielleicht schön für den Moment, aber wir gewöhnen uns so sehr an die aufgehübschten Bilder, dass der natürliche Look uns nicht mehr gefällt.

Man spricht dabei von der sogenannten "Selfie-Dysmorphie".
Das bedeutet, dass Menschen nur noch wie auf ihren Selfies aussehen wollen. Ein Schnappschuss, auf dem sie nicht so gut aussehen, kann das Selbstbewusstsein stark beeinflussen. Schönheitsoperationen scheinen dann der einzige Ausweg zu sein.

Der Effekt von Filtern spielt dabei eine so große Rolle, dass Instagram 2019 sogar einige zu extreme Filter sperren musste.

Dennoch werden die Instagram-OPs immer beliebter! Die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen bestätigt den Trend. Bei einer Umfrage gaben 59 Prozent an, bereits Patient:innen gehabt zu haben, die ein Selfie als Vorlage nutzen wollten. Sie wollten genau so aussehen wie mit Filtern. Aber Schönheitsoperationen sind keine Real-Life-Filter!

Risiken des Schönheitswahns

Schönheitsoperationen können nicht alles umsetzen, was die Filter schaffen. Das Weichzeichnen der Filter lässt sich durch operative Eingriffe nicht nachahmen. Außerdem sind Operationen immer mit Risiken und Schmerzen verbunden. Und sie sind permanent. Eine misslungene Operation könnt ihr kaum rückgängig machen.

Social Media ist nicht die Realität. Das eigene Gesicht kann mit ein paar Wischen über den Bildschirm so modelliert werden, dass es echt aussieht.
Nicht mal Insta-Models sehen in der Realität aus wie Insta-Models!

Zum Glück gibt es zu jedem Trend auch einen Gegentrend. Aus Protest gegen unerreichbare Schönheitsideale posten immer mehr Menschen ihr ungefiltertes Ich. Sie wollen zeigen, wie sehr die Filter unsere Realität verzerren können. Die Message: Social Media ist Fake!

Also öfter mal auf die Filter verzichten!

cp

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