Belauscht euch euer Smartphone?!

So könnt ihr das Handy abhören verhindern

Es ist schon sehr verdächtig: gerade habt ihr mit eine:r Freund:in über ein Thema gesprochen und kurz darauf seht ihr bei Instagram einen Beitrag oder Werbung dazu. Zufall? Wohl eher nicht. Es könnte sein, dass eure Apps euch tatsächlich zuhören. Fest steht: Sie kennen euch besser, als ihr denkt. Wir zeigen euch, wie ihr das Handy abhören verhindern könnt und wie ihr rausfindet, was eure Apps bereits über euch wissen.

Abhören ist theoretisch möglich

Klar, jedes Smartphone hat ein Mikrofon, aber abhören wird es uns nicht - oder etwa doch? Viele kennen das Phänomen, dass im Algorithmus Werbung, Content oder Personen auftauchen, über die nur im echten Leben gesprochen wurde. Wenn wir es nicht selbst erlebt haben, dann kennen wir zumindest Personen, denen das bereits passiert ist. Beweisen können wir es jedoch nicht.

Das Ganze klingt eher nach einer Urban Legend, nichts weiter als einem Mythos. Dennoch, das Smartphone, das sonst so unschuldig neben uns liegt oder in der Hosentasche ist, wirkt nach solchen Gesprächen gar nicht mehr so harmlos. Müssen wir das Handy abhören verhindern?

Fakt ist: Viele technische Geräte können uns zuhören und verstehen, insbesondere Sprachassistenten wie Alexa.

Dass Sprachassistenten uns öfter zuhören, als uns lieb ist, könnt ihr hier  nachlesen!

Und auch in Smartphones ist ein solcher Sprachassistent eingebaut, in Form von Siri oder Google. Theoretisch können uns die Geräte also verstehen und uns Ergebnisse aus dem Internet anzeigen. Das sollte jedoch nur der Fall sein, wenn wir das auch wollen und den Assistenten aktivieren. Technisch wäre es jedoch durchaus möglich, auch länger zuzuhören. Das hat eine PULS Reportage herausgefunden: 

Haben sich Instagram und TikTok etwa ein Schlupfloch gesucht, um ihren Algorithmus zu verbessern?

Es gibt andere Erklärungen

Beweise dafür, dass eure Smartphones mithören, gibt es nicht. Bisher gibt es nur Hinweise, die sich allerdings auch anders erklären lassen. Zum einen spielt ein psychologischer Effekt eine Rolle. Ihr sprecht über eine bestimmte Sache und plötzlich bekommt ihr das Gefühl, überall davon zu hören oder etwas dazu zu sehen, auch wenn es sich dabei nur um einen Zufall handelt. Das liegt daran, dass ihr dem Thema oder Produkt mehr Aufmerksamkeit schenkt. Dass euch auch viel unpassende Werbung angezeigt wird, fällt euch dadurch nicht mehr so sehr auf. 

Dennoch, viele Websites nutzen personalisierte Werbung. Diese ist meist auf eure Suchanfragen zurückzuführen. Das Unternehmen Meta, dem auch Facebook, Instagram und WhatsApp gehören, nutzen dafür Daten von ihren Partnern oder Cookies.

Wie Cookies funktionieren, könnt ihr hier nachlesen. 

Dass manchmal passende Produkte auftauchen, die ihr nicht gegoogelt habt, kann mehrere Gründe haben. Zum einen werten einige Apps euren Standort, euer Alter und eure App-Nutzung aus. Ihr werdet dadurch einer Zielgruppe zugeordnet, mit der bestimmte Produkte in Verbindung gebracht werden. Oft stimmen diese tatsächlich mit euren Interessen oder zumindest Themen überein, über die ihr gesprochen habt. Ein bisschen mehr Spionage steckt aber doch hinter einigen Beiträgen.

So kann eure Werbung zum Beispiel auch dadurch verändert werden, dass ihr euch im Wlan-Netz von Freund:innen befindet. Euer Gerät erkennt das und kann theoretisch auch die Suchanfragen der Freund:innen auswerten. Dass euch nach einem Gespräch mit Freund:innen passende Werbung angezeigt wird, kann also daran liegen, dass nicht ihr, sondern der:die Freund:in es vorher gegoogelt hat.

So könnt ihr das Handy abhören verhindern

Meta und Google bestreiten seit Jahren, dass sie Geräte der Nutzer:innen abhören. Zwar stimme man der Mikrofonnutzung zu, jedoch sei diese nur auf die Nutzung der App beschränkt.

„Weder WhatApp noch Facebook nutzen das Handy-Mikrofon, um Werbung in irgendeiner Form zu beeinflussen.“
- Offizielles Statement von Meta

Ob diese Aussage vertrauenswürdig ist, muss jede:r selbst entscheiden. Jedoch würde sich eine Überwachung des Mikrofons gar nicht unbedingt lohnen. Zum Ersten wäre die Gefahr eines Imageschadens groß, denn das Ausspionieren ist laut Datenschutzgesetz illegal. Es liegt also in der Verantwortung von Meta und Google, solche Angriffe in die Privatsphäre zu verhindern, da sonst niemand mehr den Diensten vertrauen würde. Darum sind die Dienste auch relativ transparent, was die Datennutzung angeht. Außerdem haben die Social-Media-Riesen bereits genügend andere Informationen von euch.

Hier könnt ihr checken, welche Interessen Meta euch zuordnet! 

Dennoch könnten andere Apps theoretisch das Mikrofon nutzen, um euch zu belauschen. Um das Handy abhören verhindern zu können, solltet ihr dennoch überprüfen, welche euerer Apps Mikrofonzugriff haben und diese Einstellungen gegebenenfalls anpassen. Außerdem solltet ihr die Apps nach der Nutzung auch im Hintergrund schließen.

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