Sex- und Propogandabots auf Social Media

Das steckt hinter dem Instagram Spam!

Instagram Spam sehen wir täglich in den grammatikalisch falschen und inhaltlich fragwürdigen Kommentaren von Sexbots. Aber viele Bots sind gar nicht so leicht zu erkennen. Wir erklären euch, wie sie funktionieren und welche Gefahren sich hinter ihnen verstecken können.

Diese Arten von Bots gibt es

Bots sind so vielfältig wie das Internet selbst. Im Grunde handelt es sich um digitale „Roboter“ – daher auch der Name „Bot“ – die verschiedene Aufgaben erledigen. Einige davon sind nützlich oder unterhaltsam, wie bei Gaming-Bots, die in Online-Spielen gegen euch antreten. Chat-Bots können ebenfalls ein Gegenüber simulieren und automatisiert Fragen beantworten. Sogenannte „Webcrawler“ dagegen sammeln Daten und überprüfen Funktionen von Websites und Suchanfragen. Monitoring-Bots kontrollieren Systeme und Websites. Bots können auch Dienstleistungen übernehmen, wenn sie zum Beispiel bei Preisvergleich-Websites, auf denen sie die günstigsten Angebote raussuchen.

Es wird geschätzt, dass die Hälfte des gesamten Internetverkehrs aus Bots besteht!

Auf Social Media trefft ihr meist auf Social Bots. Das sind die, die unter anderem für den Instagram Spam verantwortlich sind und damit sichtbarer sind als die kommerziellen oder Dienstleistungsbots. Sie übernehmen aber auch nützliche Aufgaben, wie im Hilfe-Bereich oder bei den FAQ. Außerdem können sie Beiträge liken, teilen und kommentieren.

Nicht alle Likes und Kommentare stammen von echten User:innen, manchmal stecken Bots dahinter. 

Oft kommentieren Social Bots neutrale Sätze, wie „Toller Beitrag, weiter so!“, ohne echten Bezug zum geposteten Inhalt. In den Direct Messages finden sich oft Nachrichten wie „Wir sind auf dein Profil aufmerksam geworden, wir hätten ein Angebot für dich….“, auch diese wurden meist von Bots gesendet.

Bots gefährden Konto, Daten und Fakten

Auch wenn man sich Bots wie kleine Roboter vorstellen kann, existieren sie nur in digitaler Form. Sie sind nicht mehr als ein Code, der Befehle enthält. Das können vorgegebene Antworten in einem Chat sein, bestimmte Züge in einem Online-Spiel oder Instagram Spam. Je nach Anwendungsbereich können sich die Bots mit künstlicher Intelligenz sogar selbstständig weiterentwickeln und ihre Datenbanken erweitern. Die Programmierer:innen können die Codes dabei jederzeit einsehen, verändern und ergänzen.

Leider sind die Bots nicht immer harmlos, die können sogar Computer infizieren, sensible Daten stehlen und ganze Netzwerke attackieren. Zugriff bekommen sie meist durch Links zu Fake-Websites, die von Spam- und Scam Bots per Mail oder Direct Message verschickt werden.
Eine Form von Spam Bots, die besonders auf Instagram zu finden ist, sind Sex Bots, die mit großer Vorliebe das Auberginen-Emoji mit anzüglichen Sprüchen kommentieren. Texte wie „Hilf mir, meine Unterhose zu finden“ mögen eher lustige und nicht erntszunehmende Nachrichten sein, doch die Links in der Bio der Fake-Profile führen meist zu Abzock-Websites.

Klickt niemals auf die Links von Instagram Spam und Sex-Bots, das kann richtig teuer werden und eure Daten gefährden!

Doch nicht jeder Instagram Spam ist sofort als solcher erkennbar. Neben Geld und Daten sollen einige Bots sich auch politischen Einfluss verschaffen. Sogenannte Propaganda-Bots sind eine Form der Social Bots, die User:innen simulieren und politische Aussagen finden, kommentieren und Fake News und Verschwörungstheorien verbreiten. Das ist deswegen so gefährlich, weil es ein falsches Bild von Meinungen in der Bevölkerung widerspiegelt und nicht so einfach als Spam zu erkennen ist.

Besonders im Wahlkampf können die Kommentare dazu führen, dass Meinungen beeinflusst und Trends verfälscht werden. Deswegen ist es wichtig zu wissen, dass nicht jeder Kommentar in den sozialen Medien von einem echten Menschen kommt.

Das könnt ihr gegen den Instagram Spam tun!

Die Fake-Profile erkennt ihr unter anderem daran, dass sie sehr vielen Profilen folgen, schnell und häufig reagieren und immer wieder dieselben Aussagen kommentieren, die oft unnatürlich und zusammenhangslos wirken.
Um Spam zu verhindern, ist es am einfachsten, das Profil auf privat umzustellen. Falls ihr das nicht möchtet, solltet ihr verdächtige Kommentare und Nachrichten zumindest löschen und die Profile melden und blockieren. Außerdem könnt ihr Gruppenchat-Anfragen ausschalten (unter „Einstellungen > Privatsphäre > Nachrichten > Gruppenchats) und bestimmte Schlagworte von Sexbot-Kommentaren blockieren (unter „Einstellungen > Privatsphäre > Kommentare > Eigene Begriffe und Ausdrücke). Und natürlich: Niemals auf Links von unbekannten Profilen klicken!

Carolina Pfau

Nerven euch die Bots bei Instagram?
Ja, total.
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Nein, das ist mir bisher nicht aufgefallen.
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Geht so.
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