Grün, aber schlecht für die Umwelt?!

Hier kommen unsere Fake-Nachhaltigkeit Beispiele!

Grün ist in – aber es tummeln sich einige Fakes unter den nachhaltigen Produkten! Wir geben euch Fake-Nachhaltigkeit Beispiele und zeigen euch, wie ihr erkennen könnt, bei welchen Produkten geschummelt wurde und was wirklich nachhaltig ist.

Nachhaltigkeit ist Auslegungssache

Dass wir ein Umweltproblem haben (zu viel Plastik, Klimawandel, Müllberge…) ist Fakt. Auf Nachhaltigkeit zu achten ist daher mehr als löblich und soll an dieser Stelle auf keinen Fall schlechtgeredet werden. Leider ist es aber so, dass einige Firmen Produkte als "grün" bezeichnen, obwohl sie es nicht sind. Ihr kauft also guten Gewissens ein Produkt, in dem Glauben, es sei gut für die Umwelt, aber ihr schadet ihr damit nur weiter. Wenn Unternehmen das grüne Image faken, spricht man von Greenwashing.

Greenwashing (engl.: „grün waschen“)
Bezeichnet Methoden, mit denen Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen gezielt als „grün“, natürlich und/oder nachhaltig verkaufen, ohne sich wirklich für den Umweltschutz einzusetzen. Dabei können einzelne Produkte tatsächlich nachhaltiger sein als ihre Vorgänger, jedoch gleicht das nicht die negativen Effekte anderer, umweltschädlicher Produktionen desselben Unternehmens aus.

Greenwashing kann Kosmetik, Lebensmittel und auch Kleidung betreffen. Auch bei der Herstellung wird oft geschummelt, wie ihr in diesem TikTok seht:

Warum Unternehmen Nachhaltigkeit vorgaukeln, ist leicht zu erklären. Da mittlerweile mehr Menschen auf die Umwelt achten, verkaufen sich nachhaltige und natürliche Produkte besser. Die damit verbundenden höheren Produktionskosten und ein Umdenken innerhalb der Firma wollen manche aber vermeiden. Da Bezeichnungen wie "bio" oder "natürlich" nicht klar definiert sind, können sie von Unternehmen genutzt werden, um für ihre Produkte zu werben. Sie befinden sich damit in einer Grauzone, da diese Bezeichnungen nicht geschützt sind und unterschiedlich interpretiert werden können. Ihr konsumiert dadurch möglicherweise Produkte, die nicht euren Erwartungen entsprechen. Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff "klimaneutral", welcher nicht unbedingt für ein umweltfreundliches Produkt spricht.

Wenn ihr Greenwashing erkennt oder euch Werbeversprechen komisch vorkommen, könnt ihr das bei der Verbraucherzentrale melden. Zum Glück gibt es aber genug grüne Produkte, die auch wirklich grün sind. Mit den richtigen Tools könnt ihr sie ganz einfach finden.

Gewissheit dank Siegeln

Obwohl Begriffe wie "nachhaltig" oder "natürlich" nicht geschützt sind, gibt es Bezeichnungen, die auf ein wirklich nachhaltiges Produkt hinweisen. Die wichtigsten Hinweise geben Siegel auf den Produkten. Aber Vorsicht, nicht jedes Siegel ist eine Garantie für Nachhaltigkeit. Denn auch hier können Unternehmen einfach eigene Siegel entwerfen und auf ihre Produkte drucken.

Am besten orientiert ihr euch an offiziellen Siegeln, für die bestimmte Kriterien erfüllt sein müssen. Sehr zuverlässig ist zum Beispiel "blauer Engel", ein Siegel, das vom Bundesumwelttamt geprüft wird und umweltfreundliche Produkte zertifiziert. Ebenfalls müssen Kriterien erfüllt werden für das grüne Bio-Siegel, das Fairtrade-Siegel oder das Demeter-Siegel.

Blauer-Engel-Siegel, Bio-Siegel, Fairtrade-Siegel, Demeter-Siegel

Damit ihr euch nicht alle Siegel merken müsst, gibt es Websites wie siegelklarheit.de oder der Siegelcheck vom NABU.

Noch einfacher checkt ihr eure Produkte mit der Siegel-Check-App! Per Foto bekommt ihr die Info, ob es sich um Fake-Nachhaltigkeit oder echte Nachhaltigkeit handelt. Die App gibt euch auch alle Infos zu den gängigen Siegeln.

Hier bekommt ihr die Siegel-Check-App für...Android, iOS, Windows.

Nachfrage entscheidet über Angebot

Auch wenn es nicht immer einfach zu erkennen ist, lohnt es sich auf Nachhaltigkeit zu achten, denn mit euren Entscheidungen und eurem Handeln könnt ihr Unternehmen beeinflussen! So passiert ist das erst kürzlich bei Nestlé. Der Lebensmittelriese hat beschlossen, das Mineralwasser Vittel nicht mehr in Deutschland zu verkaufen, weil es immer wieder in der Kritik stand. Durch die Wassergewinnung sank der Grundwasserspiegel in der Stadt Vittel immer weiter. Verbraucher:innen und Supermärkte wollten das nicht weiter unterstützen und nun verkauft Nestlé das Wasser zumindest in Deutschland nicht mehr.

Eure Kaufentscheidungen sind wichtig! Denn am Ende entscheidet unser Konsum darüber, was in den Regalen landet.

Carolina Pfau

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