Rebelcatz – Katzen gegen Hass im Netz

So kämpfst du gegen Hass im Netz!

Mehr als drei Viertel der Menschen in Deutschland erleben Hass im Netz. Doch wie geht man damit am besten um?
Im Game „rebelcatz“ zeigen dir Pixelkatzen, wie man auf fiese Hatekommentare reagiert. Berivan Köroğlu hat das Spiel mitentwickelt und erzählt, was dahintersteckt und was du wirklich gegen Hatespeech tun kannst.

Telekom gegen Hass im Netz
Gemeinsam mit Partner:innen und Initiativen setzt sich die Deutsche Telekom gegen Hass im Netz ein. Im Jahr 2021 steht das Thema Gaming im Fokus. Gemeinsam mit den Kooperationspartner:innen bietet das Unternehmen Informationen und Angebote, um demokratische Spielregeln im Gaming zu fördern.

Rebelcatz ist ein Seriousgame. Das sind Spiele, die ernsthafte Absichten verfolgen und einen Lernprozess anregen sollen. Hauptfigur ist eine Katze, die gemeinsam mit ihrer Crew gegen Hater:innen kämpft. Das Besondere: Das Spiel kann wie ein Werkzeugkasten für den Umgang mit Hass im Netz verstanden werden.

Katzen sind toll. Katzen gegen Hass im Netz sind besser!

Berivan Köroğlu arbeitet seit Anfang 2021 beim iRights.Lab, einem Thinktank für eine gute digitale Welt. Dort ist sie unter anderem für die inhaltliche Leitung des Spiels rebelcatz zuständig. Dort stellte sie sich die Frage, wie man ein Spiel über Hatespeech entwickeln kann, ohne Diskriminierung zu relativieren oder undifferenziert zu sein.

Katzen spielen die Hauptrolle bei rebelcatz. Wie ist das Spiel ansonsten aufgebaut?

Bei rebelcatz geht es darum, sich im „Catnet“ eine Crew aufzubauen und gegen die Gegner:innen, die Hater, anzutreten. Dafür muss man in über vier Leveln gegen Hass-Kommentare aktiv werden. Dafür hat man verschiedene Strategien wie „Benennen“, „Gegenargumente“ oder „melden“. Ziel ist es, die Punktezahl der Hater im Duell auf null zu bringen.

Funfact: Das Motiv der Katze war gar nicht von Anfang an geplant: Als wir Spielfiguren zeichneten, haben wir in einer eine Katze gesehen. Je länger wir über die Katze nachdachten desto besser fanden wir sie. Katzen sind ein weltweit beliebtes Internetphänomen und Sympathieträger. Außerdem bieten sie eine vielfältige Storyline (sieben Leben, Mäuse jagen, auf den Pfoten landen usw).

Das Spiel hat also einen Schwerpunkt auf Communitybuilding. Wollt ihr den Spieler:innen mitgeben, dass sie ihre eigenen Communitys auf Social Media aufbauen sollen? Und wie könnte das dann aussehen?

     Ja, denn man kann gegen Hatespeech nicht alleine kämpfen. Deshalb müssen wir als digitale Gesellschaft gemeinsam vorgehen.

Es gibt eine Studie, die belegt, dass organisierter Counterspeech (Gegenrede) Hass im Netz tatsächlich eindämmen kann. Vor allem die stillen Mitlesenden müssen aktiviert werden, weil sie ohne Counterspeaker:innen von den Hater:innen überzeugt werden können.

Eine Community baust du dir auf, indem du andere Gegenredner*innen unterstützt oder dich mit anderen in Gruppen vernetzt.

Die zwei Hauptmessages des Spieles: Communitybuilding und die Aktivierung der stillen Mitlesenden und Benennung/Aufklärung.

Denkst du, es liegt auch in der Verantwortung der einzelnen Nutzer:innen von Social Media, Hatespeech nicht einfach passieren zu lassen?

Ja auf jeden Fall. Jede:r von uns, der auf Social Media unterwegs ist, hat die Verantwortung Betroffenen beizustehen, ohne sie zu bevormunden. Das heißt nicht, dass man in jeder Situation (wie im Spiel) mit Strategien dagegenhalten soll.

Es geht darum, dass man sich des Problems bewusst ist und es wahrnimmt. Hatespeech ist nicht einfach etwas, dass im Internet stattfindet. Für die Betroffenen hat es schwerwiegende psychische und physische Folgen.

Beratungsstellen für Betroffene digitaler Gewalt
- Hateaid
- Hilfe Telefon: Digitale Gewalt
- Telefon Seelsorge
- Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Wie kann man es schaffen, Hatespeech zu verurteilen, ohne den Hatern eine immer größere Reichweite zu geben?

     Eine der Strategien bei Hatespeech ist es, nicht das Ziel, die Hater:innen zu überzeugen, sondern die stillen Mitlesenden. Dabei widerlegt man die Fakten ohne sich dabei auf die hassverbreitende Person zu konzentrieren.

Es geht nicht um eine Täter:innen Fokussierung sondern um eine Betroffenenfokussierung.

     Wenn eine Person eine falsche Tatsachenbehauptung macht und nach vier konstruktiven Argumenten immer noch nicht zu überzeugen ist, hat es keinen Sinn weiter zu argumentieren. Das ist wissenschaftlich bewiesen.

Durch solche Methoden kann man sich gegen den Hass abgrenzen. Auch wenn wir uns Hass im Netz entgegenstellen müssen, gehen unsere eigenen Bedürfnisse und die psychische Gesundheit immer vor!

Das Spiel rebelcatz ist noch nicht zur Vollversion weiterentwickelt. Ihr wollt nicht warten und es jetzt schon Spielen?
Dann schreib eine E-Mail an b.koeroglu@irights-lab.de und erhalte die Testversion.

Naomi Asal

Hast du schonmal gegen Hatespeech im Netz gekämpft?
Nein, noch nie.
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Nein, aber ich will in Zukunft mehr dagegenhalten.
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Ja!
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