Bist du im Algorithmus gefangen?!

Filterblasen erkennen und durchbrechen!

Werden euch im Netz oft Beiträge angezeigt, die erstaunlich genau zu euren Interessen passen? Daran könnt ihr Filterblasen erkennen. Diese entstehen, wenn ihr durch einen Algorithmus eingeschätzt und Informationen dementsprechend gefiltert werden. Wir erklären euch, was das Problem mit Filterblasen ist.

Wie entstehen Filterblasen?

Das Internet steckt voller Algorithmen. Diese bestimmen, wie sich Programme verhalten sollen. Ein Algorithmus von Instagram kann zum Beispiel entscheiden, welche Bilder mehr oder weniger Reichweite haben. Ähnlich können auch Suchergebnisse im Internet beeinflusst werden.

Der Begriff Filterblase (engl.: filter bubble) wurde erstmals vom Politaktivst Eli Pariser in seinem Buch „Filter Bubble: Wie wir im Internet entmündigt werden“ genutzt.

Diese Algorithmen sind auch der Grund dafür, warum in eurem Feed eher Beiträge von Menschen angezeigt werden, mit denen ihr viel Kontakt habt.

Um zu wissen, wie ihr tickt, müssen die Programme euch kennen. Deswegen sammeln sie Informationen über euch.

Wie viel eure Apps bereits über euch wissen, könnt ihr hier nachlesen.

Je nach Alter, Geschlecht und Interessen werden unterschiedliche Informationen ausgespielt. Dabei spielen auch zuvor gelesene oder angeklickte Beiträge eine Rolle.

Filterblasen erkennen kann man also vor allem dadurch, dass euch ständig ähnliche Inhalte angezeigt werden.

Filterblasen können gefährlich werden

Instagram TikTok oder Google filtern nach ihren eigenen Kriterien. Sie versuchen einen Newsfeed zu bauen, der euch interessiert und euch auf der Seite hält. Denn je länger die Verweildauer, desto höhere Einnahmen können durch Werbung erzielt werden.

"Wenn du nichts für das Produkt zahlen musst, bist du das Produkt."

Das größte Problem der Filterblasen ist aber ein anderes: Ihr bekommt die Informationen, die ihr wollt, aber nicht die, die ihr braucht.

Eure eigene Meinung wird immer wieder bestätigt, weil ihr nur Beiträge seht, die eurer Weltanschauung entsprechen. Andere Meinungen oder Fakten werden euch schlichtweg nicht angezeigt. Das kann besonders dann gefährlich werden, wenn Verschwörungstheorien oder menschenfeindliche Ansichten ins Spiel kommen.

Beispiel: Eine Person glaubt, die Erde sei eine Scheibe. Sie fängt an, nach angeblichen Beweisen dazu zu suchen und stößt auf diverse unseriöse Beiträge, die ihre Meinung bestätigen. Der Algorithmus merkt sich die Suchanfragen und schlägt der Person Beiträge mit ähnlichen Inhalten vor. Seriöse Seiten mit Gegenmeinungen werden geblockt. Die Person denkt dadurch, dass sie Recht hat. So können Filterblasen die Realität verzerren.

Hilfe, ich bin in einer Bubble! Und jetzt?

Zum Glück sind nicht nur die bösen Algorithmen an allem schuld. Oft schaffen wir uns unsere Filterblasen selbst, indem wir Gruppen beitreten, Seiten abonnieren oder Menschen folgen, die uns ähnlich sind. Das ist ganz normal. Dadurch liegt aber ein Stück der Verantwortung auch bei jedem von uns.

Wie ihr aus der Filterblase rauskommt

-        - Passt eure Suchanfragen an! Neutrale Suchanfragen oft neue Perspektiven mit sich.

- - - Wechselt die Suchmaschine! Nutzt eine Suchmaschine, die euch noch nicht kennt oder eure Daten gar nicht erst speichert. Hier eine Übersicht.

- - - Checkt eure Daten! Die gespeicherten Informationen in eurem Google Account könnt ihr zum Beispiel hier nachlesen.

-    - Trickst die Algorithmen aus! Folgt untypischen Seiten oder lest Artikel zu Gegenmeinungen. Dann werden diese auch nicht mehr geblockt.

-        - Nutzt Alternativen! Aufgrund der Filterblasen-Problematik haben sich bereits Menschen zusammengetan, um etwas gegen das Filtern zu tun. Die Journalismus-App Articlett zum Beispiel wurde so konzipiert, dass sie möglichst umfangreich informiert und Nachrichten nicht nach Meinungen filtert. Für Student*innen ist sie derzeit sogar kostenlos!

- Wenn schon Filterblase, dann wenigstens die eigene! Durch bewusstes Aussortieren könnt ihr euch einen Social-Media-Feed bauen, der sich positiv auf eure Psyche auswirken kann. Wie das funktioniert, könnt ihr hier nachlesen.

Jetzt wisst ihr, wie ihr Filterblasen erkennen und durchbrechen könnt.

cp

Glaubst du, dass du in einer Filterblase bist?
Ja, ich befürchte schon...
0%
Nein, ich denke nicht.
0%
Ich weiß nicht.
0%