Was wissen deine Apps über dich?

Wie ernst TikTok und Instagram Datenschutz wirklich nehmen!

Unser ganzes Leben steckt in unseren Smartphones. Unser Smartphone kennt uns besser, als uns lieb ist. Instagram, WhatsApp, TikTok, Tinder und Google sammeln nämlich Daten über euch. Wir erklären euch, welche das sind und wie ihr die Kontrolle darüber bekommt.

Datenschutzbehörde muss eingreifen

Erst kam der Hype, dann der Absturz: Mit Clubhouse entbrannte wieder eine große Diskussion um den Datenschutz.

Clubhouse ist eine App, bei der die Nutzer ausschließlich per Audio miteinander kommunizieren, etwa wie ein Live-Podcast.

Um einen Account anlegen zu können, muss man zuerst eingeladen werden. Dadurch hat das Portal einen regelrechten Hype erlebt: Jeder wollte eine Einladung bekommen und dabei sein, dabei wusste kaum jemand etwas über die Entwickler von Clubhouse.
Die Verbraucherzentrale warnte sogar vor der Nutzung, denn die App aus den USA konnte weder ein Impressum noch eine Datenschutzerklärung auf Deutsch vorweisen. Aber ganz ehrlich: lesen tut die doch sowieso niemand, oder?

Liest du dir Datenschutzerklärungen durch?
Ich überfliege sie, aber achte eigentlich nicht wirklich darauf.
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Quatsch, niemals!
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Ich lese mir alles Wort für Wort durch!
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Da liegt der Fehler. So hat Clubhouse leichtes Spiel beim Datensammeln! Die App verlangt nämlich Zugriff auf alle Kontakte, zeichnet Gespräche auf und speichert diese auf Servern in den USA. Wer darauf Zugriff hat, ist unklar. Bei Nutzung der App stimmt ihr diesen Dingen aber automatisch zu und geht das Risiko ein, dass jemand mithört.

Und auch Alexa, Siri und Co. belauschen euch! Was genau die Sprachassistenten von euch wissen, könnt ihr hier nachlesen.

Die Mängel beim Datenschutz sind so gravierend, dass in Frankreich sogar die Datenschutzbehörde eingeschaltet wurde, um die App genauer zu untersuchen.

Mark Zuckerberg liest mit?!

Nicht nur bei neuen Apps wird über Datenschutz diskutiert, auch das Social-Media-Urgestein Facebook stand immer wieder im Verdacht, die Daten seiner Nutzer nicht gut genug zu schützen, sodass auch Dritte Zugriff auf sie haben können. Ihr wisst vielleicht, dass auch WhatsApp und Instagram zu Facebook gehören. Das heißt, dass Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf all diesen Netzwerken über eure Daten wacht und vielleicht besser über euch Bescheid weiß, als ihr denkt...

Gut, vielleicht nicht über alle Daten. Denn zumindest bei WhatsApp und anderen Meessengern kann niemand eure Chats mitlesen. Dafür gibt es die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Wie diese Verschlüsselung genau funktioniert und welche Messenger am sichersten sind, könnt ihr hier nachlesen.

Private Chats bleiben privat. Bei öffentlichen Postings sieht das anders aus. Gesammelt werden können unter anderem folgende Daten von euch:

  • Name
  • Profilbild
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse
  • Interessen (basierend auf z.B. Likes)
  • Aktivitäten (z.B. Postings)

Ob ihr es schlimm findet, wenn Mark Zuckerberg wüsste, dass ihr gern Katzenvideos schaut, ist eine ganz individuelle Entscheidung. Jeder Mensch tickt anders und jeder hat eine andere Vorstellung von Privatsphäre. Das ist okay! Was nicht okay ist, ist nicht zu wissen, wo die Daten landen.

Dieses Problem gibt es zum Beispiel bei TikTok. Wie sicher die Lipsync-App ist, könnt ihr hier nachlesen.

Auch bei Instagram könnt ihr nie komplett sicher sein, was mit euren Daten passiert.

Übrigens gilt das auch bei vermeintlich harmlosen Dating-Apps. Tinder betont zwar, keine Daten an Dritte weiterzugeben, doch andere Dating-Portale sehen das nicht so eng und nutzen die Daten für Werbezwecke. Außerdem tracken sie euren Standort und wissen, wo ihr euch rumtreibt.

Eure Apps speichern euren Namen, eure E-Mail-Adresse, eure Telefonnummer und euren Aufenthaltsort. Sie kennen eure Interessen, Kontakte und Fotos. Damit wissen sie vielleicht auch, wie ihr ausseht. Ganz schön gruselig!

Deswegen solltet ihr darauf achten, was ihr wo von euch preisgebt. Das Internet vergisst bekanntlich nie!

Alles muss man selber machen - auch beim Datenschutz!

Das alles klingt sehr dramatisch. Tatsächlich benötigen viele Apps aber gewisse Zugriffe lediglich um gut zu funktionieren.

Ohne Standort kein Match bei Tinder, ohne Tracking keine Route bei Google Maps. Telefonnummern und E-Mail-Adressen müsst ihr oft angeben, um ein Konto auf Social Media zu erstellen. Das ist legitim.
Anhand eurer Interessen werden euch Beiträge angezeigt, die euch gefallen könnten. Allerdings auch Werbung, die euch dazu bringen soll, bestimmte Dinge zu kaufen. Das ist schon eher bedenklich.

In den Einstellungen eures Smartphones könnt ihr sehen, welche Berechtigungen eure Apps haben. Dort könnt ihr zum Beispiel einstellen, dass euer Standort nur beim Verwenden der App getrackt wird oder im Hintergrund keine Spracherkennung läuft. Wenn ihr einen Google-Account habt, könnt ihr sogar einsehen, welche Daten Google über euch gespeichert hat.

Es ist wie so oft im Leben: Die richtige Balance ist entscheidend. Macht euch klar, dass sämtliche Infos über euch gespeichert und weitergegeben werden könnten und macht nur das öffentlich, was wirklich im Netz landen soll.

Eine gewisse Vorsicht ist gut, Panik braucht ihr aber nicht zu bekommen. Passt einfach auf euch und eure Daten auf!

cp