Was das Metaverse mit Bildung zu tun hat

Schule im Metaversum?!

Was wäre, wenn ihr euch nicht mehr zwischen Zocken und Lernen entscheiden müsstet, sondern Schule wie ein Videospiel wäre? Beim Aufbau des Metaversums wird auch auf Bildung gesetzt. So sollen Schulungen, Ausflüge und sogar Klassenzimmer in der digitalen Welt besucht werden können. Was aber kann das Metaverse im Bildungsbereich wirklich?

Einschalten, einloggen, loslernen?!

Für die einen klingt die Idee des digitalen Unterrichts nach einer dystopischen Neuauflage des Corona-Lockdowns, für die anderen nach einem großen Science-Fiction-Abenteuer. Für welche Sichtweise man sich auch entscheidet, eines ist klar: Die Idee einer digitalen Welt inklusive Bildungsmöglichkeiten ist nicht neu. Während der Pandemie wurden viele Prozesse an der Schule oder der Uni (mehr oder weniger erfolgreich) digitalisiert. Das ist einer der Gründe, warum der Begriff „Metaverse“ derzeit so boomt: Der Bedarf an digitalen Alternativen und die Bereitschaft dafür sind da.

Der Begriff Metaverse (zu Deutsch: Metaversum) ist keine Erfindung von Mark Zuckerberg. Im Science-Fiction-Roman „Snow Crash“ wurde so bereits 1992 eine digitale Welt genannt, die man mit Avataren betreten konnte. Und genau das verspricht das Metaversum: Eine digitale Welt in Echtzeit, die mit der analogen Welt verknüpft ist.

Auch wenn bereits andere Unternehmen an digitalen Welten arbeiten, hat besonders Facebook-Gründer Mark Zuckerberg die Idee mit seinem „Metaverse“ geprägt und sein Unternehmen sogar dementsprechend in Meta umbenannt. Im Metaversum sollen User:innen mit Avataren in eine digitale Welt eintauchen, in der quasi alles möglich sein soll. Von Treffen mit Freunden über Games bis hin zu Schule. Der große Unterschied zu Videospielen besteht darin, dass alles auf derselben Plattform zu finden sein soll, nicht nur in einem geschlossenen Spiel.

Das Metaverse läuft in Echtzeit und kann nicht pausiert werden. Die reale und digitale Welt sollen per Augmented Reality verschmelzen, das Metaversum soll mit einer VR-Brille betretbar sein und sich damit deutlich „echter“ anfühlen als andere digitale Welten, die nur auf dem Bildschirm existieren.

Das Metaversum als Erlebnis

Nutzungsbereiche sollen laut Bitkom e.V. unter anderem Industrie, Kultur, Marketing, Gaming, soziale Interaktionen und auch Bildung umfassen. Das heißt, dass im Metaversum Aus- und Weiterbildungen sowie eine Berufsausbildung durch virtuelle Lernumgebungen an Schulen und Universitäten ermöglicht werden sollen. Von „besserer Wissensvermittlung durch direktes Erleben“ ist dort die Rede. Per Virtual Reality soll es möglich sein, sich digital mit anderen zusammenzusetzen. Im Gegensatz zum klassischen Zoom-Meeting soll dabei aber das Gefühl entstehen, wirklich zusammen zu sein. Digitale High Fives und Whiteboards inklusive.

Führungen durch Museen, Kochkurse und Konzerte sollen so besucht werden können.

Die Telekom hat das schon ausprobiert, beim Beatland im Metaversum!

Konkret bedeutet das, dass ihr tatsächlich zuhause auf der Couch sitzen und eure VR-Brille aufsetzen könntet, um digital am Unterricht teilnehmen zu können. Wahrscheinlicher wird vorerst wohl eine Nutzung im Präsenz-Unterricht sein, z.B. um per Augmented Reality Gegenstände zu betrachten oder digital ein Museum oder eine andere Stadt zu besuchen. Das ist alles bereits möglich, allerdings nur begrenzt. Bisher bieten einzelne Anbieter VR-Erlebnisse zum Lernen an, aber alles gesammelt in einem großen Metaversum gibt es so noch nicht.

Die Zukunft ist noch unklar

Bislang sorgt das Metaverse eher für Lacher. Veröffentlichte Bilder erinnern an veraltete Videospiele und scheinen so gar nicht zukunftstauglich zu sein.

Es lässt sich streiten über die Bedeutung des Metaversums. Für die einen ist es ein schnell verflogener Trend, für die anderen die Zukunft der Menschheit. Doch das Interesse hält sich tatsächlich in Grenzen. Laut Meinungsforschungsinstitut Yougov weiß nur knapp jeder fünfte Deutsche, was das Metaversum ist. Davon gibt nur jeder Zehnte an, schon einmal aktiv in Virtual-Reality-Welten unterwegs gewesen zu sein. Meist handelt es sich um junge Menschen, aber auch die sind nicht so begeistert, wie sich das Mark Zuckerberg wahrscheinlich wünschen würde. Eine von dem Finanzdienstleister Piper Sandler durchgeführte Umfrage mit US-Teenagern besagt, dass ein Viertel der Befragten (26 %) zwar bereits eine VR-Brille besitzen, mit der sie das Metaversum besuchen könnten, sie aber nicht regelmäßig nutzen. Fast die Hälfte (48%) gaben an, unsicher oder nicht interessiert an Metaverse zu sein. Also doch alles nur ein überbewerteter Hype?!

Die große Begeisterung kommt möglicherweise erst noch! Momentan lässt sich die Tragweite nämlich noch gar nicht bestimmen, da das Metaversum sich noch im Aufbau befindet. Bisher gibt es nur Testläufe und einzelne Games und Funktionen, also nicht wirklich etwas Neues. Es kann noch Jahre dauern, bis die digitale Welt vollständig aufgebaut wurde.

Das Metaversum wird sicher kommen und neue Möglichkeiten für die digitale Bildung bereithalten, nur wann und wie bleibt offen.

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