Anti-Mobbing-App – exclamo

Hass im Netz & an Schulen bekämpfen

Mobbing, Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt findet nicht nur im realen Leben statt, sondern auch tagtäglich als Hass im Netz. Vor sogenanntem Cybermobbing gibt es kein Entrinnen, auch nicht zu Hause, im eigenen Zimmer.  

Genau diesem Problem stellt sich Kai Lanz 2018, als er mit der Idee einer Anti-Mobbing App namens "exclamo" 2018 am Schulwettbewerb „Business@School“ teilnimmt. Das Projekt entwickelt er nach seinem Abi mit Jan Wilhelm und Julius de Gruyter vom Hobby zum eigenen Unternehmen weiter...

Das kann die App

Die Web-App kann jungen Menschen, die Betroffene von Hass, sexuellen Übergriffen oder Gewalt geworden sind, digital, schnell und anonym helfen!

Wie? – Mit der App gelingt der erste Kontakt per Chat zu Vertrauenslehrer:innen oder Schulpsycholog:innen deiner Schule. Diese melden sich als Mentor:innen freiwillig bei der Schulverwaltung.

Aktuell funktioniert die App noch ausschließlich über den mobilen Browser, soll aber 2021 auch für Google Play und den iOS App Store erscheinen. Deine Schule muss die App allerdings vor der Benutzung für dich erst kaufen.

Und so gehts:

1. Schritt: Du schlägst deiner Schule vor, die App anzuschaffen (6 Monate sind kostenlos) und sie anzumelden.

2. Schritt: Deine Schule sucht geeignete Vertrauenslehrer als Mentor:innen aus. Diese verbinden sich dann anonym.

3. Schritt: DU meldest dich mit den Log-In-Daten an, die dir deine Schule weiterleitet. Fertig!

Alternativ kannst du übrigens sofort den Krisenchat sofort benutzen, falls dein Problem sehr akut, oder deine Schule gerade nicht weiterhelfen kann.

Gegen Hass im Netz, gegen Hass an Schulen!

Mittlerweile sind die drei Jungs ein eingeschworenes Team und nehmen ihr Business richtig ernst:

  • Kai ist Ursprungsgründer & leitender Geschäftsführer
    (CEO),
  • Julius ist der Mann für die Finanzen und Buchhaltung
    (COO) und
  • Jan, der sich seit der sich seit der 7. Klasse das Programmieren selbst beibringt, "the man behind the code"
    (CTO).

Wir haben uns mit Kai von exclamo, zum Telefonat verabredet, um mehr über das junge Social Start-up, den Anspruch gegen Hass im Netz und auf dem Schulhof anzukämpfen zu erfahren:

reif

Hey Kai, vielen Dank, dass du dir kurz die Zeit für reif nimmst.

Wie hoch ist aktuell der Stresspegel bei exclamo? Habt ihr sehr viel zu tun?

gegen hass im netz reif
Kai

Wir haben eigentlich jeden Tag gut zu tun, da wir ja immer noch in der Aufbauphase sind. Wir möchten unsere Sales und Reichweite auf jeden Fall noch weiter ausbauen.

Momentan schwankt der Stresspegel, aber eigentlich geht es uns im Team gerade sehr gut damit. Wir wollten diese Challenge mit einem eigenen Unternehmen ja freiwillig annehmen!

gegen hass im netz

Gegen Hass im Netz – gemeinsam geht mehr

Die drei machen seit 2019 auch gemeinsame Sache mit der Telekom. Kennengelernt haben sie sich bei einer Veranstaltung gegen Cybermobbing – nun sind exclamo und die Deutsche Telekom Partner!

Große Partnerschaften sind natürlich wichtig, damit mit der App möglichst vielen Schulen geholfen werden kann – Reichweite ist Trumpf.

Da Jan, Julius und Kai ihre Sache wirklich am Herzen liegt, teilt man hier ein gemeinsames Zukunftsbild mit weniger Hass und mehr Zivilcourage!

Die Kampagne "Gegen Hass im Netz" der Deutschen Telekom hat auf Social Media bereits viel positiven Anklang gefunden und durfte auch schon als Sponsor-Partner in der Podcast-Folge #117 von Gemischtes Hack, mit Felix Lobrecht und Tommi Schmitt auftreten. Sie setzt sich vor allem gegen Ausgrenzung durch Worte, Beleidigungen, Bedrohungen und für ein Internet, in dem wir uns alle wohlfühlen!

 

Für uns ist enorm wichtig, dass jede(r) Schüler:in ein Recht darauf hat sich auf dem Schulhof, aber auch in sozialen Netzwerken wohl zu fühlen und eine Stimme hat, die gehört wird.

reif

Mal angenommen, ihr wollt mit exclamo weiterwachsen – welche Frage würdet ihr einem jungen Menschen im Bewerbungsgespräch stellen, der kaufmännisch oder technisch begabt ist und alle Qualifikationen mitbringt?

gegen hass im netz reif
Kai

Hmmmm, vermutlich:

"Wie hast du deine Corona-Zeit verbracht?"

So kann man schnell Schwätzer von Machern trennen: Hat die Person nur gechillt oder sich weitergebildet – z. B. online eine Sprache gelernt o. Ä.?

Krisenchat – direkte Soforthilfe

Übrigens: Kai, Julius und Jan stecken auch hinter dem "Schwester-Unternehmen" von exclamo: krisenchat.de!

Der Krisenchat wurde im Zuge der Corona-Pandemie eingeführt, weil viel Schulen logistisch überlastet waren und kaum Kapazitäten für neue Systeme hatten.

Er funktioniert über WhatsApp und SMS und ist ein kostenloses Hilfstool für Jugendliche bis 25, die in einer schwierigen Lebenssituation stecken oder Probleme im Privaten bzw. in der Familie haben. Sie können sich 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche unter
+49 1573 5998143 professionelle, ehrenamtliche Hilfe von Jugendlichenpsychotherapeut:innen, Erzieher:innen und Sozialpädagog:innen einholen.

Übrigens hatten, während des ersten Corona-Lockdowns, laut einer Umfrage von krisenchat.de, 88 % aller befragten Schüler Angst überhaupt wieder in die Schule zu gehen. Krass, oder?

 

Ich glaube, dass digitale Möglichkeiten wie Apps oder Chats eine niedrigere Hemmschwelle voraussetzen, sich Hilfe zu holen, weil man zeitlich und örtlich ungebunden ist.

Der Krisenchat ist direkt an dich gerichtet und komplett kostenlos.

Hier seht ihr die beiden mal im Vergleich:

Jan, erzähl uns doch zum Schluss...

...wie funktioniert euer neues Projekt krisenchat.de denn nun genau?

Was tust DU im Netz gegen Hass & Hetze?
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