Caros Laptop wurde komplett lahmgelegt!

So ist es, einen Trojaner zu haben!

Wie schnell man sich einen Trojaner holt, hat reif-Autorin Caro selbst erlebt. Die Schadsoftware legte ihren Laptop komplett lahm. In diesem Erfahrungsbericht erzählt sie, wie das passiert ist und wie ihr euch schützen könnt.

Wie der Trojaner meinen Laptop abstürzen ließ

Verzweifelt starrte ich auf den blauen Bildschirm, während mein Kaffee neben mir langsam kalt wurde. „Das darf doch jetzt wohl nicht wahr sein“, dachte ich, als ich zu einem weiteren Versuch des Neustarts ansetzte, in dem Wissen, dass auch dieser wieder scheitern würde. Mein Laptop fuhr hoch, ich loggte mich ein, klickte auf einen Ordner auf meinem Desktop und zack – wieder wurde der Bildschirm blau. Meine einzige Information: „Auf dem PC ist ein Problem aufgetreten. Er muss neu gestartet werden.“

Immer wieder das gleiche Bild: Der Laptop muss neu gestartet werden.

Es ist dasselbe wie schon am Abend zuvor. Dasselbe Problem, derselbe traurig guckende Smiley. Ich saß eigentlich zum Arbeiten in einem Café, doch nichts ging mehr. Ich konnte nur an meine Daten denken und an alles, was verloren sein könnte. Also ging ich in einen Computerladen auf der anderen Straßenseite. Der Verkäufer und ich hatten einen schlimmen Verdacht: Für die Probleme muss ein Virus verantwortlich sein.

Wie konnte das passieren?

Obwohl mich die Situation überraschte, kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, wodurch sie ausgelöst wurde. Eine Woche zuvor hatte ich mir online einen Adapter gekauft, den ich per USB an meinen Laptop angeschlossen hatte. Um ihn zu nutzen, sollte ich ein Programm von dem Herausgeber „XXX“ installieren. Das kam mir so suspekt vor, dass ich mich dazu entschied, den Vorgang abzubrechen – ohne Erfolg. Hilflos musste ich dabei zusehen, wie sich ein unbekanntes Programm selbstständig installierte.

Mein Bauchgefühl sagte mir, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmte, jedoch blieb zunächst alles normal. Mein Laptop funktionierte nach der Installation wie zuvor. Dennoch recherchierte ich sicherheitshalber zu dem installierten Programm und fand beunruhigende Rezensionen. Das Programm sei Malware und würde den Computer schädigen, es gäbe keine Firma XXX, sondern nur einen Computervirus. Als ich dann noch eine dubiose E-Mail zu dem gekauften Produkt erhielt, war ich mir sicher, dass ich noch Probleme bekommen würde.

Die dubiose E-Mail: Ich sollte mit der Installation fortfahren und mir keine Sorgen machen - netter Versuch.

Ich bekam Panik und erstellte ein Back-up meiner wichtigsten Dateien. Etwas, das ich jeder:m empfehlen kann. In den nächsten Tagen passierte jedoch nichts. Alles schien normal, nur das Programm ließ sich nicht mehr deinstallieren. Es dauerte eine Woche bis mein Laptop schlapp machte. Er stürzte ständig ab und es war mir kaum noch möglich, auf meine Dateien zuzugreifen.

Virus, Wurm oder Trojaner?

Aber was ist Malware eigentlich? Klar, von Trojanern und Viren haben wir alle schon gehört, aber was genau richten die Schadprogramme auf Computer oder Laptop an?
Das Ziel eines jeden Schadprogramms ist es, Zugriff auf den Computer zu erhalten und ihn zu infizieren. Viren oder Würmer werden oft bei Cyberangriffen eingesetzt. Sie verbreiten sich meist unerkannt im Hintergrund. Das Virus kann sich ganz unbekümmert vervielfältigen und in Dateien eindringen. Würmer schaffen dies sogar komplett eigenständig, ohne leitendes Programm. Sie können selbstständig Mails an Kontakte erstellen und sich so weiter verbreiten.

Im Gegensatz zu Viren oder Würmern können sich Trojaner nicht reproduzieren und benötigen die Hilfe der unwissenden Nutzer:innen. Ganz wie die Trojaner aus der griechischen Mythologie, die sich im Holzpferd versteckten, kommt auch die gleichnamige Schadsoftware unter Tarnung als nützliches Programm auf den Computer. Sie verstecken sich in E-Mail-Anhängen, Downloads oder – wie in meinem Fall – Computerprogrammen. Wir selbst öffnen also nichts ahnend das Tor für die Schadprogramme.

Trojaner können viel Schaden anrichten, indem sie zum Beispiel Daten löschen, blockieren, kopieren, ausspionieren oder den Computer lahmlegen. So können die Cyberkriminellen auf sensible Daten wie Passwörter oder Kreditkarteninformationen zugreifen oder den Computer für ihre Netzwerke nutzen.

Malware erkennen, vermeiden und entfernen

Viren oder Trojaner zu erkennen, ist gar nicht so leicht. Anzeichen können sein, dass Daten verschoben werden oder die Leistung des PCs verschlechtert ist. Oder der Laptop stürzt wie bei mir regelmäßig ab. Einen Hinweis können auch Programme auf eurem Gerät geben, an deren Installation ihr euch nicht erinnern könnt. Auch bei mir lief im Hintergrund ständig ein Programm, dass ich nicht installieren wollte. Warum meine Anti-Virus-Software nicht reagiert hat, weiß ich nicht. Dennoch ist ein guter Virenschutz die erste Grundlage, um Malware zu erkennen. Um euch zu schützen, kann ich euch diese 5 Tipps mit auf den Weg geben:

1. Führt regelmäßig Viren-Scans durch, um versteckte Malware zu erkennen.

2. Kauft Elektroartikel lieber im Fachhandel. Mein Adapter stammt von einem bekannten Online-Shop und ich hätte nie erwartet, darauf Schadsoftware zu finden. Also lieber beraten lassen! (Übrigens wird der Artikel trotz Beschwerdemail weiterhin verkauft, seid also vorsichtig.)

3. Installiert niemals Programme unseriöser Herausgeber. Klingt selbstverständlich, doch es ist wirklich wichtig, lieber dreimal darüber nachzudenken, was ihr euch installiert.

4. Öffnet keine Anhänge unseriöser Mails und klickt auf keine verdächtigen Links in Mails oder SMS.

5. Erstellt regelmäßig Back-ups eurer Dateien auf einer externen Festplatte. Falls ihr euch doch einen Virus einfangt, sind eure Dateien sicher.

Mein Laptop funktioniert mittlerweile wieder (ich schreibe gerade daran), jedoch musste dafür alles neu installiert werden. Zum Glück konnte ich meine wichtigsten Daten retten. Meine Passwörter habe ich sicherheitshalber aber erneuert.

Carolina Pfau

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