Digitale Freiheit im Rest der Welt

Andere Länder – andere Gesetze im Internet?!

Nicht überall kann das Internet so frei genutzt werden wie in Deutschland. Länder wie China oder Russland sperren Websites und Apps, die für uns ganz normal sind, führen ein  „Social Credit System“ und in einem Teil von Indien wurde das Internet sogar komplett gesperrt!

Sogar in Entwicklungsländern: Netzabdeckung wird besser

Die Netzabdeckung im Rest der Welt ist gar nicht so schlecht! In Europa und den USA gibt es erwartungsgemäß guten Empfang, aber selbst in Entwicklungsländern ist der Zugang zum 4G-Netz Standard. Nach Angaben von Open Signal läuft’s mit der 4G-Verfügbarkeit in Südkorea (97%), Japan (95%) und Norwegen (92%) besonders gut. Algerien ist mit 40% 4G-Verfügbarkeit am schlechtesten ausgestattet.

Interessant ist, dass Südafrika (68%) etwa auf demselben Level wie Deutschland steht. Das könnte am sogenannten „Leapfrogging“ liegen, also Springen wie ein Frosch. Länder, die keinen guten Festnetzanschluss hatten, sind dadurch schneller zum Internet „gesprungen“ und liegen dadurch im Netzausbau relativ weit vorne. Bei Schnelligkeit und Ausbau des 5G-Netzes gehört Deutschland einer neuen Studie zufolge allerdings zu den weltweit führenden Ländern.

Übrigens: In Afrika ist Facebook (Meta) zu einem großen Teil am Netzausbau beteiligt. Das Social-Media-Unternehmen sieht - genau so wie Google oder Microsoft - seine Chance darin, Start-ups in Afrika zu fördern.

Dennoch sagt der Ausbau nicht unbedingt etwas darüber aus, wie gut der Empfang ist. In Afrika zum Beispiel gibt es immer noch viele ländliche Gebiete mit Funklöchern.

Überwachung in China: Kein WhatsApp, kein YouTube!

Trotz guter Netzabdeckung ist nicht überall der Zugang zum Internet gleich, denn in einigen Ländern sind die Gesetze im Internet sehr streng. Besonders schlimm ist es in China. Hier werden viele Internetseiten zensiert oder sogar komplett gesperrt. Vor allem Inhalte, die die chinesische Regierung kritisieren.

Die chinesische Regierung macht auch vor Social Media nicht Halt und verbietet sowohl YouTube als auch WhatsApp oder Google. Ganz ohne Social Media müssen Chines:innen aber nicht auskommen, denn es gibt chinesische Alternativen zu den gängigen Plattformen, wie zum Beispiel WeChat. Außerdem kommt der Megaerfolg TikTok aus China.

Übrigens: TikTok ist trotz viel Zensur in China erlaubt, anders sieht das aber in Indien aus. Dort wurde die Lypsinc-App wegen Datenschutzbedenken gesperrt. Auch die USA drohten, TikTok wegen möglicher Datenweitergabe zu sperren, ließen es nach vielen Protesten aber doch weiterhin zu.

Welche Daten eure Apps über euch sammeln, könnt ihr hier nachlesen.

In Deutschland besteht das Recht auf freies Internet und in ganz Europa gilt außerdem die Europäische Datenschutzgrundverordnung. Die soll dafür sorgen, dass ihr selbst entscheiden könnt, wie viel ihr von euch preisgebt, zum Beispiel durch Cookies.

Wie Cookies funktionieren, lest ihr hier.

China bewertet seine Bürger online

In China gab es so etwas lange nicht, doch 2021 kündigte die chinesische Regierung ein neues Datenschutzgesetz an, welches dem Europäischem ähnlich ist. Die Gesetze im Internet haben aber einen großen Unterschied: Unternehmen wurden beschränkt, doch das Datensammeln von Seiten des Staates bleibt weiterhin erlaubt.

Das liegt am sogenannten Social Credit System in China, bei welchem jede:r Bürger:in mit einer gewissen Anzahl an Punkten startet, die je nach Verhalten abgezogen oder ergänzt werden. Mit entsprechenden Maßnahmen und Einschränkungen je nach Punktestand soll „schlechtes“ Verhalten bestraft und „gutes“ Verhalten belohnt werden. Um Profile der chinesischen Bürger:innen zu erstellen, werden auch ihre Aktivitäten im Internet von der Regierung überwacht und dokumentiert. Ein falscher Kommentar kann sich dort auf den Alltag auswirken, in Deutschland unvorstellbar!

Extrembeispiele Russland und Indien: Ganz oder gar nicht!

Auch in Russland könnte die Kontrolle der Regierung drohen, denn dort wurde bereits 2019 ein Gesetz verabschiedet, um ein eigenes, russisches Internet zu starten! RuNet soll nur in Russland nutzbar sein und angeblich vor Cyberangriffen schützen, doch die Abschottung könnte auch Einfluss auf die Internetnutzung haben.
Noch krasser ist die Maßnahme, zu der in Indien gegriffen wurde. Um Proteste in der Krisenregion Kaschmir zu vermeiden, wurde das Internet dort einfach komplett gesperrt! 6 Monate lang lagen die Netze lahm, bis Indiens oberster Gerichtshof entschied, dass die Abschaltung unzulässig sei. Mittlerweile ist das Internet wieder nutzbar, bleibt aber eingeschränkt.

Unglaublich, welche Gesetze im Internet in anderen Ländern gelten!

Carolina Pfau

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